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praktischArzt Krankheiten Fieberkrampf

Fieberkrampf bei Kindern: Symptome, Dauer und Erste Hilfe

KI generiert - Fiebermessen
Zuletzt aktualisiert: 25.08.2026
Themen: Krankheitsbild, Fieber
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Ein Fieberkrampf tritt vor allem bei Babys und Kleinkindern auf und kann für Eltern sehr beängstigend wirken. Das Kind verliert plötzlich das Bewusstsein, versteift sich oder beginnt zu zucken. In den meisten Fällen endet der Anfall jedoch nach wenigen Minuten von selbst und bleibt ohne gesundheitliche Folgen. Wichtig ist, während eines Fieberkrampfs richtig zu reagieren und zu wissen, wann sofort medizinische Hilfe notwendig ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Fieberkrampf?
  2. Fieberkrampf: Symptome erkennen
  3. Fieberkrampf: Was tun?
  4. Wann muss man bei einem Fieberkrampf 112 rufen?
  5. Einfacher oder komplizierter Fieberkrampf
  6. Wie lange dauert ein Fieberkrampf?
  7. Was verursacht einen Fieberkrampf?
  8. Wie wird ein Fieberkrampf diagnostiziert?
  9. Ist ein Fieberkrampf gefährlich?
  10. Kann nach einem Fieberkrampf Epilepsie entstehen?
  11. Kann ein Fieberkrampf wiederkommen?
  12. Kann man einem Fieberkrampf vorbeugen?

Das Wichtigste zum Fieberkrampf in Kürze

  • Fieberkrämpfe treten typischerweise zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr auf.
  • Die meisten Fieberkrämpfe dauern nur wenige Minuten und enden von selbst.
  • Während des Anfalls sollte das Kind vor Verletzungen geschützt und nicht festgehalten werden. Nichts in den Mund geben.
  • Beim ersten Fieberkrampf sollte umgehend medizinische Hilfe angefordert werden.
  • Dauert ein Krampfanfall 5 Minuten oder länger, ist eine schnelle medizinische Behandlung erforderlich.
  • Fiebersenkende Medikamente können Beschwerden lindern, verhindern weitere Fieberkrämpfe aber nicht zuverlässig.
  • Etwa jedes dritte betroffene Kind erlebt mindestens einen weiteren Fieberkrampf.

Was ist ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der bei einem fiebernden Kind auftritt, ohne dass beispielsweise eine Infektion des zentralen Nervensystems, eine relevante Stoffwechselstörung oder eine bereits bestehende Epilepsie den Anfall erklärt.

Betroffen sind vor allem Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Besonders häufig treten Fieberkrämpfe im Kleinkindalter auf. Etwa zwei bis fünf Prozent aller Kinder erleben mindestens einmal einen Fieberkrampf.

Nicht jeder Krampfanfall bei Fieber ist automatisch ein Fieberkrampf. Insbesondere bei einem ungewöhnlichen Verlauf, neurologischen Auffälligkeiten oder einem Alter außerhalb des typischen Zeitraums müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Ein Krampfanfall mit Fieber bei einem Kind unter sechs Monaten sollte deshalb besonders sorgfältig ärztlich abgeklärt werden.

Fieberkrampf: Symptome erkennen

Ein Fieberkrampf beginnt meist plötzlich. Das Kind reagiert nicht mehr normal auf seine Umgebung und verliert häufig das Bewusstsein.

Typische Symptome sind:

  • Versteifung des Körpers
  • rhythmische Zuckungen von Armen und Beinen
  • verdrehte oder starre Augen
  • fehlende Reaktion auf Ansprache
  • vorübergehend veränderte Atmung
  • blasse Haut
  • vorübergehend bläulich wirkende Lippen
  • teilweise Erschlaffen der Muskulatur

Nach dem Fieberkrampf sind viele Kinder zunächst müde, benommen oder erschöpft. Bei einem typischen Verlauf erholen sie sich anschließend wieder vollständig.

Fieberkrampf: Was tun?

Auch wenn ein Fieberkrampf dramatisch aussieht, können Eltern während des Anfalls einiges tun, um das Kind zu schützen.

