Zahnmedizin Studieren

Zahnmedizin studieren – Zulassung, Inhalte und Ablauf

Zahnmedizin studieren – eine Alternative zum Medizinstudium? Wer als Zahnarzt oder z.B. in der Kiefer- und Gesichtschirurgie Karriere machen will, muss Zahnmedizin studieren. Und damit wartet ein interessanter und vor allem sehr praxisorientierter Studiengang auf den angehenden Studenten. Die wichtigsten Informationen über das Zahnmedizin Studium finden sich nachfolgend auf einen Blick!

Zahnmedizin studieren – Voraussetzungen und Zulassung

Um Zahnmedizin studieren zu können, muss – wie bei allen anderen Studiengängen auch – zunächst eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung nachgewiesen werden können. Das kann zum einen das Abitur, zum anderen aber auch ein Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg, wie die Immaturenprüfung in Niedersachsen sein. Die eigentliche Bewerbung um einen Studienplatz erfolgt allerdings nicht direkt über die gewünschte Hochschule, sondern online über die Stiftung für Hochschulzulassung (Internet: hochschulstart.de).

Dabei ist zu beachten, dass wie auch beim Medizinstudium auch für Zahnmedizin ein Numerus Clausus (NC) gilt. Das heißt, dass die verfügbaren Studienplätze begrenzt sind. Somit werden jeweils 20 % aller verfügbaren Plätze nach der Abiturbesten- und der Wartezeitquote vergeben. Die Vergabe der übrigen 60 % der Plätze erfolgt hingegen im Rahmen der jeweiligen Auswahlverfahren der Hochschulen. Damit die eigene Bewerbung möglichst erfolgreich ist, sollten daher beim Anmeldeverfahren so viele Wunschstudienorte wie möglich benannt werden. Denn jedes Jahr wollen deutlich mehr Schulabgänger Zahnmedizin studieren als Plätze vorhanden sind.

Zahnmedizin studieren – Ablauf und Inhalte

Das Zahnmedizinstudium ist genauso wie das der Medizin in einen vorklinischen und einen klinischen Teil unterteilt. Wer Zahnmedizin studieren will, kann sich also sowohl auf eine wissenschaftliche wie auch praktisch ausgerichtete Ausbildung freuen.

Der erste Teil des Zahnmedizin Studiums wird Vorklinik genannt. Die Vorklinik erstreckt sich dabei über die ersten fünf Semester des Studiums. Sie beinhaltet die theoretischen Grundlagen aus naturwissenschaftlicher und zahntechnischer Sicht, also insbesondere Inhalte aus den Gebieten Physik, Chemie und Biologie. Um erfolgreich Zahnmedizin studieren zu können, muss man hinsichtlich der genannten Gebiete außerdem das Vorphysikum bestehen. Dabei handelt es sich um eine mündliche Prüfung, die in der Regel nach dem zweiten, zum Teil aber auch nach dem dritten Semester abgenommen wird. Es stellt außerdem die erste Staatsprüfung dar. Die Zweite ist hingegen das eigentliche Physikum am Ende der Vorklinik.

Bis dahin können sich alle, die Zahnmedizin studieren wollen, aber zunächst auf praxisbezogene Kurse freuen. Dazu gehören einmal der technische Kurs der Propädeutik, der die Grundlagen der Zahntechnik beinhaltet, sowie die Phantomkurse. In diesen Phantomkursen übt man erste Behandlungen an einem sogenannten Phantom-Patienten, d.h. an einer Nachbildung des menschlichen Kopfes aus Plastik. Im Folgenden ein Überblick über die Vorlesungen und Kurse der Vorklinik.

Vorklinisches Studium Zahnmedizin – Lehrveranstaltungen und Kurse (1. bis 5. Semester)

Fach / KursVorlesungPraktikum / KursSeminar
Medizinische Terminologie1 Std.
Einführung in die Zahnheilkunde1 Std.
Physik3 Std.4 Std.
Chemie3 Std.4 Std.
Biologie3 Std.
Anatomie / Präpierkurs / Mikroskopisch-Anat. Kurs12 Std.12 Std.3 Std.
Werkstoffkunde3 Std.1 Std.
Physiologie8 Std.4 Std.2 Std.
Biochemie8 Std.4 Std.2 Std.
Medizinische Statistik und Informatik2 Std.
Propädeutik der zahnärztlichen Prothetik20 Std.
Phantomkurs I17 Std.
Phantomkurs II20 Std.

