
Praxismarketing hilft Dir, das Profil Deiner Arztpraxis verständlich zu vermitteln und Patienten über Leistungen, Abläufe und Erreichbarkeit zu informieren. Dabei geht es nicht zwangsläufig darum, möglichst viele neue Patienten zu gewinnen. Je nach Ausgangslage können eine bessere Patientensteuerung, die Bekanntmachung bestimmter Behandlungsschwerpunkte oder die Gewinnung neuer Mitarbeiter wichtiger sein.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zu Praxismarketing in Kürze
- Praxismarketing umfasst mehr als Werbung: Es verbessert auch Patienteninformation, Praxisorganisation und Außenwirkung.
- Lege zuerst fest, welches Ziel Du erreichen möchtest und wen Du ansprechen willst.
- Eine aktuelle Website und eine gute lokale Auffindbarkeit bilden für viele Praxen die wichtigste Grundlage.
- Stimme Deine Marketingmaßnahmen auf Fachgebiet, Standort und verfügbare Kapazitäten ab.
- Ärzte dürfen sachlich über ihre Leistungen und Qualifikationen informieren.
- Anpreisende, irreführende und berufsrechtlich unzulässige vergleichende Werbung ist nicht erlaubt.
Was versteht man unter Praxismarketing?
Praxismarketing umfasst alle internen und externen Maßnahmen, mit denen Du Deine Praxis an den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppen ausrichtest. Dazu gehören die Website, Suchmaschinenoptimierung, Social Media und Informationsmaterialien ebenso wie die telefonische Erreichbarkeit, die Terminvergabe und der Umgang mit Patientenfeedback.
Werbung ist deshalb nur ein Teil des Praxismarketings. Auch verständliche Abläufe, kurze Informationswege und eine verlässliche Kommunikation prägen die Wahrnehmung Deiner Praxis.
Ein einheitlicher Auftritt kann Patienten die Orientierung erleichtern. Dazu gehören ein klar beschriebenes Leistungsspektrum, wiedererkennbare Gestaltungselemente und aktuelle Angaben zu Sprechzeiten, Anfahrt und Kontaktmöglichkeiten.
Welche Ziele kann Praxismarketing verfolgen?
Praxismarketing kann unterschiedliche Ziele unterstützen:
- die lokale Auffindbarkeit verbessern
- Patienten über Behandlungsschwerpunkte informieren
- ungeeignete Terminanfragen reduzieren
- neue Leistungen bekannt machen
- die Online-Terminvergabe stärken
- qualifizierte Mitarbeiter gewinnen
Mehr Reichweite ist jedoch nicht automatisch besser. Ist Deine Praxis bereits stark ausgelastet, solltest Du das Marketing vor allem zur gezielten Patienteninformation und Terminsteuerung nutzen.
Praxismarketing systematisch planen
Bevor konkrete Maßnahmen festgelegt werden, ist eine sorgfältige Analyse der aktuellen Situation entscheidend.
Ausgangslage analysieren
Prüfe zunächst, wie Patienten auf Deine Praxis aufmerksam werden und welche Fragen besonders häufig auftreten. Website-Zugriffe, Terminanfragen, Telefonkontakte und Rückmeldungen können Dir wichtige Hinweise geben.
Ziele und Zielgruppen festlegen
Definiere möglichst konkret, was Du erreichen möchtest. Ein Ziel könnte beispielsweise lauten, mehr geeignete Bewerbungen zu erhalten oder Patienten häufiger zur Online-Terminbuchung zu führen.
Bestimme anschließend, wen Du ansprechen willst. Je nach Ziel können das Patienten, überweisende Kollegen, Bewerber oder regionale Kooperationspartner sein.
Praxisprofil formulieren
Beschreibe sachlich, wofür Deine Praxis steht, welche Leistungen sie anbietet und welche organisatorischen Vorteile sie bietet.
Verwende Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzbezeichnungen nur, wenn Du sie rechtmäßig erworben hast. Andere Tätigkeitsschwerpunkte müssen eindeutig bezeichnet werden und dürfen nicht mit geregelten Weiterbildungsbezeichnungen verwechselt werden.
Maßnahmen auswählen und überprüfen
Wähle nur Kanäle, die zu Deinem Ziel und Deinen verfügbaren Ressourcen passen. Lege außerdem fest, wer Inhalte aktualisiert und Anfragen bearbeitet.
Überprüfe regelmäßig, ob die Maßnahmen tatsächlich wirken. Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise Terminbuchungen, Bewerbungen, lokale Suchanfragen oder die Nutzung bestimmter Informationsseiten.
Die wichtigsten Maßnahmen des Praxismarketings
Im Folgenden werden die wichtigsten Instrumente des Praxismarketings kurz vorgestellt und in ihren Grundzügen erläutert.
Praxis-Website
Deine Website sollte mindestens Informationen zu Leistungen, Sprechzeiten, Erreichbarkeit, Anfahrt und Praxisabläufen enthalten. Alle Angaben müssen aktuell und verständlich sein.
Achte außerdem auf ein vollständiges Impressum, eine passende Datenschutzerklärung und eine datenschutzkonforme Einbindung externer Dienste.
