
Als Pharmazeutisch-technischer Assistent (Kurzform: PTA) unterstützt man das Team der Apotheke und ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die medizinischen Rat suchen. Als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent lernt man an einer der rund 80 Berufsfachschulen und Berufskollegs. Je nachdem, ob die Ausbildung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten privaten Schule absolviert wird, fällt ein monatliches Schulgeld an. Wie die Ausbildung als PTA abläuft, welches Gehalt es gibt und wie der Arbeitsalltag aussieht – all das und mehr gibt es hier im Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ausbildung: Zweieinhalbjährige schulische Ausbildung mit Anerkennungspraktikum (6 Monate); Einsetzen und Vertiefen praktischer Arzneimittelkenntnisse
- Voraussetzungen: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung, gute Noten in Naturwissenschaften, medizinisches Attest, teils polizeiliches Führungszeugnis und Praktikum
- Ausbildungsvergütung: Kein Gehalt in Jahr 1 und 2; im Anerkennungspraktikum monatlich 732 € brutto (tariflich geregelt)
- Berufsalltag: Unterstützende Tätigkeiten in Apotheken, Herstellung oder Verkauf von Arzneien, Beratung von Kunden, Pflege von Arzneimittelbeständen, Labor- und Verwaltungstätigkeiten
- Gehalt: Einstiegsgehalt nach Tarif bei rund 2.590 Euro brutto pro Monat, steigendes Einkommen mit Berufserfahrung (bis zu 3.510 Euro brutto)
Pharmazeutisch-technischer Assistent – Dauer der PTA-Ausbildung
Pharmazeutisch-technische Assistenten durchlaufen eine zweieinhalbjährige schulische Ausbildung, die bundesweit einheitlich geregelt und aufgebaut ist:
- eine zweijährige schulische Ausbildungsphase inklusive eines vierwöchigen Praktikums
- anschießendes sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einer Apotheke
Zusätzlich muss neben der schulischen Ausbildung eine Grundausbildung in Erster Hilfe von mindestens neun Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten absolviert werden.
Pharmazeutisch-technischer Assistent – Voraussetzungen für den Beginn einer PTA-Ausbildung
Als Zugangsvoraussetzung zur PTA-Ausbildung gilt der Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder ein gleichwertiger Abschluss. Erwartet werden gute schulische Leistungen in Mathematik und den anderen naturwissenschaftlichen Fächern. Einzelne Berufsfachschule können weitere Zugangsvoraussetzungen festlegen, etwa den Nachweis über die gesundheitliche Eignung. Zur persönlichen Eignung gehören Sorgfalt, manuelles Geschick, Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kranken und verantwortungsvolles Arbeiten.
Pharmazeutisch-technischer Assistent – Inhalte der PTA-Ausbildung
Während der Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten lernt man im ersten Lehrjahr im Fach Arzneimittelkunde alle Arzneimittel und ihre Inhalts- und Wirkstoffe kennen und macht sich mit der richtigen Anwendung und den möglichen Nebenwirkungen vertraut. Dazu gehört auch der Erwerb von Grundkenntnissen in Anatomie und Physiologie. Im Fach Botanik und Drogenkunde geht es um Pflanzen und deren Inhaltsstoffe. In praktischen Übungen wird erlernt, wie pflanzliche Inhaltsstoffe wirken und kombiniert werden können, etwa in Form von Arzneitees. In Galenik geht es um die Herstellung von Arzneimitteln und im Fach Fachrechnen um die Berechnung von Einheiten und Preisen
Im zweiten Ausbildungsjahr rücken Medizinproduktekunde sowie Ernährungskunde und Diätetik in den Fokus. Das Wissen um Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel, Kompressionsstrümpfe, Pflaster und Verbände gehört zum Repertoire als Pharmazeutisch-technischer Assistent dazu. Begleitend läuft auch allgemeinbildender Unterricht in Fächern wie EDV, Sozialkunde und Wirtschaft.
