
Der Beruf als Arzt zählt zu einer der bestbezahlten Berufsgruppe. Dabei richtet sich der monatliche Verdienst nach abgeschlossener Facharztausbildung auch nach der jeweiligen Fachrichtung – und fällt sehr unterschiedlich aus. Mehr dazu im folgenden Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- In der Assistenzarztzeit unterscheidet das Gehalt tariflich nicht nach Fachrichtung – entscheidend sind Tarifvertrag und Berufserfahrung.
- Einstiegsgehälter als Assistenzarzt liegen je nach Träger zwischen ca. 5.580 und 5.900 Euro brutto im Monat und steigen auf über 7.300 Euro nach einigen Jahren.
- Nach abgeschlossener Facharztausbildung hängt das Einkommen stark von der Fachrichtung (wenn man nicht tariflich bezahlt wird) und der Niederlassung in eigener Praxis ab.
- Besonders hohe Reinerträge erzielen niedergelassene Ärzte in Radiologie, Augenheilkunde, Orthopädie und Urologie.
Tarifverträge unterscheiden beim Gehalt nicht nach medizinischen Fachrichtungen
Das monatliche Gehalt eines Assistenzarztes orientiert sich an den jeweiligen Tarifverträgen für Ärzte und dessen fest geregelten Stufen und ist nicht von der Wahl der Facharztrichtung abhängig.
Ein Wechsel des Krankenhauses oder der Fachrichtung hat während der Assistenzarztzeit, auch Zeit in Weiterbildung genannt, dementsprechend wenig Einfluss auf den Verdienst. Das Einstiegsgehalt in kommunalen Krankenhäusern beträgt im ersten Jahr 5.722,05 € brutto und steigt mit der Anzahl der ärztlichen Berufserfahrung. Nach sechs Jahren verdienen Assistenzärzte monatlich 7.355,29 € brutto. Sofern ein Angestelltenverhältnis nicht in einem kommunalen Krankenhaus besteht, kann der monatliche Verdienst variieren:
| Kliniken | Einstiegsgehalt als Assistenzarzt |
| Kommunales Klinikum | 5.722,05 € |
| Universitätskliniken | 5.792,90 € |
| Helios Kliniken | 5.842,13 € |
| Helios (ehem. Rhön) Kliniken | 5.792,29 € |
| Rhön Kliniken | 5.624 € |
| Asklepios Kliniken | 5.735 € |
| Sana Kliniken | 5.672 € |
| KMG Kliniken | 5.579,47 € |
| Caritas Kliniken | 5.722,05 € |
| Diakonie Kliniken | 5.900,31 € |
Arztgehälter nach abgeschlossener Facharztausbildung
Mit dem Erwerb des Facharzttitels nach erfolgreich bestandener Prüfung vor der Ärztekammer steigt das Gehalt und bietet in Bezug auf das Gehalt Verhandlungsspielraum. Besonders lukrativ ist es, als angestellter Facharzt ambulant – idealerweise in einem MVZ – zu arbeiten. Macht sich ein Arzt selbstständig, hängt der monatliche Verdienst von der gewählten Fachrichtung ab.
Im Folgenden werden die am besten bezahlten Fachrichtungen (Durchschnittswerte) aufgelistet:
| Fachrichtung | Reinertrag |
| Allgemeinmedizin | 271.000 € |
| Innere Medizin | 333.000 € |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 208.000 € |
| Kinder- und Jugendmedizin | 277.000 € |
| Augenheilkunde | 561.000 € |
| Hals-Nasen-Ohrenheilkunde | 311.000 € |
| Orthopädie | 342.000 € |
| Chirurgie, MKG, Neurochirurgie | 286.000 € |
| Haut- und Geschlechtskrankheiten | 335.000 € |
| Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie | 1.187.000 € |
| Neurologie | 216.000 € |
| Urologie | 365.000 € |
Quelle: Statistisches Bundesamt
Da Durchschnittswerte durch Ausreißer nach oben und unten ein verzerrtes Bild abgeben können, hier die Medianwerte:
| Fachgebiet | Einnahmen je Praxis (Median) | Aufwendungen je Praxis (Median) | Reinertrag je Praxis (Median) |
|---|---|---|---|
| Allgemeinmedizin | 490.000 € | 234.000 € | 218.000 € |
| Innere Medizin | 494.000 € | 238.000 € | 224.000 € |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 392.000 € | 203.000 € | 176.000 € |
| Kinder- und Jugendmedizin | 506.000 € | 252.000 € | 249.000 € |
| Augenheilkunde | 567.000 € | 247.000 € | 302.000 € |
| Hals-Nasen-Ohrenheilkunde | 474.000 € | 241.000 € | 253.000 € |
| Orthopädie und Unfallchirurgie | 570.000 € | 315.000 € | 219.000 € |
| Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie | 508.000 € | 312.000 € | 197.000 € |
| Haut- und Geschlechtskrankheiten | 525.000 € | 280.000 € | 235.000 € |
| Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie | 2.333.000 € | 1.333.000 € | 830.000 € |
| Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie | 315.000 € | 117.000 € | 178.000 € |
| Urologie | 528.000 € | 269.000 € | 270.000 € |
Der Reineintrag entspricht der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben der Praxis, unter anderem auch für Personalkosten. Nicht berücksichtigt werden hierbei die Kredite, die Ärzte für die Übernahme einer Praxis abbezahlen, sowie die Sozialabgaben für den Praxisinhaber. Der Reinertrag entspricht in etwa dem Bruttoeinkommen.
Weitere Einflussfaktoren auf das Gehalt
Nicht nur die Fachrichtung entscheidet darüber, wieviel man als Facharzt verdient. Weitere Einflussfaktoren, die über die Höhe des künftigen Einkommens entscheiden, sind das Alter und die eigene Berufserfahrung. Sofern keine Tarifregelung festgelegt ist, gibt es tatsächlich immer noch Unterschiede nach Geschlechtern: Fachärztinnen verdienen, gehaltsvergleich.com zufolge, rund 900 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen.
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Häufige Fragen zu Arztgehalt nach Fachrichtungen
- Unterscheidet sich das Gehalt von Assistenzärzten je nach Fachrichtung?
- Welche Fachrichtungen gehören zu den bestbezahlten in der Niederlassung?
- Welche weiteren Faktoren beeinflussen das Arzt-Gehalt neben der Fachrichtung?
Während der Weiterbildungszeit ist das Assistenzarzt-Gehalt tariflich geregelt und unabhängig von der gewählten Facharztrichtung; ausschlaggebend sind Tarifvertrag und Erfahrungsstufe.
Zu den einkommensstärksten Fachgebieten mit hohen Praxis-Reinerträgen zählen insbesondere Radiologie/Nuklearmedizin/Strahlentherapie, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie sowie weitere operative und technisch geprägte Disziplinen.
Wesentliche Einflussgrößen sind Berufserfahrung, Alter, Art der Tätigkeit (Klinik vs. Praxis/MVZ), Tarifbindung und bei nicht tariflicher Bezahlung auch das Geschlecht, da Fachärztinnen im Durchschnitt etwa 900 Euro brutto pro Monat weniger verdienen als Fachärzte.













