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praktischArzt Krankheiten Pankreatitis

Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): Symptome, Ursachen und Behandlung

Pankreatitis
Zuletzt aktualisiert: 14.08.2026
Themen: Krankheitsbild, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
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Eine Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Die akute Pankreatitis beginnt meist plötzlich mit starken, anhaltenden Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen können. Häufige Ursachen der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Gallensteine und hoher Alkoholkonsum. Da die Erkrankung zu Kreislaufproblemen, Organversagen oder anderen schweren Komplikationen führen kann, wird sie in der Regel im Krankenhaus behandelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Pankreatitis?
  2. Akute und chronische Pankreatitis: Was ist der Unterschied?
  3. Welche Symptome verursacht eine akute Pankreatitis?
  4. Welche Ursachen hat eine Pankreatitis?
  5. Wie wird eine akute Pankreatitis diagnostiziert?
  6. Welche Schweregrade und Komplikationen gibt es?
  7. Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?
  8. Wie lange dauert eine akute Pankreatitis?
  9. Wie gefährlich ist eine Pankreatitis?
  10. Nachsorge nach einer akuten Pankreatitis
  11. Wie lässt sich einer Pankreatitis vorbeugen?

Das Wichtigste zu Pankreatitis in Kürze

  • Eine Pankreatitis kann akut auftreten oder chronisch verlaufen. Die akute Form beginnt plötzlich, die chronische Form führt zu einem fortschreitenden Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse.
  • Typisch für eine akute Pankreatitis sind starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, die häufig gürtelförmig in den Rücken ausstrahlen.
  • Plötzlich auftretende starke Oberbauchschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Kreislaufproblemen müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden.
  • Gallensteine und hoher Alkoholkonsum gehören zu den häufigsten Ursachen. Weitere mögliche Auslöser sind stark erhöhte Triglyzeride, bestimmte Medikamente und ein erhöhter Kalziumspiegel.
  • Für die Diagnose müssen in der Regel mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sein: typische Schmerzen, deutlich erhöhte Pankreasenzyme oder typische Befunde in der Bildgebung.
  • Etwa 80 Prozent der akuten Pankreatitiden verlaufen mild. Schwere Verläufe mit anhaltendem Organversagen oder infizierten Nekrosen können jedoch lebensbedrohlich sein.

Was ist eine Pankreatitis?

Die Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreas genannt, liegt im Oberbauch hinter dem Magen. Sie produziert Verdauungsenzyme sowie Hormone wie Insulin und Glukagon. Die Verdauungsenzyme gelangen normalerweise über den Pankreasgang in den Zwölffingerdarm und werden dort aktiv.

Bei einer akuten Pankreatitis spielen die vorzeitige Aktivierung von Verdauungsenzymen innerhalb der Bauchspeicheldrüse und eine fehlgeleitete Entzündungsreaktion eine zentrale Rolle. Dadurch kann das Drüsengewebe geschädigt werden. Die Entzündungsreaktion kann auf das Organ begrenzt bleiben oder den gesamten Körper belasten. Die Erkrankung kann vollständig ausheilen, bei schweren Verläufen aber auch Nekrosen und Organversagen verursachen.

Akute Pankreatitis Grafik PA

Akute und chronische Pankreatitis: Was ist der Unterschied?

Akute und chronische Pankreatitis sind unterschiedliche Krankheitsbilder. Der folgende Beitrag konzentriert sich auf die akute Pankreatitis, ordnet die chronische Form aber zur Abgrenzung ein.

Merkmal Akute Pankreatitis Chronische Pankreatitis
Beginn plötzlich wiederkehrend oder schleichend
Typische Beschwerden starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen wiederkehrende Schmerzen, Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust
Gewebeveränderung häufig vorübergehend und vollständig rückbildungsfähig dauerhafter Umbau und fortschreitender Funktionsverlust
Mögliche Folgen Flüssigkeitsansammlungen, Nekrosen, Organversagen exokrine Pankreasinsuffizienz, Fettstuhl, Mangelernährung, Diabetes
Behandlung stationäre Akutbehandlung und Behandlung der Ursache langfristige Behandlung der Ursache, Schmerzen und Funktionsstörungen

Bei einer chronischen Pankreatitis wird funktionsfähiges Drüsengewebe zunehmend durch Bindegewebe ersetzt. Dadurch können sowohl die Produktion der Verdauungsenzyme als auch die Regulation des Blutzuckers dauerhaft beeinträchtigt werden.