Das solltest Du tun Das solltest Du vermeiden
Beim Kind bleiben Kind nicht schütteln
Beginn und Dauer des Anfalls messen Krampfbewegungen nicht gewaltsam stoppen
Gefährliche Gegenstände entfernen Kind nicht festhalten
Kopf und Körper vor Verletzungen schützen Nichts zwischen die Zähne stecken
Enge Kleidung gegebenenfalls lockern Keine Getränke, Nahrung oder Medikamente in den Mund geben
Atmung beobachten Nicht mit kaltem Wasser abkühlen
Nach dem Anfall bei anhaltender Bewusstlosigkeit oder starker Benommenheit seitlich lagern Kind nicht unbeaufsichtigt lassen

Besonders wichtig ist, auf die Uhr zu schauen und die Dauer des Anfalls zu messen. In der Stresssituation wird die Dauer häufig länger eingeschätzt, als sie tatsächlich war.

Beim ersten Fieberkrampf sollte umgehend medizinische Hilfe angefordert werden. Auch nach einem kurz verlaufenden Anfall sollte das Kind ärztlich untersucht werden, um die Ursache des Fiebers zu klären und andere Erkrankungen auszuschließen.

Wann muss man bei einem Fieberkrampf 112 rufen?

Bei einem erstmaligen Fieberkrampf sollte über die Notrufnummer 112 medizinische Hilfe angefordert werden.

Ein Notruf ist außerdem besonders wichtig, wenn:

  • der Krampfanfall 5 Minuten oder länger anhält
  • das Kind schlecht oder auffällig atmet
  • das Kind nach dem Anfall nicht wieder zu sich kommt
  • die Bewusstseinsstörung ungewöhnlich lange anhält
  • mehrere Krampfanfälle kurz hintereinander auftreten
  • nur eine Körperseite oder einzelne Körperregionen betroffen sind
  • das Kind einen deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand zeigt
  • eine Nackensteife auftritt
  • sich nicht wegdrückbare Hauteinblutungen zeigen
  • die Haut auffällig blass, grau oder blau erscheint

Ein länger anhaltender generalisierter Krampfanfall muss rasch behandelt werden. Die Dauer von etwa fünf Minuten gilt dabei als wichtige therapeutische Grenze.

Hat ein Kind bereits Fieberkrämpfe erlebt, kann der Kinderarzt für einen erneut länger anhaltenden Anfall ein Notfallmedikament verschreiben. Eltern sollten es ausschließlich nach der zuvor besprochenen ärztlichen Anleitung anwenden.

Einfacher oder komplizierter Fieberkrampf

Mediziner unterscheiden zwischen einem einfachen und einem komplizierten Fieberkrampf.

Einfacher Fieberkrampf Komplizierter Fieberkrampf
Betrifft typischerweise den ganzen Körper Kann nur eine Körperseite oder einzelne Körperregionen betreffen
Dauert weniger als 15 Minuten Dauert länger als 15 Minuten
Tritt innerhalb von 24 Stunden nur einmal auf Kann innerhalb von 24 Stunden erneut auftreten
Häufigste Form Weiterführende Abklärung häufiger erforderlich

Die Bezeichnung „kompliziert“ bedeutet nicht automatisch, dass bleibende Schäden zu erwarten sind. Sie zeigt vor allem an, dass eine genauere ärztliche Beurteilung erforderlich ist.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen der medizinischen Klassifikation und dem akuten Vorgehen: Die Grenze von 15 Minuten dient der Einteilung in einfache und komplizierte Fieberkrämpfe. Bei einem anhaltenden generalisierten Krampfanfall sollte jedoch nicht 15 Minuten abgewartet werden. Bereits ab etwa fünf Minuten ist eine schnelle Behandlung erforderlich.

Wie lange dauert ein Fieberkrampf?

Die meisten Fieberkrämpfe dauern nur wenige Minuten. Häufig ist der Anfall bereits vorbei, bevor medizinische Hilfe eintrifft.