Während des Anerkennungspraktikums werden alle Aspekte der täglichen Arbeit in einer Apotheke erlernt. Besonders wichtig als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent ist natürlich der freundliche Umgang mit Kunden. Auch die Herstellung von Arzneimitteln und die dazugehörige Preisberechnung, die Bearbeitung ärztlicher Verschreibungen, die Prüfung der Lagerbestände, der Umgang und die umweltgerechte Entsorgung von toxischen Stoffen, die wichtigsten Rechtsvorschriften einer Apotheke sowie die notwendigen Verwaltungsaufgaben (etwa die gesetzlich vorgeschriebene Registrierung beim Verkauf von Betäubungsmitteln) werden thematisiert.
Abschlussprüfung
Die schulische Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten schließt nach zwei Jahren mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab, die vor einem Prüfungsausschuss der ausbildenden Schule stattfindet:
- Schriftlich: umfasst die Fächer Arzneimittelkunde, Allgemeine und pharmazeutische Chemie, Galenik und Botanik, Drogenkunde und Phytopharmaka; Dauer: insgesamt neun Stunden verteilt auf eine Woche
- Mündlich: umfasst die Fächer Gefahrstoff- und Umweltschutzkunde, Grundlagen des Gesundheitswesens und Medizinprodukte; Dauer: 15 Minuten (entweder einzeln oder als Gruppe mit bis zu vier Personen)
- Praktisch: chemisch-pharmazeutischen Übungen, Übungen zur Drogenkunde und galenischen Übungen; Dauer: vier bis sechs Stunden pro Fach
Im Anschluss an das Anerkennungspraktikum folgt eine weitere mündliche Prüfung im Fach Apothekenpraxis.
Der Beruf darf nur mit staatlicher Anerkennung ausgeübt werden. Mit bestandener Prüfung wird diese Erlaubnis erteilt. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für PTA vom 23. September 1997 gilt als gesetzliche Grundlage. Wer sich mehr für die kaufmännischen Aspekte der Pharmazie interessiert, für den könnte auch die Ausbildung zum Pharmazeutisch Kaufmännischen Angestellten (PKA) interessant sein. Mehr dazu hier:
PKA Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r – Ausbildung, Beruf, Gehalt
Pharmazeutisch-technischer Assistent – Gehalt in der PTA-Ausbildung
Als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent wird in den ersten zwei Lehrjahren der Ausbildung kein Gehalt gezahlt. Erst mit dem Beginn des sechsmonatigen Anerkennungspraktikums in der Apotheke gibt es ein Gehalt. PTA-Praktikanten erhalten während der sechs Monate je 876 EUR monatlich. Das Ausbildungsgehalt ist tariflich geregelt (Adexa) und gilt deutschlandweit mit Ausnahme von Sachsen und Nordrhein.
Aufgaben und Tätigkeiten als PTA
Je nach Arbeitsstelle kann der Job als Pharmazeutisch-technischer Assistent viel Kundenkontakt oder kaum Publikumsverkehr bedeuten. Die tägliche Arbeit kann im Labor, Lager, Verkaufsraum oder Büro erfolgen. Bei Tätigkeiten im Labor, etwa zur Herstellung oder Erforschung von Arzneimitteln, muss schützende Arbeitskleidung getragen werden.
