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praktischArzt Magazin Als Arzt im Gesundheitsamt arbeiten

Als Arzt im Gesundheitsamt arbeiten

Als Arzt Im Gesundheitsamt Arbeiten
Zuletzt aktualisiert: 20.11.2025
Themen: Öffentlicher Dienst
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Immer weniger Ärztinnen und Ärzte gehen der Tätigkeit in den rund 400 deutschen Gesundheitsämtern nach, dabei sind die Aussichten auf familienfreundliche Arbeitszeiten verglichen mit der Schichtarbeit in Kliniken allemal verlockend. Doch welchen Aufgaben gehen Ärzte im Gesundheitsamt nach und wie stark unterscheidet sich das Gehalt, verglichen mit der Vergütung in deutschen Kliniken?

Welche Aufgaben haben Gesundheitsämter?

Das Gesundheitsamt ist als lokal tätige Behörde Teil des öffentlichen Gesundheitsdienstes, welche für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung vor Ort zuständig ist. Gesundheitsämter sind dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt und müssen den Anweisungen der übergeordneten Behörden folgen. Derzeit sind in Deutschland rund 400 Gesundheitsämter zu verzeichnen, dessen Aufgabe vor allem darin besteht, die hygienischen Zustände in Einrichtungen der jeweiligen Kommune wie Schulen, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Gaststätten, oder auch Arztpraxen zu überwachen. Auch die Beratung und Aufklärung von Betroffenen zu Krankheiten wie Aids oder dem Ablauf eines Schwangerschaftsabbruchs zählen zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes.

Des Weiteren steht es in der behördlichen Pflicht, die Bürger über Epidemien wie Masern oder Grippe zu informieren. Neben dem Führen von Gesundheitskonferenzen, bei denen die aktuelle gesundheitliche Situation der Kommune von Experten fachgerecht eingeschätzt wird, fällt auch die Beratung und Hilfe psychisch kranker und suchtgefährdeter Menschen, sowie die generelle Präventionsarbeit, unter den Aufgabenbereich des Gesundheitsamtes. Zu guter Letzt bleibt auch das Gesundheitsamt nicht verschont von behördliche Verwaltungsarbeiten, wie dem Ausstellen von Gesundheitszeugnissen. Die Aufgaben des Gesundheitsamtes können von Bundesland zu Bundesland in ihren Schwerpunkten differieren und werden in der Regel von den verschiedenen Fachabteilungen wie dem Amtsärztlichen Dienst, dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst, dem Sozialpsychiatrischer Dienst, sowie der Umweltmedizin und vielen weiteren durchgeführt.

Welche Ärzte können im Gesundheitsamt tätig werden?

Derzeit sind laut dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) rund 2.500 Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst tätig, davon wiederum nur ein Teil in den Gesundheitsämtern. Grundsätzlich stehen die Türen zum Gesundheitsamt für Mediziner aus allen Fachrichtungen offen, die für den öffentlichen Gesundheitsschutz relevant sind. Dies sind vor allem Fachärzte für öffentliches Gesundheitswesen, welche meist die ärztliche Leitung des Gesundheitsamtes übernehmen und die Behörde nach außen hin vertreten. Allerdings sind die Gesundheitsämter auch händeringend auf der Suche nach qualifizierten Allgemeinmedizinern, Kinder- und Jugendärzten, Psychologen, Zahnärzten, sowie Gynäkologen und Fachärzten für Hygiene und Umweltmedizin. Denn bedingt durch den Demografischen Wandel suchen viele Gesundheitsämter in der Bundesrepublik nach neuem Medizinernachwuchs.

Viele offene Stellen kann man bundesweit bereits nicht mehr besetzen, denn rund die Hälfte der im Gesundheitsamt tätigen Fachärzte sind älter als 50 Jahre und verabschieden sich somit in naher Zukunft in den Ruhestand. Junge Ärzte dürfen sich also auf rosige Berufsaussichten im Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes freuen. Neben Fachärzten sind jedoch vor allem Verwaltungsfachangestellte im Gesundheitsamt tätig. Auch Fachkräfte auch anderen medizinischen Bereichen wie der Logopädie, Sozialpädagogie, sowie Pflegefachkräfte, Hygiene- und Lebensmittelkontrolleure oder auch Gesundheitsingenieure können im Gesundheitsamt Anstellung finden. Die Tätigkeit als Psychologe im sozialpsychiatrischen Dienst, beinhaltet vor allem die Hilfe und Beratung psychisch kranker und suchtgefährdeter Menschen.

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Wie wird man Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen?

Die Arbeit als Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen stellt aufgrund der guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine äußerst attraktive Alternative zum Klinikalltag dar, denn den Fachärzten für öffentliches Gesundheitswesen kommt eine bedeutende Rolle im Rahmen der Tätigkeit beim Gesundheitsamt zu. Die Umgangssprachlich auch als Amtsärzte bezeichneten Fachkräfte, haben oftmals die Leitung des jeweiligen Gesundheitsamtes inne und vertreten die Behörde in der Öffentlichkeit. Wer sich nach erfolgreich abgeschlossenem Medizinstudium für eine Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen entscheidet, durchläuft sowohl eine praktische als auch theoretische Ausbildung, welche rund 60 Monate andauert.