Hält ein Fieberkrampf länger als 15 Minuten an, wird er definitionsgemäß als komplizierter Fieberkrampf eingeordnet.

Für das akute Vorgehen ist jedoch die 5-Minuten-Grenze wichtiger: Ein generalisierter Krampfanfall, der nach etwa fünf Minuten nicht beendet ist, muss rasch medizinisch behandelt werden.

Was verursacht einen Fieberkrampf?

Warum manche Kinder bei fieberhaften Erkrankungen einen Krampfanfall entwickeln und andere nicht, ist nicht vollständig geklärt.

Eine wichtige Rolle spielt die altersabhängige Reaktionsbereitschaft des kindlichen Gehirns. Hinzu kommen genetische Faktoren. Fieberkrämpfe treten deshalb häufiger bei Kindern auf, deren Eltern oder Geschwister ebenfalls betroffen waren.

Auslöser können verschiedene Erkrankungen sein, die mit Fieber einhergehen. Häufig handelt es sich um virale Infektionen, beispielsweise der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts.

Entscheidend ist nicht allein, wie hoch die Körpertemperatur steigt. Ein Fieberkrampf kann bereits auftreten, bevor Eltern überhaupt bemerkt haben, dass ihr Kind Fieber entwickelt.

Auch Fieber im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung kann in seltenen Fällen mit einem Fieberkrampf einhergehen. Ein solcher Fieberkrampf bedeutet normalerweise nicht, dass das Kind anschließend nicht mehr geimpft werden darf. Das weitere Vorgehen sollte mit dem Kinderarzt besprochen werden.

Wie wird ein Fieberkrampf diagnostiziert?

Nach einem ersten Fieberkrampf sollte das Kind ärztlich untersucht werden. Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche Erkrankung das Fieber verursacht hat und ob Hinweise auf eine schwerwiegende Infektion oder eine andere Ursache für den Krampfanfall bestehen.

Der Arzt fragt unter anderem:

  • Wie lange dauerte der Anfall?
  • War der gesamte Körper betroffen?
  • Trat der Krampf zum ersten Mal auf?
  • Kam es innerhalb kurzer Zeit zu weiteren Anfällen?
  • Wie hoch war die Körpertemperatur?
  • Welche weiteren Beschwerden bestehen?
  • Wie schnell hat sich das Kind nach dem Anfall erholt?
  • Gibt es Fieberkrämpfe oder Epilepsien in der Familie?

Bei einem neurologisch unauffälligen Kind mit einem typischen einfachen Fieberkrampf sind EEG, routinemäßige Blutuntersuchungen oder eine Bildgebung des Gehirns in der Regel nicht erforderlich. Entscheidend ist vielmehr, die Ursache des Fiebers zu beurteilen und Hinweise auf eine schwerwiegende Infektion auszuschließen.

Bei komplizierten, ungewöhnlich verlaufenden oder wiederkehrenden Krampfanfällen kann dagegen eine weiterführende Diagnostik notwendig sein. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, entscheidet der Arzt anhand des Alters, des klinischen Zustands und des genauen Verlaufs.

Ist ein Fieberkrampf gefährlich?

Ein einfacher Fieberkrampf sieht für Eltern meist deutlich gefährlicher aus, als er medizinisch betrachtet ist. Die meisten Kinder erholen sich vollständig und entwickeln sich anschließend normal weiter. Kurze, unkomplizierte Fieberkrämpfe verursachen nach heutigem Wissensstand keine Schädigung des Gehirns. Anders ist die Situation bei sehr lange anhaltenden Krampfanfällen. Deshalb sollte die Dauer immer gemessen und bei einem anhaltenden Krampfanfall frühzeitig medizinische Hilfe angefordert werden.

Kann nach einem Fieberkrampf Epilepsie entstehen?

Ein Fieberkrampf bedeutet nicht, dass ein Kind an Epilepsie leidet. Auch verursacht ein typischer Fieberkrampf normalerweise keine Epilepsie.

Kinder, die Fieberkrämpfe erlebt haben, besitzen im Vergleich zu Kindern ohne Fieberkrämpfe allerdings ein etwas erhöhtes Risiko, später an Epilepsie zu erkranken.