Anstellung findet man in Krankenhausapotheken, bei Versandapotheken, bei pharmazeutischen Großhändlern oder in der Chemie- und Pharmaindustrie. Seltener arbeiten PTA bei Gesundheitsämtern, Krankenkassen oder in Universitäten. Die Mehrheit aller Pharmazeutisch-technischen Assistenten arbeitet allerdings in öffentlichen Apotheken. Das bedeutet während der regulären Verkaufszeiten. Dabei sind Schicht- und Wochenenddienste üblich. Als Pharmazeutisch-technischer Assistent gilt es, den Apotheker bei der Herstellung von Arzneien, beim Verkauf und bei Verwaltungsaufgaben zu unterstützen. PTA dürfen verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente aushändigen, kontrollieren ärztliche Verschreibungen und beraten die Kunden, die oft vor einem Arztbesuch in der Apotheke Rat suchen. Daher muss man Symptome erkennen und Krankheiten zuordnen können sowie genau kommunizieren, wie Medikamente wirken, eingenommen werden müssen und welche Nebenwirkungen entstehen können. Teilweise erfolgt die Beratung auch telefonisch. Auch Anfragen zu Kosmetika oder Verbandsstoffen gehören zum Alltag in einer Apotheke.
Daneben gehört auch die Prüfung und Pflege der Arzneimittelbestände und die Nachbestellung fehlender Medikamente zu den Aufgaben als PTA. In Apotheken, in den Arzneien frisch gefertigt werden, kann der Arbeitsalltag als Pharmazeutisch-technischer Assistent auch hauptsächlich hinter den Kulissen im Labor stattfinden.
Unterschied zwischen PTA und Apotheker
Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) – Gehalt
Für pharmazeutisch-technische Assistenten wird das Gehalt häufig nach einem Tarifvertrag zwischen der Apotheker-Gewerkschaft Adexa und des Arbeitgeberverbandes der Apotheker (ADA) gezahlt. Er betrifft alle Apothekenmitarbeiter, darunter Pharmazeutisch-technische Assistenten, die Adexa-Mitglied sind und deren Arbeitgeber gleichzeitig ADA-Mitglied ist.
Der Tarifvertrag gilt bundesweit mit Ausnahme der Kammergebiete Sachsen und Nordrhein. Adexa-Tarife gelten in Sachsen traditionell nicht, da der Sächsische Apothekerverband kein Mitglied im ADA ist. In Nordrhein verhandelt die Adexa separate Tarifverträge mit der der TGL Nordrhein. Als Pharmazeutisch-technischer Assistent in Vollzeit (40 Wochenstunden) steigt das Gehalt mit den Berufsjahren und beginnt bei einem Monatsgehalt von 2.646 Euro:
| Berufsjahr | Gehalt |
| 1. - 2. Berufsjahr | 2.646 Euro |
| 3. - 5. Berufsjahr | 2.717 Euro |
| 6. - 8. Berufsjahr | 2.922 Euro |
| 9. - 14. Berufsjahr | 3.146 Euro |
| ab 15. Berufsjahr | 3.267 Euro |
Gültig von 01.01.2026
Quelle: ADEXA - Die Apothekengewerkschaft
Bei Teilzeitverträgen liegt das Gehalt entsprechend niedriger. Die für Approbierte, Apothekerassistenten und (Dipl.) Pharmazie-Ingenieure üblichen Notdienst- und Wochenendzulagen gelten für Pharmazeutisch-technische Assistenten nicht. Mehr und ausführliche Informationen hier:
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zu PTA
- Wie ist die Ausbildung zum PTA aufgebaut?
- Was verdient man während der PTA-Ausbildung?
- Wie hoch ist das Gehalt eines PTA nach der Ausbildung?
Die PTA-Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre und beinhaltet zwei Jahre schulische Ausbildung (inklusive einmonatigem Praktikum) sowie ein anschließendes sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einer Apotheke.
In den ersten zwei Ausbildungsjahren zum PTA gibt es in der Regel keine Vergütung, außer die Ausbildung erfolgt bei einer tarifgebundenen Einrichtung. Während des Anerkennungspraktikums liegt das Gehalt bei 732 € brutto monatlich.
Das monatliche Einkommen als Pharmazeutisch-technischer Assistent steigt mit Berufsjahren und beginnt bei etwa 2.590 Euro brutto (Vollzeit, Tarifvertrag Adexa/ADA). Mit Erfahrung kann das Gehalt auf über 3.500 Euro brutto steigen.