Welche Symptome verursacht eine akute Pankreatitis?

Das wichtigste Symptom der akuten Pankreatitis ist ein plötzlich einsetzender, starker und meist anhaltender Schmerz im Oberbauch. Er kann gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen. Manche Patienten nehmen eine vorgebeugte Haltung ein, weil dies die Beschwerden etwas lindert.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Übelkeit und wiederholtes Erbrechen
  • ein aufgeblähter und druckempfindlicher Bauch
  • Fieber
  • beschleunigter Puls
  • niedriger Blutdruck, Schwindel oder ausgeprägte Schwäche
  • Gelbfärbung der Haut und Augen bei einem Verschluss der Gallenwege
  • selten bläuliche Hautverfärbungen um den Bauchnabel oder an den Flanken bei einem schweren Verlauf

Die Beschwerden sind nicht spezifisch für eine Pankreatitis. Auch ein Herzinfarkt, ein Magendurchbruch, eine Gallenkolik, eine Gallenblasenentzündung oder ein Darmverschluss können ähnliche Schmerzen verursachen. Eine Selbstdiagnose anhand der Symptome ist deshalb nicht möglich.

Wann ist sofort medizinische Hilfe erforderlich?

Plötzlich einsetzende, starke und anhaltende Oberbauchschmerzen sollten noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden. Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Kreislaufkollaps, sehr niedrigem Blutdruck oder einem rasch schlechter werdenden Allgemeinzustand ist der Rettungsdienst unter 112 zu rufen.

Welche Ursachen hat eine Pankreatitis?

Die Ursache sollte möglichst früh geklärt werden, weil sie die Behandlung und das Rückfallrisiko beeinflusst. Bei der akuten Pankreatitis sind Gallensteine und hoher Alkoholkonsum besonders häufig.

Zu den möglichen Ursachen und Auslösern gehören:

  • Gallensteine: Ein Stein kann die gemeinsame Mündung von Gallenweg und Pankreasgang blockieren. Dadurch kann eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung entstehen.
  • Hoher Alkoholkonsum: Wiederholter oder starker Alkoholkonsum kann das Pankreas schädigen und eine akute oder chronische Pankreatitis begünstigen.
  • Stark erhöhte Triglyzeride: Sehr hohe Blutfettwerte können eine akute Pankreatitis auslösen.
  • Erhöhter Kalziumspiegel: Eine Hyperkalzämie, beispielsweise infolge einer Erkrankung der Nebenschilddrüsen, ist eine seltenere Ursache.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel kommen als Auslöser infrage. Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, muss ärztlich geprüft werden.
  • Medizinische Eingriffe: Eine Pankreatitis kann als Komplikation nach einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikografie, kurz ERCP, auftreten.
  • Verletzungen und Operationen: Traumata oder Eingriffe im Oberbauch können die Bauchspeicheldrüse schädigen.
  • Autoimmune, genetische oder anatomische Ursachen: Diese kommen vor allem bei wiederkehrenden oder früh auftretenden Entzündungen infrage.
  • Seltene Infektionen: Einzelne Infektionen können mit einer Pankreatitis verbunden sein.
  • Ungeklärte Ursache: Bei einem Teil der Patienten lässt sich trotz umfassender Diagnostik kein eindeutiger Auslöser feststellen.

Rauchen gilt als eigenständiger Risikofaktor für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Es sollte jedoch nicht pauschal als alleinige unmittelbare Ursache eines einzelnen akuten Schubs dargestellt werden.

Wie wird eine akute Pankreatitis diagnostiziert?

Die Diagnose ergibt sich aus Beschwerden, Laborwerten und bei Bedarf der Bildgebung. Eine akute Pankreatitis gilt in der Regel als nachgewiesen, wenn mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sind:

  1. typische, plötzlich einsetzende Oberbauchschmerzen
  2. Lipasewerte oder Amylasewerte im Blut, die mehr als das Dreifache des oberen Normwerts betragen
  3. typische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse in der Bildgebung

Die Lipase ist für die Diagnostik besonders wichtig. Ihre Höhe zeigt jedoch nicht zuverlässig an, wie schwer die Pankreatitis verläuft. Ein Lipasewert unter dieser Schwelle schließt die Erkrankung bei typischen Beschwerden außerdem nicht sicher aus.

