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praktischArzt Magazin Wie Arbeitgeber und Führungskräfte mit toxischen Mitarbeitern umgehen können

Wie Arbeitgeber und Führungskräfte mit toxischen Mitarbeitern umgehen können

Umgang Mit Toxischen Mitarbeitern
Zuletzt aktualisiert: 27.01.2025
Themen: Personalentwicklung
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Toxische Mitarbeiter können das Arbeitsumfeld stark belasten und die Produktivität sowie das Wohlbefinden anderer Mitarbeiter beeinträchtigen. Für Arbeitgeber und Führungskräfte ist es daher besonders wichtig, zu wissen, wie man effektiv mit ihnen umgeht, um die Arbeitsatmosphäre zu schützen.

10 Arten toxischer Mitarbeiter

Toxische Mitarbeiter können auf verschiedene Art und Weise in Erscheinung treten. Deren toxisches Verhalten kann oft subtil sein und ist nicht immer offensichtlich. Führungskräfte sollten daher aufmerksam sein und frühzeitig eingreifen, um die negativen Auswirkungen toxischer Mitarbeiter auf das Team zu minimieren.

Die häufigsten 10 Arten toxischer Mitarbeiter sind:

1. Nörgler

Nörgler findet immer etwas zu bemängeln und verbreiten eine negative Atmosphäre im Team. Sie kritisieren oft Entscheidungen, Prozesse oder Kollegen, ohne konstruktive Lösungen anzubieten.

2. Kontrollfreaks

Kontrollfreaks versuchen, die Kontrolle über jede Situation zu behalten und sind oft unflexibel gegenüber anderen Meinungen oder Arbeitsweisen. Sie können Mikromanagement betreiben und anderen Mitarbeitern das Gefühl geben, unter Druck gesetzt zu werden.

3. Klatschmohn-Mitarbeiter

Klatschmohn-Mitarbeiter verbreiten Gerüchte, tratschen über Kollegen oder den Chef und schüren Unruhe und Misstrauen im Team. Sie können auch vertrauliche Informationen weitergeben, was das Vertrauen und die Zusammenarbeit im Team beeinträchtigt.

4. Passiv-Aggressive

Passiv-Aggressive drücken ihre Unzufriedenheit oder Ablehnung indirekt aus, anstatt offen darüber zu sprechen. Sie können z.B. Aufgaben absichtlich verzögern, sarkastische Bemerkungen machen oder subtile Formen der Sabotage betreiben.

5. Egomanen

Egomanen setzen ihre eigenen Interessen über die des Teams und suchen ständig nach Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren oder Lob zu erhalten. Sie können andere Teammitglieder überfahren oder ihre Leistungen herunterspielen, um selbst im Mittelpunkt zu stehen.

6. Konfliktstifer

Konfliktstifter suchen aktiv nach Konflikten und provozieren andere Mitarbeiter. Sie können Streitigkeiten schüren, Teammitglieder gegeneinander ausspielen oder sogar bewusst Konflikte eskalieren lassen, um Chaos zu stiften.

7. Zyniker

Zyniker haben eine negative Einstellung gegenüber allem, seien es Projekte, Ideen oder die Unternehmenskultur allgemein. Sie äußern sich oft abfällig über die Arbeit anderer und tragen dazu bei, die Motivation im Team zu untergraben.

8. Selbstdarsteller

Selbstdarsteller konzentrieren sich hauptsächlich auf die eigene Selbstdarstellung und vernachlässigen die Zusammenarbeit im Team. Sie können andere Ideen ignorieren oder abwerten, um ihre eigenen Ideen und Vorschläge zu fördern. Oftmals sind sie mehr daran interessiert, im Rampenlicht zu stehen, als konstruktiv zum Teamerfolg beizutragen.

9. Energieräuber

Energieräuber sind Mitarbeiter, deren bloße Anwesenheit und Interaktionen Energie von anderen absaugt. Sie sind pessimistisch, uninteressiert oder ständig mürrisch, was die Stimmung im Team erheblich belasten kann. Ihre negative Ausstrahlung kann die Motivation und Produktivität anderer beeinträchtigen.

10. Vermeider

Vermeider meiden Konflikte oder schwierige Aufgaben und versuchen, Verantwortung abzuwälzen. Sie können sich weigern, an Teamprojekten teilzunehmen, Entscheidungen zu treffen oder Probleme anzugehen. Ihre Passivität kann den Fortschritt des Teams behindern und zu Frustration bei den anderen Teammitgliedern führen.

Toxisches Verhalten erkennen

Toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu erkennen, erfordert oft ein feines Gespür für subtile Hinweise und Muster. Ein erster Schritt besteht darin, auf Veränderungen in der Teamdynamik oder der individuellen Interaktionen zu achten. Dies können Anzeichen sein wie vermehrte Konflikte, ein Rückgang der Teammotivation oder eine gestörte Kommunikation.

