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praktischArzt Magazin Facharztausbildung im Ausland?

Facharztausbildung im Ausland?

Facharztausbildung Ausland
Zuletzt aktualisiert: 26.09.2025
Themen: Weiterbildungsinfos
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Jährlich absolvieren etwa 10.000 junge Ärzte das Medizinstudium in Deutschland. Ein Drittel davon wandert jedoch ins Ausland ab. Im Hinblick auf den deutschen Fachkräftemangel können die in Deutschland bleibenden Ärzte keine Abhilfe schaffen. Lohnt sich die Facharztausbildung im Ausland wirklich? Und was muss man in den verschiedenen Ländern beachten? Wir haben einen Überblick zusammengestellt.

Facharztausbildung im Ausland: nur positive Erwartungen

Viele junge Ärzte erhoffen sich, im Ausland eine bessere Facharztweiterbildung zu absolvieren. Demnach verleitet das Ausland mit festgelegten Arbeitszeiten und keinen strengen Hierarchien.

Außerdem gehen viele Mediziner von einem besseren Gehalt aus. Darüber hinaus hegen viele junge Ärzte die Hoffnung, der soziale Einstieg in die Kultur des Landes würde reibungslos verlaufen. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung bei der Wohnungssuche, allumfassende Kinderbetreuung und das Lernen der landeseigenen Sprache. Dabei sollen Arbeitgeber im Ausland behilflich sein. Zumindest denken das junge Mediziner.

Aber: die Zulassungsbedingungen für Ärzte unterscheiden sich von Land zu Land. Dazu kommt, dass das deutsche Examen nicht überall gleich anerkannt wird.

Welche Auswanderungsländer bei deutschen Ärzten am beliebtesten sind, und welche bürokratischen Hürden zu nehmen sind, kannst Du hier sehen:

  • Arzt im Ausland – Arbeiten in EU, Schweiz und Drittländern

Facharztausbildung innerhalb der EU

Seit dem Beschluss der Europäischen Union, die Abschlüsse gegenseitig anzuerkennen, scheint es grenzenlose Arbeitsperspektiven zu geben.

Im Folgenden wird die Facharztausbildung in verschiedenen Ländern beleuchtet.

Österreich

Obwohl Österreich als Reiseziel verlockend erscheint, ist die Facharztausbildung genauso anspruchsvoll wie in Deutschland.

Zuerst muss nach dem Studium eine Basisausbildung absolviert werden, die sogenannte “common trunk”. Dies gilt sowohl für österreichische, als auch für deutsche Medizinabsolventen. Das Ziel der Basisausbildung ist die Bewältigung des Stationsalltags und das richtige Handeln in Notsituationen. Auch die Betreuung eines Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung wird erlernt.

Anschließend gibt es die Sonderfach-Grundausbildung (SFG). Es folgt die Sonderfach-Schwerpunktausbildung (SFS). Bei beiden Ausbildungen variiert die Dauer je nach gewähltem Fach. Das hängt bei der Schwerpunktausbildung beispielsweise mit den unterschiedlich lang dauernden Modulen zusammen.

Ähnlich wie in Deutschland beträgt die Dauer der gesamten Facharztweiterbildung 72 Monate. Es ist für Deutsche des Weiteren mit größerer Mühe verbunden, einen Platz zu erhalten. Bessere Chancen erhält man durch die regionale Herkunft, die Parteizugehörigkeit sowie durch eine möglichst lange und unbezahlte Tätigkeit als Gastarzt.

Schweden

Obwohl es den skandinavischen Länder überwiegend an Allgemeinmedizinern fehlt, sind Facharztweiterbildungen selbstverständlich möglich. Das abgeschlossene Medizinstudium ist für schwedische Absolventen mit einer 18-monatigen Phase als “Arzt im Praktikum” verknüpft. Danach erfolgt eine Teilapprobation.

Deutsche Bewerber müssen diese Phase nicht zwingend durchlaufen. Hierfür müssen sie eine Vollapprobation beim Zentralamt für das Gesundheits- und Sozialwesen beantragen. Dadurch können sie direkt die schwedische Facharztweiterbildung beginnen.

Die Bewerbung ist lediglich an die Provinzlandtage adressiert, die als Krankenhausträger dienen. Eine Problematik liegt in Schweden darin, dass Facharztausbildungen in urbanen Regionen schwieriger zu bekommen sind. Ein befristeter Job als Gast- oder Vertretungsarzt gibt hingegen Pluspunkte, da dies später auf die Weiterbildung angerechnet wird.

