
Ketone im Urin sind das Ergebnis “nicht verwendeter” Ketonkörper. Diese chemischen Verbindungen entstehen, wenn dem Körper im Rahmen der Energiebereitstellung nicht ausreichend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Alternativ werden dann überwiegend in der Leber Fette verstoffwechselt, wobei Ketonkörper ins Blut abgegeben werden und dem Gehirn, der Muskulatur und allen anderen Organen als Energiequelle dienen. Die Ausscheidung überschüssiger Ketonkörpern erfolgt über den Urin.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze:
- Ursächlich für die Entstehung von Ketonen: z.B. kohlenhydratarme Diäten (Low-Carb Diäten), Infektionen, andauerndes Schwangerschaftserbrechen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Prinzipiell ist die Energiegewinnung durch Verstoffwechselung von Fetten unkritisch. Wenn im Körper jedoch besonders hohe Mengen an Ketonkörpern anfallen – wovon insbesondere Diabetiker/innen betroffen sein können – kann dies in der Folge eine sogenannte diabetische Ketoazidose bedingen, die einen medizinischen Notfall darstellt.
Ursachen für Ketone im Urin
Die folgenden Ursachen können das erhöhte Auftreten von Ketonen im Urin (Ketonurie) bedingen:
Diabetes
Beim Diabetes mellitus fehlt dem Körper Insulin, sodass aufgenommene Glucose nicht verstoffwechselt werden kann. Um die Energieversorgung des Körpers zu gewährleisten, werden zur Kompensation Fette abgebaut, wobei Ketonkörper entstehen.
Kohlenhydratarme Diäten
Menschen, die eine kohlenhydratarme Diät (Low Carb) machen, nehmen in der Regel ausgleichsweise mehr Proteine und Fette zu sich. Die Verstoffwechselung der Nahrungsfette und der im Rahmen der Diät mobilisierten Fettreserven führt zu einem vermehrten Auftreten von Ketonen.
Fieber
Bestimmte Infektionen führen dazu, dass der Körper mit Fieber reagiert. Die erhöhte Körpertemperatur sorgt dafür, dass das Immunsystem und die Stoffwechselprozesse effektiver arbeiten können, um so die Krankheitserreger besser bekämpfen zu können. Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs kann es sein, dass im Rahmen von fiebrigen Infekten Ketonkörper aufgrund des zusätzlich angekurbelten Fettstoffwechsels entstehen und entsprechend nachweisbar sind.
Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft kann es einerseits natürlicherweise zu einem moderaten Anstieg von Ketonen im Urin kommen. Daneben kann auch eine übermäßige Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) und das damit verbundene ständige Erbrechen dazu führen, dass die betroffenen Frauen nicht ausreichend Energie zu sich nehmen und der Körper die Energie aus Ketonkörpern beziehen muss.
Nachweis einer Ketonurie
Zum Nachweis einer Ketonurie wird der Urin mittels Teststreifen untersucht. Zeigt der Teststreifen keine Verfärbung, liegen im Urin auch keine Ketonkörper vor. Verfärbt sich die Testfläche rosa bis violett, so besteht eine Ketonurie. Je dunkler sich der Teststreifen verfärbt desto höher ist der im Urin enthaltene Anteil an Ketonkörpern.
Ketone im Urin – Normwerte
Bei Menschen, die sich gesund und ausgewogen ernähren und keine Vorerkrankungen aufweisen, liegt die Konzentration von Ketonen im Urin physiologischerweise bei maximal bis 0,5 mmol/l.
Eine kohlenhydratarme bzw. -freie Diät hat möglicherweise erhöhte Werte bis 3 mmol/l zur Folge.
Werte von über 3 mmol/l sollten immer zur Überprüfung einer diabetischen Ketoazidose führen.
Diabetische Ketoazidose
Bei der diabetischen Ketoazidose – einer schwerwiegenden Komplikation eines Diabetes mellitus Typ I – kommt es aufgrund eines Mangels an Insulin zu einem stark erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) aufgrund des eingeschränkten beziehungsweise fehlenden Glucosestoffwechsels. Da der Körper die benötigte Energie in der Folge alternativ aus Fetten beziehen muss, entstehen mengenmäßig so viele Ketonkörper, dass gleichzeitig auch eine Hyperketonämie besteht, die eine Übersäuerung des Körpers bedingt.
Symptome
Die diabetische Ketoazidose geht üblicherweise mit den folgenden Symptomen einher:
- starkes Durstgefühl
- Bauchschmerzen
- Übelkeit und/oder Erbrechen
- trockene Haut und/oder Schleimhäute
- Bewusstseinseintrübung
- nach Aceton riechende Atemluft
Die Behandlung einer diabetischen Ketoazidose umfasst üblicherweise intravenösen Flüssigkeitsausgleich und die intravenöses Gabe von Insulin. Sie kann unbehandelt zu Koma und Tod führen.
Laboruntersuchungen Urin
- Deutsche Diabeteshilfe, Ketone, Ketonkörper, https://www.diabetesde.org/... (Abrufdatum: 14.12.2023)
- Barmer, Die Keto-Diät: Wirklich gut zum abnehmen oder nur ein Trend?, https://www.barmer.de/... (Abrufdatum: 14.12.2023)
- MSD Manual, Hyperemesis Gravidarum, https://www.msdmanuals.com/... (Abrufdatum: 14.12.2023)
- Spektrum.de, Hungerketonämie, https://www.spektrum.de/... (Abrufdatum: 14.12.2023)

