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praktischArzt Medizinische Berufe Notfallsanitäter/in

Notfallsanitäter/in – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Notfallsanitäter
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026
Themen: Medizinische Berufe
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Notfallsanitäter sind das erste Glied der Rettungskette. Sie sind bei Notfällen die ersten vor Ort und müssen wichtige Entscheidungen treffen. Zudem stellt der Beruf die höchste nicht-ärztliche Qualifikation im medizinischen Umfeld dar. Welche Voraussetzungen für die Ausbildung gelten, wie der Berufsalltag aussieht und ausführliche Infos zum Gehalt gibt es in diesem Überblick.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausbildung - Voraussetzungen
  2. Ausbildung - Dauer & Gliederung
  3. Ausbildung - Inhalte
  4. Ausbildung - Gehalt
  5. Bewerbung und Arbeitgeber
  6. Aufgaben und Tätigkeiten
  7. Gehalt
  8. Stellenangebote

Das Wichtigste in Kürze

  • Zugang & Voraussetzungen: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit mind. 2-jähriger Berufsausbildung; gesundheitliche Eignung, Führerschein Klasse B, eintragungsfreies Führungszeugnis, Volljährigkeit; weitere Anforderungen: Interesse an Medizin, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und physische Fitness
  • Ausbildung: 3 Jahre: 920 Stunden Theorie + 720 Stunden Klinik (Notaufnahme, OP/Anästhesie, Intensiv, Geburtshilfe, Psychiatrie etc.) + 1.960 Stunden Unterricht auf der Lehrrettungswache
  • Inhalte: Einsatzlage und Patientenbeurteilung, Erste Hilfe und invasive Maßnahmen, Rettungsmittel anfordern, Arzt assistieren, Patiententransport, Übergabe im Krankenhaus, Hygiene und Einsatzmittelwartung
  • Gehalt: Während der Ausbildung nach TVAöD-Pflege ca. 1.415 € bis 1.578 €/Monat; nach Abschluss Einstieg ~3.700 € brutto (TVöD P8), mit Erfahrung/Weiterbildung bis ~4.489 € möglich
  • Weiterentwicklung: Praxisanleiter, Rettungswachenleiter, internationale Katastrophenhilfe

Notfallsanitäter/in Ausbildung – Voraussetzungen

Den Beruf des Notfallsanitäters gibt es erst seit 2014, er ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungswesen und gehört zu den Gesundheitsfachberufen. In Fachkreisen wird er NotSan genannt.

Zu den Zugangsvoraussetzungen zur Notfallsanitäter Ausbildung zählen die gesundheitliche Eignung und der mittlere Schulabschluss (Realschulabschluss) oder der Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Darüber hinaus verlangen praktisch alle Träger, dass Bewerber bei Antritt der Ausbildung die Volljährigkeit erreicht haben, einen Führerschein Klasse B und ein eintragungsfreies Führungszeugnis besitzen.

Im Assessment-Center oder Vorstellungsgespräch werden Bewerber auf folgende persönliche Anforderungen hin abgeklopft:

  • Interesse an Medizin und Akzeptanz von Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenem etc.
  • Empathie
  • Konzentrationsfähigkeit
  • psychische Belastbarkeit
  • schnelle Auffassungsgabe
  • Sorgfalt
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Zudem müssen Bewerber ihre Fitness unter Beweis stellen, denn im Berufsalltag muss der NotSan durchaus kräftig zupacken können. Allein der Rucksack mit dem Einsatzmaterial wiegt rund 15 Kilogramm. Gelegentlich müssen auch Patienten gehoben oder getragen werden.

Notfallsanitäter/in Ausbildung – Dauer und Gliederung

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist bundesweit einheitlich geregelt und dauert drei Jahre, der Ausbildungsumfang beträgt 4.600 Stunden aufgeteilt in folgende Blockphasen:

  • 920 Stunden Schule
  • 720 Stunden Klinik
    • 80 Stunden Allgemeine Pflegestation
    • 120 Stunden Notaufnahme
    • 280 Stunden OP-Bereich/Anästhesie
    • 120 Stunden Wach- oder Intensivstation
    • 40 Stunden Geburtshilfe/Pädiatrie/Kinderchirurgie
    • 80 Stunden Psychiatrie/Gerontologie/Gerontopsychiatrie
  • 1.960 Stunden Rettungswache

Wem die Ausbildung als Notfallsanitäter mit 3 Jahren zu lange dauert, für den können folgende Alternativen im Bereich Rettungsdienst interessant sein:

  • Ausbildung als Rettungshelfer/in (1 Monat)
  • Ausbildung als Rettungssanitäter/in (3-4 Monate)

Notfallsanitäter vs. Rettungssanitäter - Wer macht eigentlich was?

Grundsätzlich unterscheiden sich der Notfallsanitäter und der Rettungssanitäter sowohl in Ausbildung als auch in Tätigkeiten. Notfallsanitäter wird man nach einer dreijährigen Ausbildung. Diese ist befugt, eigenständig medizinische Maßnahmen durchzuführen. Der Rettungssanitäter hat dagegen eine Weiterbildung abgeschlossen und agiert als Unterstützung für den Notfallsanitäter und für Ärzte.