Zusätzlich werden unter anderem Entzündungswerte, Blutbild, Nierenfunktion, Elektrolyte, Blutzucker sowie Leberwerte und Gallenwerte untersucht. Triglyceride und Calzium helfen bei der Suche nach möglichen Ursachen.

Ein Ultraschall des Bauches dient vor allem dazu, Gallensteine und Veränderungen der Gallenwege zu erkennen. Die Bauchspeicheldrüse ist im Ultraschall nicht immer vollständig sichtbar, beispielsweise wenn Darmgase die Sicht behindern.

Eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie ist nicht bei jedem Patienten sofort notwendig. Sie kommt insbesondere infrage, wenn die Diagnose unklar bleibt, keine klinische Besserung eintritt oder Komplikationen vermutet werden. Für eine verlässliche Beurteilung von Nekrosen ist eine kontrastmittelgestützte CT meist erst etwa 72 bis 96 Stunden nach Beginn der Beschwerden sinnvoll.

Welche Schweregrade und Komplikationen gibt es?

Der Schweregrad wird nicht allein anhand eines Laborwertes oder eines einzelnen Punktesystems beurteilt. Entscheidend sind der klinische Verlauf, die Organfunktion und mögliche lokale Komplikationen. Besonders wichtig ist, ob ein Organversagen vorübergehend besteht oder länger als 48 Stunden anhält.

Die akute Pankreatitis wird vereinfacht in drei Schweregrade eingeteilt:

  • Milde akute Pankreatitis: Es besteht kein Organversagen und es treten keine relevanten lokalen oder systemischen Komplikationen auf.
  • Mittelschwere akute Pankreatitis: Ein Organversagen dauert höchstens 48 Stunden an oder es treten lokale beziehungsweise systemische Komplikationen auf.
  • Schwere akute Pankreatitis: Es besteht ein Organversagen, das länger als 48 Stunden anhält.

Mögliche Komplikationen sind Flüssigkeitsansammlungen, abgestorbenes Pankreasgewebe, infizierte Nekrosen, Pseudozysten, Blutungen, Gefäßverschlüsse sowie ein Versagen von Kreislauf, Lunge oder Nieren. Später können ein Diabetes oder eine exokrine Pankreasinsuffizienz entstehen. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenige Verdauungsenzyme.

Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?

Eine akute Pankreatitis wird in der Regel stationär behandelt. Die Therapie richtet sich nach Ursache, Schweregrad und auftretenden Komplikationen. Eine einzelne Standardbehandlung für alle Patienten gibt es deshalb nicht.

Flüssigkeitszufuhr, Schmerztherapie und Überwachung

Zu Beginn behandeln Ärzte die Schmerzen wirksam und geben bei Bedarf Medikamente gegen Übelkeit. Außerdem führen sie Flüssigkeit über eine Vene zu und passen die Menge individuell an den Bedarf des Patienten an. Zu wenig Flüssigkeit kann Kreislauf und Nieren belasten. Eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr kann jedoch ebenfalls Komplikationen verursachen.

Im Krankenhaus kontrolliert das Behandlungsteam regelmäßig Kreislauf, Atmung, Nierenfunktion, Urinausscheidung und Laborwerte. Bei anhaltendem Organversagen oder schweren Komplikationen verlegen Ärzte den Patienten auf die Intensivstation.

Ernährung bei akuter Pankreatitis

Heute empfehlen Ärzte keine längere Nahrungskarenz mehr, um die Bauchspeicheldrüse vermeintlich zu schonen. Bei einem voraussichtlich leichten bis mittelschweren Verlauf kann der Patient wieder essen, sobald er Appetit hat und nicht mehr erbricht. Als Einstieg eignet sich eine fettarme feste Kost.

Kann ein Patient nicht ausreichend essen, ernährt ihn das Behandlungsteam möglichst früh über den Magen-Darm-Trakt, bei Bedarf über eine Sonde. Eine solche enterale Ernährung beginnen Ärzte in der Regel innerhalb der ersten 72 Stunden. Bei einem schweren Verlauf, Mangelernährung oder einer eingeschränkten Verdauungsfunktion passen sie die Ernährung individuell an.

