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praktischArzt Magazin Hygiene im Krankenhaus: wie richtig?

Hygiene im Krankenhaus: wie richtig?

Hygiene Im Krankenhaus
Zuletzt aktualisiert: 14.05.2025
Themen: Krankenhausmanagement
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Insbesondere in Zeiten des Corona-Virus ist die Hygiene im Krankenhaus immens wichtig. Doch welche Keime können neben dem Virus bei mangelnder Hygiene in der Klinik übertragen werden? Und wann und wie oft sollte man zu Desinfektionsmittel greifen?

Infektion mit Mikroben innerhalb der Klinik

Hygiene in der Klinik ist nicht für Ärzte relevant, sondern ebenfalls für den Schutz von Patienten entscheidend. Denn wenn die Hygiene im Krankenhaus nicht kompetent durchgesetzt wird, kann es zu gefährlichen Erkrankungen kommen.

Im Jahr 2012 existierte ein drastischer Fall, weswegen die deutsche Klinikhygiene heiß diskutiert wurde. Drei Frühgeborene verstarben in Bremen an einer Blutvergiftung. Bei ihnen konnte man einen Krankheitserreger im Blut feststellen, welcher sich zu dem Zeitpunkt in der Klinik ausgebreitet hatte.

Solche sogenannten “nosokomialen Infektionen” sind real und kommen zu häufig vor. Studien wiesen demzufolge nach, dass sich circa 3,5 % aller Patienten im Krankenhaus mit Mikroben infizieren. Dies sind allein in Berlin 25 000 Patienten pro Jahr. Hierbei kann es sich um entzündete Operationswunden, Atemwegserkrankungen, Harnwegsinfektionen, um eine Blutvergiftung oder sogar eine Sepsis handeln.

Neben anderen Kranken sind ebenfalls Besucher und das Personal verantwortlich dafür, dass die Keime in die Krankenhäuser gelangen. Im Zuge dessen können ungefährliche Mikrooorganismen für Patienten mit einem schwachen Immunsystem in einer tödlichen Gefahr enden.

Risiko der Infektion mit MRSA in einer Klinik

Besteht kein ausreichender Hygieneschutz seitens der Mediziner, können sich Patienten mit riskanten Keimen und Erregern infizieren. Schlimmstenfalls ist eine Übertragbarkeit von “multiresistenten” Bakterien möglich. Diese Bakterien sind deswegen so gefährlich, da im Zuge einer Infektion gängige Antibiotika nicht mehr greifen.

Vor allem der “Multi-Resistente-Straphylococcus-Aureus”, kurz MRSA, ist in Kliniken gefürchtet. Die Prozentzahl der Patienten eines Landes, welche den Keim MRSA in sich tragen, gibt Aufschluss über die Hygiene im Krankenhaus des jeweiligen Landes. Während Deutschland leider nicht gut abschneidet, ist beispielsweise die Niederlande Vorreiter.

Denn jeder Patient wird dort zuvor isoliert, welcher sich bereits in einer deutschen Klinik aufhielt. Dadurch kann man nachweisen, ob er die multiresistenten Bakterien in sich trägt. Neben anderen Ursachen für die MRSA-Entstehung ist jedoch der einfache Patientenkontakt durchaus entscheidend für die Übertragung. .

Falls ein Patient einen solchen Keim hat, darf keinesfalls eine Übertragung stattfinden und Patienten müssen isoliert werden. Ärzte müssen in diesem Zusammenhang einen Mundschutz, eine Haube und einen Schutzkittel tragen, um den Keim nicht zu bekommen und auf andere Patienten zu übertragen.

Dies kann selbstverständlich lästig sein, wenn man sich für jede noch so kleine Untersuchung umziehen muss. Vergleichsweise dazu scheinen die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung äußerst gering zu sein, wie im folgenden Punkt dargelegt.

Die richtige Händesdesinfektion für Hygiene im Krankenhaus

Spender für Desinfektionsmittel sowie Handschuhe befinden sich auf jeder Station, um sich selbst, Kollegen und Patienten zu schützen. In diesen Situationen muss man dementsprechend seine Hände desinfizieren:

  • vor und nach Patientenkontakt sowie nach Kontakt mit Oberflächen in direkter Umgebung des Patienten
  • vor aseptischen Tätigkeiten
  • nach einem Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien

Handschuhe sind darüber hinaus ein grundlegender und sinnvoller Schutz für Mediziner und vermindern die Keime an den Händen. Dennoch kann es vorkommen, dass die Keime durch die Handschuhe hindurch treten, weswegen vor sowie nach Handschuhgebrauch eine Händedesinfektion unvermeidlich ist.

Überdies sollten Ärzte beachten, dass weitere Instrumente ebenso Keime übertragen können. Dazu gehört das Stethoskop, welches aus diesem Grund gleichermaßen vor und nach Patientenkontakt eine regelmäßige Desinfektion benötigt.

Zudem gibt es Kampagnen wie die im Jahr 2008 gegründete Initiative “Aktion Saubere Hände”, welche maßgeblich zu einem höheren Patientenschutz beitragen. Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen geben dabei Aufschluss über die richtige Händedesinfektion.

Quellen

1. Bleib sauber! (Hygiene auf der Station), www.klinikfinder.de (Abrufdatum 18.03.2020)
2. Hygiene im Krankenhaus: Ansteckungsgefahr auf Station, www.tagesspiegel.de (Abrufdatum 18.03.2020)

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Redaktion
Janina Maier
Janina Maier
Autorin
Veröffentlicht am: 09.10.2023
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