Notfallsanitäter/in Ausbildung – Inhalte

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter unterteilt sich in Theorie und Praxis findet teilweise an der Berufsfachschule und teilweise in der Lehrrettungswache und im Krankenhaus statt.

Im Krankenhaus lernen Azubis viele verschiedene Abteilungen kennen, darunter die Notfallaufnahme, Anästhesie- und OP-Abteilung, die intensivmedizinische Abteilung, die Pflegeabteilung sowie die Geburtshilfe. Im Zuge der Ausbildung wird der Führerschein Klasse C1 gemacht. Auszubildende müssen sich zumindest anteilig an den Kosten beteiligen. Am Ende der Ausbildung steht eine staatliche Abschlussprüfung.

Zu den Inhalten der Ausbildung zählen insbesondere:

  • Erfassung der Lage am Einsatzort
  • Erkennung und Beurteilung von verletzten Personen
  • Durchführung von Erste Hilfe Maßnahmen am Einsatzort
  • Anforderung von ärztlicher Hilfe und weiterer Rettungsmittel
  • Assistieren von Ärzten bei der Notfallversorgung
  • Management von Krisen- und Notfallsituationen (MANV)
  • Transport von Patienten bei Notfalleinsätzen
  • Übergabe von Patienten an das ärztliche Personal im Krankenhaus
  • Kommunikation mit allen beteiligten Personen wie Patienten, Angehörige und Behörden
  • Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Rettungsmittel
  • Einhaltung von Hygienevorschriften

Notfallsanitäter/in Ausbildung – Gehalt

Notfallsanitäter in der Ausbildung verdienen nach dem TVAöD-Pflege die folgenden Gehälter. In privaten Einrichtungen kann die Höhe der Ausbildungsvergütung je nach Bundesland und Ausbildungsträger variieren. Nach Abschluss der Ausbildung steigt das Notfallsanitäter Gehalt auf rund das Doppelte der Ausbildungsvergütung.

TVÖD Pflege Ausbildungsvergütung
1. Ausbildungsjahr 1490,69 €
2. Ausbildungsjahr 1552,07 €
3. Ausbildungsjahr 1653,38 €

Gültig von 01.05.2026

Notfallsanitäter/in – Bewerbung und Arbeitgeber

Zu den typischen Ausbildungsträgern gehören Feuerwehren, Rettungs- und Krankentransportdienste und Blutspendedienste. Große Träger bieten Online-Bewerbungsformulare direkt auf ihren Webseiten an. Kleinere Träger können eine schriftliche Bewerbung verlangen. Beide Varianten sollten ein aktuelles Foto, das Anschreiben, den Lebenslauf sowie die letzten Schulzeugnisse enthalten. Wichtig ist im Anschreiben herauszuarbeiten, warum man sich für die Ausbildung zum Notfallsanitäter entschieden hat und welchen Bezug es zum Ausbildungsträger gibt. Pluspunkte sammeln Bewerber, wenn bereits ein Praktikum oder eine ehrenamtliche Tätigkeit im Rettungsdienst absolviert wurde. Dann sollten entsprechende Nachweise direkt an die Bewerbung angefügt werden.

Beruf Notfallsanitäter/in – Aufgaben und Tätigkeiten

Der Berufsalltag für Notfallsanitäter ist abwechslungsreich. Zu Schichtbeginn weiß man nie, was einen erwartet. Unter den eingehenden Notrufen können beispielsweise gynäkologische Notfälle, Verkehrsunfälle, Vergiftungen, Feuer oder Herzinfarkte sein. Lebensbedrohliche Notfälle kommen zum Glück selten vor, laut dem Deutschen Berufsverband der Rettungsdienste (DBRD) machen sie weniger als zehn Prozent aller Einsätze aus. Kommt ein Notruf, muss der Notfallsanitäter sofort reagieren, je nach Bundesland bleiben dem Rettungsteam acht bis 17 Minuten bis sie am Einsatzort sein müssen. Vor Ort gilt es die Lage schnell zu analysieren, den Gesundheitszustand des Patienten einzuschätzen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Dazu zählt neben der medizinischen Erstversorgung (inklusive invasiver Maßnahmen) beispielsweise auch das Nachfordern von weiteren Einsatzkräften.

Notfallsanitäter AusbildungAls Notfallsanitäter gilt es auch in chaotischen Situationen und unter Zeitdruck einen kühlen Kopf zu bewahren und weder den Patienten noch den Notarzt aus den Augen zu verlieren. Wichtig ist, sich die Diagnose und Anweisungen des Notarztes zu merken, die notwendige Behandlung durchzuführen und beruhigend auf den Patienten einzuwirken.

Zeitgleich kann es notwendig werden mit Krankenhäusern, Behörden oder weiteren Einsatzkräften Kontakt zu halten. Auf dem Weg ins Krankenhaus überwacht der Notfallsanitäter den medizinischen Zustand des Patienten und übergibt ihn schließlich an das Krankenhauspersonal inklusive des Protokolls, das als Dokumentation angefertigt wurde. Anschließend muss wieder für Hygiene und Einsatzfähigkeit der Rettungsmittel gesorgt werden, bevor der nächste Notruf kommt.