Das individuelle Risiko ist unter anderem höher bei:

  • lang anhaltenden oder wiederholt komplizierten Fieberkrämpfen
  • neurologischen oder entwicklungsbezogenen Auffälligkeiten
  • Epilepsie bei nahen Familienangehörigen

Bei der großen Mehrheit der Kinder mit einem einfachen Fieberkrampf entwickelt sich keine Epilepsie.

Kann ein Fieberkrampf wiederkommen?

Bei ungefähr einem Drittel der betroffenen Kinder tritt nach dem ersten Fieberkrampf mindestens ein weiterer auf.

Das Risiko für einen erneuten Fieberkrampf ist unter anderem höher, wenn:

  • der erste Fieberkrampf bereits in sehr jungem Alter auftritt
  • Fieberkrämpfe bei nahen Familienangehörigen vorkommen
  • beim ersten Anfall vergleichsweise niedriges Fieber besteht
  • zwischen Beginn des Fiebers und dem Krampfanfall nur wenig Zeit vergeht

Mit zunehmendem Alter nimmt die Neigung zu Fieberkrämpfen deutlich ab. Nach dem Vorschulalter treten typische Fieberkrämpfe nur noch selten auf.

Kann man einem Fieberkrampf vorbeugen?

Einen Fieberkrampf zuverlässig zu verhindern, ist in der Regel nicht möglich. Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen sollten nicht mit dem Ziel gegeben werden, einen Fieberkrampf zu verhindern. Sie können zwar Beschwerden lindern und das Befinden eines fiebernden Kindes verbessern, verhindern weitere Fieberkrämpfe aber nicht zuverlässig.

Entscheidend ist beim Einsatz von Fiebermitteln deshalb vor allem das Befinden des Kindes und nicht allein die gemessene Körpertemperatur. Bei wiederholten oder komplizierten Fieberkrämpfen kann der Kinderarzt ein Notfallmedikament für einen länger anhaltenden Krampfanfall verordnen. Eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten gegen Epilepsie ist bei typischen Fieberkrämpfen normalerweise nicht notwendig.

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Häufige Fragen zum Fieberkrampf

  1. Wann ist ein Fieberkrampf gefährlich?
  2. Die meisten kurzen Fieberkrämpfe bleiben ohne Folgen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Anfall fünf Minuten oder länger dauert, nur eine Körperseite betrifft, mehrfach auftritt, Atemprobleme bestehen oder sich das Kind anschließend nicht normal erholt.

  3. Wann sollte man bei einem Fieberkrampf 112 rufen?
  4. Beim ersten Fieberkrampf sollte über die 112 umgehend medizinische Hilfe angefordert werden. Das gilt ebenfalls bei einem mindestens fünf Minuten anhaltenden Krampfanfall, Atemproblemen, längerer Bewusstseinsstörung oder anderen Warnzeichen.

  5. Kann ein Fieberkrampf Epilepsie auslösen?
  6. Ein Fieberkrampf ist keine Epilepsie und löst normalerweise auch keine Epilepsie aus. Kinder mit Fieberkrämpfen haben statistisch jedoch ein etwas höheres Risiko, später an Epilepsie zu erkranken. Bei der großen Mehrheit der betroffenen Kinder geschieht dies nicht.

  7. Kann man einen Fieberkrampf mit Fiebersenkern verhindern?
  8. Nein. Paracetamol oder Ibuprofen können Schmerzen und Unwohlsein lindern, verhindern Fieberkrämpfe aber nicht zuverlässig. Sie sollten deshalb nicht allein zur Vorbeugung eines Fieberkrampfs gegeben werden.

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Quellen

1. Sitzmann, Friedrich Carl: Duale Reihe Pädiatrie, Thieme (Verlag), 4.Auflage, 2012
2. Speer, Gaar: Pädiatrie, Springer (Verlag), 3. Auflage, 2009
3. What Are Febrile (Fever) Seizures, www.webmd.com (Abrufdatum: 09.04.2020)

Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Elena Weber
Autorin
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