Als zweiter Teil des Studiums erfolgt der klinische Teil. Dieser umfasst ebenfalls fünf Semester und in den höheren werden schließlich echte Patienten unter der Aufsicht von Fachärzten behandelt. Der klinische Teil umfasst entsprechend verschiedene Behandlungsmethoden, die Erkennung von Krankheitsbildern und ähnliches. Im Folgenden ein Überblick über die Fächer der Klinik.

Klinisches Studium Zahnmedizin – Lehrveranstaltungen und Kurse (6. bis 10. Semester)

  • Allgemeine und Spezielle Pathologie
  • allgemeine und Zahn-, Mund-, Kieferchirurgie
  • Kieferorthopädie
  • Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
  • Zahnerhaltungs- und Zahnersatzkunde
  • Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
  • Hygiene
  • medizinische Mikrobiologie
  • Innere Medizin
  • Pharmakologie
  • zahnärztliche Berufskunde

Zahnmedizin studieren – Staatsexamen und Dissertation

Am Ende dieses Teils wartet schließlich auf jeden, der erfolgreich Zahnmedizin studieren will, die zahnärztliche Prüfung, das sogenannte Staatsexamen. Es besteht aus sehr vielen Prüfungen und dauert ca. fünf Monate. Folgende Inhalte werden im Rahmen des zahnmedizinischen Staatsexamens behandelt:

  • Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie
  • Pharmakologie
  • Hygiene, medizinische Mikrobiologie und Gesundheitsfürsorge
  • Innere Medizin
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
  • Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
  • Chirurgie
  • Neurochirurgie
  • Radiologie
  • Zahnerhaltungskunde
  • Kinderzahnheilkunde
  • Parodontologie
  • Zahnersatzkunde
  • Kieferorthopädie

Um die Prüfungen zu bestehen, ist sehr viel Lernarbeit nötig. Dabei wird Fleiß belohnt: Wer die Prüfungen erfolgreich übersteht, darf sich schließlich als Zahnarzt bezeichnen. Gleichzeitig verfassen die meisten Studenten der Zahnmedizin auch eine Doktorarbeit, die sogenannte Dissertation. Mit der Fertigstellung und Anerkennung der Doktorarbeit, erwirbt man neben der Bezeichnung „Zahnarzt“ auch den Titel „Doktor“. Dadurch darf man sich „Dr. med. dent.“ bezeichnen.

Wer Zahnmedizin studieren will, sollte sich also zumindest auf eine Studienzeit von zehn Semestern bzw. fünf Jahre vorbereiten. Damit ist das Zahnmedizinstudium zwar etwas kürzer als das der Medizin – langweilig wird einem dabei aber trotzdem nicht!

Nach dem Studium – als Zahnarzt arbeiten

Nach dem Studium arbeiten die Absolventen zunächst als Assistenzzahnarzt auch Vorbereitungsassistent bezeichnet. Im Rahmen dieser Tätigkeit sammelt man Erfahrung bei einem niedergelassenen Zahnarzt. Insgesamt dauert diese Zeit 2 Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit kann man bei der zuständigen kassenzahnärztlichen Vereinigung eine Kassenzulassung beantragen. Nur mit dieser darf man gesetzliche versicherte Patienten, also Patienten innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung, auf eigene Rechnung behandeln.

Die überwiegende Mehrzahl der Absolventen des Zahnmedizin Studiums lassen sich anschlißend in einer Praxis nieder, als niedergelassener Zahnarzt. Über 90% der Studienabgänger entscheiden sich für die Niederlassung in der eigenen Praxis. Was man im Beruf des Zahnmediziners verdienen kann, erfahrt ihr im Artikel Zahnarzt Gehalt. Dort werden die Gehälter von Assistenzzahnarzt und niedergelassenem Zahnarzt besprochen.

photo credit: Philips Sonicare FlexCare Platinum Connected via photopin (license)

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