Zu den Indikatoren toxischen Verhaltens gehört auch eine konstant negative Einstellung oder Kritik, die nicht konstruktiv ist und die Arbeitsatmosphäre belastet. Dies kann sich in Beschwerden über Kollegen, Projekte oder die Unternehmensführung äußern, ohne dass Lösungsvorschläge angeboten werden. Des Weiteren können toxische Mitarbeiter versuchen, andere zu kontrollieren, sei es durch Mikromanagement, die Ablehnung von Ideen anderer oder das Ausüben von Machtspielchen. Sie könnten auch Gerüchte verbreiten, Klatsch betreiben oder subtile Formen der Manipulation einsetzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen oder andere zu diskreditieren. Ein weiteres Alarmsignal ist die Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Verantwortung zu übernehmen oder sich konstruktiv an der Lösung von Problemen zu beteiligen. Vermeidendes Verhalten, wie das Ignorieren von Aufgaben oder die Ablehnung von Feedback, kann ebenfalls auf toxische Tendenzen hinweisen.

Umgang mit toxischem Verhalten

Hier sind 5 Möglichkeiten, wie Arbeitgeber und Führungskräfte mit toxischen Mitarbeitern umgehen können.

Umgang Mit Toxischen Mitarbeitern

1. Klare Kommunikation

Führungskräfte sollten offen und klar kommunizieren, welche Verhaltensweisen akzeptabel sind und welche nicht. Dies kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und die Erwartungen an das Verhalten im Team deutlich zu machen.

2. Grenzen setzen

Arbeitgeber und Führungskräfte müssen klare Grenzen setzen und konsequent durchsetzen, um toxisches Verhalten möglichst früh einzudämmen. Dies bedeutet, dass klare Konsequenzen für unangemessenes Verhalten festgelegt werden – und dann auch wirklich folgen.

3. Unterstützung anbieten

Manchmal kann toxisches Verhalten auch auf persönliche Probleme oder Stress zurückzuführen sein. Arbeitgeber sollten daher Unterstützung in Form von Beratung oder Coaching anbieten, um Mitarbeitern dabei zu helfen, mit ihren Herausforderungen umzugehen.

4. Teamkultur fördern

Eine positive und unterstützende Teamkultur kann dazu beitragen, toxisches Verhalten zu verhindern. Führungskräfte sollten daher Teamaktivitäten fördern, die Zusammenarbeit und Respekt fördern.

5. Einschreiten, wenn nötig

Wenn toxisches Verhalten nicht auf andere Weise korrigiert werden kann und das Arbeitsumfeld weiterhin beeinträchtigt, müssen Arbeitgeber möglicherweise härtere Maßnahmen ergreifen, wie z.B. Disziplinarmaßnahmen oder sogar die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

5 Präventionsmaßnahmen

Präventionsmaßnahmen helfen frühzeitig, um toxisches Verhalten zu minimieren und eine gesunde und produktive Arbeitsumgebung zu fördern. Sie zielen darauf ab, toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu verhindern, bevor es überhaupt auftritt oder sich weiter ausbreitet. Dazu gehören:

  • Klare Kommunikation von Unternehmenswerten und Verhaltensstandards
  • Schulungen und Sensibilisierung zu Themen wie Konfliktlösung, Teamarbeit und interpersonellen Fähigkeiten
  • Förderung einer positiven Unternehmenskultur, die auf Zusammenarbeit, Respekt und Unterstützung basiert
  • Regelmäßiges Feedback und Leistungsüberprüfungen
  • Führungskräfteentwicklung in den Bereichen Konfliktmanagement, Kommunikation und Mitarbeiterführung

Toxisches Verhalten beim Recruiting erkennen

Durch eine sorgfältige Bewertung während des Recruiting-Prozesses können potenzielle toxische Mitarbeiter frühzeitig identifiziert und die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass sie in das Team gelangen und dort negative Auswirkungen haben. Arbeitgeber sollten sich vor und während des Vorstellungsgesprächs folgende Fragen stellen:

  • Häufige Wechsel im vorherigen Arbeitsverlauf?
  • „Zurückhaltend formulierte“ Referenzen?
  • Respektloses Verhalten gegenüber früheren Arbeitgebern oder Kollegen?
  • Harsche Kritik an vorherigen Arbeitgebern oder Kollegen?
  • (Passiv-)Aggressives oder übermäßig kritisches Verhalten bzw. Kommunikationsstil?

Fazit

Es ist wichtig, toxische Anzeichen bei Mitarbeitern nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines Gesamtbildes. Toxisches Verhalten kann außerdem verschiedene Formen annehmen und sich in unterschiedlichen Situationen manifestieren. Daher ist es entscheidend, sensibel auf Veränderungen im Teamumfeld zu reagieren und frühzeitig Schritte zu unternehmen, um die negativen Auswirkungen zu minimieren. Dies kann den Einsatz von klaren Kommunikationslinien, konstruktivem Feedback und gezielten Interventionen erfordern, um das Arbeitsumfeld gesund und produktiv zu halten.

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Isabelle Konnegen
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