Davon müssen die angehenden Amtsärzte 24 Monate in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens (12 Monate in einem Gesundheitsamt), 24 Monate in anderen Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung und 6 Monate im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie ableisten. Dabei eignen sich die Teilnehmer der Weiterbildung zum Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen Kenntnisse über die öffentliche Gesundheitssicherung und Gesundheitsverwaltung, sowie der Erstellung von amtlichen/amtsärztlichen Gutachten und der Sicherstellung von Gesundheitshilfen für besondere Bevölkerungsgruppen an.

Auch die Analyse und Bewertung von Gesundheitsbeeinträchtigungen und -gefahren, sowie das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung oder die Erstellung amtsärztlicher und anderer Gutachten nach unterschiedlichen Rechtsgrundlagen und vieles mehr, zählt zu den Lerninhalten der Weiterbildung, welche mit einer Facharztprüfung vor der zuständigen Landesärztekammer beendet wird.

Aufgaben eines Arztes im Gesundheitsamt

In den meisten Fällen variieren die Aufgabenbereiche eines jeden Gesundheitsamtes und der tätigen Ärzte entsprechend des jeweiligen Landesgesundheitsgesetzes. Bestimmte Kernaufgaben wie die des amtsärztlichen Dienstes bleiben jedoch weitestgehend immer bestehen. Neben der Leitung des Gesundheitsamtes, ist dieser vor allem für die Begutachtung von Einzelpersonen zuständig. So beurteilt der Amtsarzt beispielsweise, ob eine Person erwerbsfähig/dienstfähig ist, ob sie aus gesundheitlichen Gründen berechtigt ist bestimmte Sozialleistungen zu beantragen, oder ob sie in der Lage ist eine Prüfung abzulegen. Auch Blutentnahmen bei Drogendelikten oder Vaterschaftstests und viele weitere Aufgaben, fallen in den Zuständigkeitsbereich des Facharztes für öffentliches Gesundheitswesen. Geht ein Arzt dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst beim Gesundheitsamt nach, so gehört vor allem die ärztliche Hilfe für Kinder mit Behinderung oder chronischer Krankheit, sowie die Untersuchung von Kindern vor dem Eintritt in den Kindergarten bzw. vor der Einschulung und die Begutachtungen in Hinblick auf sonderpädagogischen Förderbedarf zu den typischen Aufgabenbereichen.

In manchen Bundesländern gibt es zusätzlich noch einen Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst. Wird der Tätigkeit im Bereich Hygiene und Umweltmedizin nachgegangen, so spielt vor allem die Überwachung von Orten des öffentlichen Raumes wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder oder Spielplätze, welche von vielen Menschen genutzt werden, eine zentrale Rolle. Auch die Überwachung der Trinkwasserqualität, sowie die Kontrolle von Badegewässern, kann in vielen Gesundheitsämtern zu den Aufgabenbereichen der Hygiene und Umweltmedizin zählen.

Dann gibt es auch eine Medizinalstatistik: Wir müssen wissen, wer in der Stadt in Medizinberufen tätig ist. Das ist auch wichtig für eine mögliche Katastrophen-Planung. Das ist nächste Stichwort: Wir haben eine große Rolle in Katastrophen und Pandemiegeschehen.

Gehalt als Arzt im Gesundheitsamt

Wie auch andere Branchen, so hat der öffentliche Gesundheitsdient seit geraumer Zeit stark damit zu kämpfen, geeignete Fachkräfte zu finden. Denn obwohl die Tätigkeit im Gesundheitsamt mit Sicherheit und familienfreundlichen Arbeitszeiten punktet, sind die Zahlen der im öffentlichen Gesundheitswesen tätigen Ärzte, seit einigen Jahren rückläufig. So sanken die Zahlen im Zeitraum von 1995 bis 2014 von 3.830 im öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärzten auf lediglich 2.528. Dies lässt sich vor allem auf den, verglichen mit Klinikgehältern, geringfügigen Verdienst zurückführen. So werden im öffentlichen Gesundheitsdienst tätige Ärzte seit 2005 nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) mit dem besonderen Teil Verwaltung vergütet, welcher unter anderem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Gesundheitsämtern abschließend regelt. In Gesundheitsämtern tätig Ärzte sind der Entgeltgruppe 14 und 15 zugeordnet und befinden sich somit an der Spitze der im TVöD geregelten Vergütungen.

Das Jahresgehalt eines im öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Arztes beläuft sich somit auf mindestens 59.627,12 Euro (EG 14, Stufe 1) und höchstens 92.051,58 Euro (EG 15, Stufe 6). Dabei werden Ärzte mit Personalverantwortung der Entgeltgruppe 15 zugeordnet. Ärzte ohne Personalverantwortung sind in der Entgeltgruppe 14 eingruppiert. Wobei die kommunalen Arbeitgeber die Möglichkeit haben, den Ärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst Zulagen von bis zu 1.000 Euro zu zahlen. In Hessen tätige Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes verdienen in der ersten Gehaltsstufe somit durchschnittlich rund 1.000 weniger im Monat, als ein gleich qualifizierter Krankenhausarzt. Bei Oberärzten fällt die Differenz mit rund 2.500 Euro noch mehr ins Gewicht.

Praxis-Interview

Dr. rer. med. Florian Brandt, M.Sc. beschäftigt sich als Health Innovation Manager bei der IKK Südwest mit der Entwicklung, Umsetzung und Bewertung neuartiger Ansätze zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Im Interview mit praktischArzt stellt er seinen Arbeitsbereich vor.

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Veröffentlicht am: 24.01.2023
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