Wann sind Antibiotika notwendig?

Ärzte setzen Antibiotika bei einer akuten Pankreatitis weder routinemäßig noch vorbeugend ein. Das gilt auch bei einer schweren oder nekrotisierenden Pankreatitis, solange keine ausreichenden Hinweise auf eine bakterielle Infektion vorliegen.

Antibiotika verabreichen Ärzte beispielsweise bei einer begleitenden Gallengangsentzündung, einer anderen nachgewiesenen Infektion oder bei starkem Verdacht auf infizierte Pankreasnekrosen.

Behandlung einer durch Gallensteine ausgelösten Pankreatitis

Ärzte führen nicht bei jeder Gallenstein-Pankreatitis eine ERCP durch. Sie setzen das Verfahren insbesondere ein, wenn gleichzeitig eine akute Gallengangsentzündung besteht oder sie einen anhaltenden Verschluss des Hauptgallengangs nachweisen.

Bei einer milden Gallenstein-Pankreatitis entfernen Ärzte die Gallenblase möglichst noch während desselben Krankenhausaufenthaltes. Dadurch sinkt das Risiko eines erneuten Schubs. Bei einem mittelschweren oder schweren Verlauf mit Flüssigkeitsansammlungen oder Nekrosen verschieben sie die Operation häufig, bis sich der Zustand stabilisiert hat und die Flüssigkeitsansammlungen abgeklungen oder ausreichend abgegrenzt sind.

Wie werden Pankreasnekrosen behandelt?

Abgestorbenes Gewebe muss nicht automatisch operativ entfernt werden. Sterile Nekrosen werden zunächst meist ohne Eingriff behandelt. Besteht eine infizierte Nekrose, wird ein stufenweises und möglichst minimalinvasives Vorgehen bevorzugt.

Zunächst kommen geeignete Antibiotika und bei Bedarf eine endoskopische oder durch die Haut angelegte Drainage zum Einsatz. Erst wenn dies nicht ausreicht, wird abgestorbenes Gewebe entfernt. Bei klinisch stabilen Patienten werden Eingriffe möglichst etwa vier Wochen hinausgezögert, damit sich die Nekrose abgrenzen kann. Bei einer akuten Verschlechterung kann eine frühere Behandlung notwendig sein.

Wie lange dauert eine akute Pankreatitis?

Etwa 80 Prozent der akuten Pankreatitiden verlaufen mild. In diesen Fällen bessern sich die Beschwerden häufig innerhalb weniger Tage, und die Erkrankung ist oft nach ungefähr einer Woche weitgehend überstanden.

Bei Nekrosen, Infektionen oder Organversagen kann die stationäre Behandlung deutlich länger dauern. Die Erholung kann sich dann über mehrere Wochen oder Monate erstrecken. Wie schnell ein Patient wieder belastbar ist, hängt vom Verlauf, von Begleiterkrankungen und von möglichen Folgeschäden ab.

Wie gefährlich ist eine Pankreatitis?

Die meisten akuten Pankreatitiden heilen ohne dauerhafte Organschäden aus. Insgesamt sterben nach offiziellen deutschen Patienteninformationen ungefähr 3 bis 5 Prozent der Betroffenen an der Erkrankung oder ihren Komplikationen.

Das Risiko ist bei schweren Verläufen deutlich höher. In großen Patientengruppen lag die Sterblichkeit bei anhaltendem Organversagen bei rund 40 Prozent. Entscheidend für die Prognose sind deshalb nicht nur die anfänglichen Laborwerte, sondern vor allem der wiederholt beurteilte klinische Zustand und die Dauer eines möglichen Organversagens.

Nachsorge nach einer akuten Pankreatitis

Nach der Akutbehandlung sollte die Ursache konsequent behandelt werden, um weitere Schübe zu verhindern. Art und Umfang der Nachsorge hängen vom Schweregrad und von möglichen Folgeschäden ab.