Lokale Suchmaschinenoptimierung
Viele Patienten suchen gezielt nach einer Arztpraxis in ihrer Umgebung. Deshalb sollten Praxisname, Anschrift, Telefonnummer und Öffnungszeiten auf der Website, in Kartendiensten und in Verzeichnissen übereinstimmen.
Online-Terminvergabe
Eine Online-Terminbuchung kann das Praxisteam entlasten. Beschreibe die angebotenen Terminarten so, dass Patienten den passenden Termin auswählen und bei akuten Beschwerden richtig handeln können.
Social Media
Über soziale Netzwerke kannst Du Praxisinformationen, Gesundheitsthemen oder Einblicke in den Arbeitsalltag veröffentlichen. Der Kanal lohnt sich jedoch nur, wenn Du ihn regelmäßig und professionell betreuen kannst.
Die ärztliche Schweigepflicht gilt auch in sozialen Medien. Veröffentliche keine identifizierbaren Patientendaten, Behandlungsinformationen oder Fallbeispiele ohne tragfähige rechtliche Grundlage.
Bewertungsportale
Kontrolliere die Einträge Deiner Praxis und reagiere sachlich auf Kritik. Bedanke Dich für Feedback und biete eine vertrauliche Klärung an.
Bestätige öffentlich weder das Behandlungsverhältnis noch Diagnosen, Termine oder andere Behandlungsdetails. Das gilt auch dann, wenn der Verfasser selbst über seine Behandlung berichtet hat.
Personalmarketing
Eine Karriereseite und realistische Einblicke in den Praxisalltag können die Mitarbeitergewinnung unterstützen. Informiere Bewerber konkret über Aufgaben, Arbeitszeiten, Teamstruktur und Entwicklungsmöglichkeiten.
Rechtliche Grenzen des Praxismarketings
Ärzte dürfen sachlich über ihre berufliche Tätigkeit informieren. Berufswidrig ist insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Maßgeblich ist die Berufsordnung Deiner zuständigen Landesärztekammer. Zusätzlich können unter anderem das Heilmittelwerbegesetz, das Wettbewerbsrecht, die Gebührenordnung für Ärzte und das Datenschutzrecht relevant sein.
Vermeide unbelegte Aussagen wie „beste Praxis“, „garantierter Erfolg“ oder „führende Behandlung“. Angaben zu Qualifikationen, Preisen, Behandlungsergebnissen, Siegeln und Zertifizierungen müssen wahr und nachvollziehbar sein.
Auch Preisaktionen, kostenlose ärztliche Leistungen und Werbegaben solltest Du nicht pauschal als zulässig betrachten. Die rechtliche Bewertung hängt von der Leistung, dem Gebührenrecht und der konkreten Gestaltung ab. § 7 HWG beschränkt beispielsweise Zuwendungen und Werbegaben, enthält jedoch einzelne Ausnahmen.
Bei größeren Kampagnen, Festpreisangeboten oder ungewöhnlichen Werbeformaten empfiehlt sich deshalb eine individuelle rechtliche Prüfung.
Fazit
Erfolgreiches Praxismarketing beginnt mit einem klaren Ziel. Eine aktuelle Website, korrekte lokale Einträge und verständliche Patienteninformationen bilden für viele Arztpraxen die Basis.
Wähle weitere Maßnahmen nur dann aus, wenn sie zu Deiner Zielgruppe, Deinen Kapazitäten und den verfügbaren Ressourcen passen. Achte dabei auf sachliche Aussagen, Datenschutz, Schweigepflicht und die Berufsordnung Deiner Landesärztekammer.
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Häufige Fragen zum Praxismarketing
- Was gehört zum Praxismarketing?
- Welche Praxismarketing-Maßnahmen sind besonders wichtig?
- Was ist beim Praxismarketing für Ärzte erlaubt?
- Lohnt sich Social Media für eine Arztpraxis?
Zum Praxismarketing gehören alle Maßnahmen, mit denen Du Deine Praxis positionierst, Patienten informierst und Abläufe verbesserst. Dazu zählen unter anderem die Praxis-Website, lokale Suchmaschinenoptimierung, Bewertungsmanagement, Social Media und Personalmarketing.
Zu den wichtigsten Praxismarketing-Maßnahmen gehören eine aktuelle Website, korrekte Einträge in Kartendiensten und verständliche Informationen zu Leistungen, Sprechzeiten und Terminarten. Weitere Kanäle solltest Du abhängig von Deinen Zielen und Kapazitäten auswählen.
Beim Praxismarketing für Ärzte sind sachliche und wahrheitsgemäße Informationen über Leistungen, Qualifikationen und Praxisabläufe grundsätzlich erlaubt. Anpreisende, irreführende oder berufsrechtlich unzulässige vergleichende Werbung solltest Du vermeiden.
Social Media kann sich für eine Arztpraxis lohnen, wenn Du ein klares Ziel verfolgst und den Kanal regelmäßig betreuen kannst. Dabei musst Du insbesondere Datenschutz, ärztliche Schweigepflicht und berufsrechtliche Vorgaben beachten.