Gearbeitet wird im Schichtdienst. Eine Schicht dauert für den Notfallsanitäter bis zu 12 Stunden. Schichtdauer und Einsatzfrequenz unterschieden sich zwischen ländlichen Regionen und Großstädten. Zu den weiteren Arbeitsbelastungen zählen rückenbelastende Tätigkeiten sowie die aus tragischen Ereignissen resultierende psychische Belastung.

Notfallsanitäter/in – Gehalt

Was ein Notfallsanitäter an Gehalt verdient, hängt von der Region, dem Arbeitgeber und der eigenen Berufserfahrung ab. Ausführliche Infos dazu findest Du in hier:

  • Notfallsanitäter Gehalt – Was verdient ein Notfallsanitäter?

Für junge Notfallsanitäter nach der Ausbildung verdoppelt sich das Einkommen sofort, als Berufsanfänger gibt es etwa 3701,21 € wenn sie nach TVöD-P bezahlt werden. Dort werden sie in die Entgeltgruppe P 8 eingeordnet.

Entgeltgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
P 16 5240,04 € 5415,90 € 5983,76 € 6645,71 € 6937,70 €
P 15 5132,29 € 5293,23 € 5695,60 € 6177,16 € 6361,06 €
P 14 5013,53 € 5170,59 € 5563,22 € 6096,68 € 6194,02 €
P 13 4894,78 € 5047,94 € 5430,82 € 5707,28 € 5778,68 €
P 12 4657,22 € 4802,61 € 5166,04 € 5389,29 € 5493,13 €
P 11 4419,71 € 4557,30 € 4901,27 € 5129,69 € 5233,54 €
P 10 4184,40 € 4312,38 € 4675,42 € 4850,63 € 4960,96 €
P 9 3992,39 € 4184,40 € 4312,38 € 4558,59 € 4662,42 €
P 8 3701,21 € 3862,80 € 4075,58 € 4247,92 € 4488,98 €
P 7 3510,30 € 3701,21 € 3998,33 € 4149,59 € 4305,40 €
P 6 3012,49 € 3187,41 € 3363,47 € 3737,95 € 3833,41 € 4013,41 €
P 5 2907,18 € 3146,33 € 3216,62 € 3334,09 € 3422,22 € 3629,25 €

Gültig von 01.05.2026 bis 31.03.2027

Berufserfahrene Notfallsanitäter verdienen bis zu 4488,98 €brutto. Durch Weiterbildung zum betrieblichen Notfallsanitäter, Praxisanleiter, Leiter der Rettungswache oder eine Tätigkeit in der internationalen Katastrophenhilfe steigt das Notfallsanitäter Gehalt zusätzlich.

Arbeitgeber Gehalt
Öffentlich 3.701 Euro bis 4.489 Euro
Kirchlich 4.118 Euro bis 4.858 Euro
Privat 3.524 Euro bis 4.815 Euro

Notfallsanitäter/in – Stellenangebote

Im medizinischen Umfeld gibt es viele freie Stellenangebote. Hierzu zählt auch die Berufsgruppe der Notfallsanitäter. Zu den größten Jobbörsen für Notfallsanitäter gehört das Stellenportal Medi-Karriere.de – hier geht es direkt zur Suche nach Jobs als Notfallsanitäter/in.

Weitere Interessante Berufe

Auch interessant in diesem Zusammenhang die Gehälter anderer Berufe aus dem Rettungsbereich:

  • Rettungssanitäter Gehalt
  • Rettungshelfer Gehalt

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Häufige Fragen

  1. Welche Alternativen zur Notfallsanitäter-Ausbildung gibt es?
  2. Dies Ausbildungen zum Rettungssanitäter oder Rettungshelfer sind Alternativen für einen Einstieg in den Rettungsdienst. Rettungssanitäter unterstützen Ärzte und NotSan bei der Versorgung, führen jedoch keine eigenständigen medizinischen Maßnahmen aus.

  3. Welche Weiterbildungen erhöhen die Berufschancen und das Gehalt von Notfallsanitätern?
  4. Optionen zur Verbesserung der Gehalts- und Berufschancen als Notfallsanitäter sind Weiterbildungen, z. B. Praxisanleiter, Rettungswachenleiter oder betrieblicher Notfallsanitäter. Tätigkeiten in der internationalen Katastrophenhilfe oder spezifische Fortbildungen (z. B. Traumaversorgung, MANV-Management) steigern Perspektiven und Gehalt.

  5. Wie oft muss man als Notfallsanitäter zu lebensbedrohlichen Einsätzen?
  6. Ca. 90% der Einsätze von Notfallsanitätern sind nicht lebensbedrohlich und beinhalten patientenbegleitende Versorgung mit Übergabe im Krankenhaus. Lebensbedrohliche Notfälle machen nur ca. 10% aus. In jedem Fall ist jedoch höchste Konzentration und schnelles Handeln erforderlich.

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Redaktion
Florentina Blakaj
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