Wichtige Bestandteile können sein:

  • Kontrolle und Behandlung der auslösenden Ursache
  • Blutzucker- und HbA1c-Kontrolle erstmals drei bis sechs Monate nach der Genesung und anschließend jährlich
  • Abklärung einer exokrinen Pankreasinsuffizienz bei Gewichtsverlust, Fettstuhl, Durchfällen oder anhaltenden Verdauungsbeschwerden
  • Einnahme von Pankreasenzympräparaten bei nachgewiesener exokriner Pankreasinsuffizienz
  • gastroenterologische Verlaufskontrolle nach einem nicht milden Verlauf, bei ungeklärter Ursache oder bei fortbestehenden Beschwerden
  • Unterstützung bei Alkoholabstinenz und Rauchstopp

Auch nach einem überstandenen akuten Schub können sich Störungen der Verdauungsfunktion oder des Blutzuckerstoffwechsels entwickeln. Das Risiko ist insbesondere nach einer schweren oder nekrotisierenden Pankreatitis erhöht.

Wie lässt sich einer Pankreatitis vorbeugen?

Nicht jede Bauchspeicheldrüsenentzündung lässt sich verhindern. Das Rückfallrisiko kann jedoch häufig gesenkt werden, wenn die Ursache gezielt behandelt wird.

Nach einer Gallenstein-Pankreatitis schützt die rechtzeitige Entfernung der Gallenblase vor weiteren steinbedingten Schüben. Bei einer alkoholbedingten Pankreatitis ist konsequente Alkoholabstinenz erforderlich. Stark erhöhte Triglyzeride und ein erhöhter Kalziumspiegel sollten behandelt werden. Auch ein Rauchstopp ist sinnvoll. Medikamente dürfen bei einem möglichen Zusammenhang nicht eigenmächtig abgesetzt, sondern müssen ärztlich überprüft werden.

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Häufige Fragen zur Pankreatitis

  1. Ist eine akute Pankreatitis ein Notfall?
  2. Der Verdacht auf eine akute Pankreatitis muss umgehend, in der Regel noch am selben Tag, ärztlich abgeklärt werden. Starke anhaltende Oberbauchschmerzen, Erbrechen, Fieber, Gelbsucht oder Kreislaufprobleme sprechen für eine dringende Untersuchung im Krankenhaus. Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder einem Kreislaufkollaps ist 112 zu wählen.

  3. Wie lange dauert eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?
  4. Eine milde akute Bauchspeicheldrüsenentzündung bessert sich häufig innerhalb weniger Tage und ist oft nach ungefähr einer Woche weitgehend überstanden. Bei Nekrosen, Infektionen oder Organversagen kann die Behandlung mehrere Wochen dauern. Auch die anschließende Erholung kann sich über Monate erstrecken.

  5. Wie hoch ist die Lipase bei einer Pankreatitis?
  6. Bei einer Pankreatitis ist eine Lipasekonzentration von mehr als dem Dreifachen des oberen Normwertes eines von drei möglichen Diagnosekriterien. Der Wert allein beweist oder widerlegt die Erkrankung jedoch nicht in jeder Situation. Seine Höhe erlaubt außerdem keine zuverlässige Aussage darüber, wie schwer die Pankreatitis verläuft.

  7. Was darf man bei einer akuten Pankreatitis essen?
  8. Bei einer leichten bis mittelschweren akuten Pankreatitis kann wieder gegessen werden, sobald Appetit besteht und kein Erbrechen vorliegt. Eine fettarme feste Kost ist als Einstieg geeignet. Eine pauschale mehrwöchige Fettvermeidung ist nicht erforderlich. Nach einem schweren Verlauf oder bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz sollte die Ernährung individuell ärztlich und ernährungsmedizinisch angepasst werden.

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Quellen
  1. International Association of Pancreatology, Revised Guidelines on Acute Pancreatitis 2025, discovery.ucl.ac.uk… (zuletzt abgerufen am 13.08.2026)
  2. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, S3-Leitlinie Pankreatitis, Stand September 2021, Die Leitlinie befindet sich derzeit in Aktualisierung, dgvs.de… (zuletzt abgerufen am 13.08.2026)
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin und AWMF, S3-Leitlinie Klinische Ernährung bei Pankreaserkrankungen, Version 2.0, Stand März 2024, register.awmf.org… (zuletzt abgerufen am 13.08.2026)
  4. gesund.bund.de: Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Stand März 2026, gesund.bund.de… (zuletzt abgerufen am 13.08.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Susann Stollberg
Ärztin
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