Auch wenn die Stellen in ländlichen Regionen ebenso rar sind, ist die Anzahl der Bewerber gering. Aufgrund dessen lohnt sich eine Bewerbung in ländlichen Regionen.

Spanien

Wie in den anderen europäischen Mitgliedsstaaten erkennt Spanien ebenfalls das medizinische Staatsexamen Deutschlands an. Es muss, dessen ungeachtet, vor der Facharztweiterbildung für spanische und europäische Absolventen eine spanische Zulassungsprüfung (MIR: medico interna residente) realisiert werden.

Einmal im Jahr entwirft das spanische Gesundheitsministerium auf nationaler Ebene 250 Multiple-Choice-Fragen. Das Ergebnis entscheidet über das Fachgebiet sowie den Ort der darauffolgenden Ausbildung.

Wird nur ein mäßiges Resultat erzielt, kann man als Bewerber schnell in einem ungewünschten Fach in der spanischen Provinz landen. Dabei bleiben individuelle Präferenzen oder soziale Bindungen unberücksichtigt. Diejenigen ohne Stelle müssen die Prüfung erneut ablegen.

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Facharztausbildung außerhalb der EU

Großbritannien

Seit dem Brexit Im Jahr 2020 fand eine Umstrukturierung des Medizinstudiums statt. Ab diesem Zeitpunkt läuft das Studium sieben Jahre. Damit verbunden ist eine zweijährige, rotierende klinische Tätigkeit im Foundation Programme. Dies dürfen lediglich britische Staatsbürger durchführen. Deutsche Mediziner müssen deswegen ähnliches Wissen und Ausbildungszeiten mitbringen. Daraus resultiert, dass ein direkter Einstieg nach dem Medizinstudium in Deutschland trotz Anerkennung noch nicht möglich ist.

Die Bewerbung erfolgt zentral im Internet. Allerdings ist nicht jedes Krankenhaus in Großbritannien weiterbildungsermächtigt. Eine Tätigkeit als “Carreer Post” wird beispielsweise nicht als Ausbildungsphase anerkannt. Darüber hinaus bezeichnet ein “Run-through training” eine Stelle mit voller Weiterbildungsqualität. Eine Tätigkeit mit befristeter Weiterbildungsqualität nennt sich “Fixed-term specialist training”.

Diesbezüglich muss man aufpassen, wenn man eine Rückkehr nach Deutschland anstrebt. Denn es werden nur Weiterbildungsabschnitte auf solchen Stellen angerechnet, die auch Großbritannien im Rahmen der Facharztausbildung akzeptiert.

Norwegen

Durch die enge Kopplung mit dem europäischen Wirtschaftsraum wird das deutsche Examen akzeptiert. Die dazugehörige Vollapprobation allerdings nicht. Mithilfe eines Praktikums (cand. med. Phase) müssen Mediziner diese neu erwerben.

In 18 Monaten durchläuft man Chirurgie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin erneut. Möchte man dieses Praktikum umgehen, sind zwei Jahre Arzterfahrung Voraussetzung für eine Beantragung der norwegischen Vollapprobation.

Schweiz

Deutsche Examen werden glücklicherweise in der Schweiz ebenfalls anerkannt. Somit werden alle europäischen Mediziner nach formaler Bestätigung durch die Schweizer Medizinalberufekommision (MEBEKO) in den Arbeitsmarkt eingebunden.

Die Bewerbung kann man direkt an das Spital seines Wunsches richten. Krankenhäuser sind in Verbünden zusammengeschlossen, da die Arbeitsverträge in der Weiterbildungszeit auf ein Jahr befristet sind. Infolgedessen ist eine Rotation möglich.

Man muss sein Augenmerk jedoch darauf richten, dass man in Häusern der Kategorien A und B tätig ist. Während Universitätskliniken zu Kategorie A zählen, gehören Kantonskrankenhäuser zu Kategorie B.

Ein weiterer Vorteil in der Schweiz ist, dass drei Jahre Assistenzarzt-Erfahrung in dem Titel “praktischer Arzt” münden. In Deutschland ist dieser mit dem Titel “Facharzt für Allgemeinmedizin” gleichzusetzen.

Nichtsdestotrotz existieren in der Schweiz höhere Ansprüche an die Sprachkenntnisse. Abhängig vom Kanton muss man demnach zusätzlich gut italienisch oder französisch sprechen können.

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Redaktion
Janina Maier
Janina Maier
Autorin
Veröffentlicht am: 25.12.2023
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