Wartezeit und Wartesemester Medizinstudium

Wartesemester Medizin: Wie lange ist die Wartezeit fürs Medizinstudium?

Die Voraussetzung für das Medizinstudium in Deutschland ist in der Regel ein Abitur im Einser-Bereich gemacht zu haben, jedoch gibt es als Alternative die Möglichkeit sich durch eine Wartezeit für das Medizinstudium zu qualifizieren (Wartesemester Medizin).

Für das Medizinstudium werden zuerst die Bewerber zugelassen, die sich über sich über den sogenannten Numerus Clausus qualifiziert haben. Dieser legt fest, dass die Abiturnote in einem bestimmten Bereich liegen muss und dies ist heute fast immer die Note 1.0, die für eine direkte Qualifikation für das Medizinstudium erreicht werden muss. Die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) vergibt ein Fünftel der verfügbaren Plätze für das Medizinstudium nach der Abi-Durchschnittsnote.

Doch auch über eine Wartezeit ist eine Zulassung zum Medizinstudium möglich. Die Details dazu haben wir in diesem Infoartikel zusammengestellt.

Inhalt

Wartezeit aufs Medizinstudium – wie funktioniert’s?

Wartesemester Medizin – wie lange muss man warten?

Wartezeit auf das Medizinstudium – wie sinnvoll überbrücken?

Werden Wartesemester und NC als verfassungswidrig erklärt?

Alternativen zur Wartezeit Medizin: Privatuniversität und Co.

Fazit Wartesemester Medizin

Wartezeit aufs Medizinstudium – wie funktioniert’s?

Nach dem Numerus Clausus zählt die Wartezeit für das Medizinstudium, auch Wartesemester genannt, zu den wichtigsten Kriterien im Prozess der Studienplatzvergabe. Wer dem NC nicht entspricht, kann entsprechend über die Wartezeitquote dennoch Medizin studieren. In diesem Fall gilt es jedoch, dass man einige Jahre auf seinen Studienplatz warten muss, bevor man mit dem Studium loslegen kann. Aufgrund der hohen Bewerberzahl und der wenigen Studienplätze führt dies oftmals zu einem jahrelangen Warten auf das Medizinstudium. Die Stiftung für Hochschulzulassung vergibt 20 weitere Prozent der Studienplätze an die Bewerber mit den meisten Wartesemestern.

Wartesemester Medizin – wie lange muss man warten?

Zunächst stellt sich die Frage, wie die Wartezeit überhaupt gemessen wird. Die Wartezeit in Halbjahren entspricht der Zeit, die seit dem Erwerb der Hochschulstudienberechtigung vergangen ist. Semester in denen man in einer deutschen Hochschule in einem anderen Studiengang eingeschrieben war, werden bei der Wartezeit nicht berücksichtigt. Diese Zeiten werden als so genanntes Parkstudium bezeichnet, entsprechend werden diese von der Wartezeit abgezogen.

Wir haben die Wartesemester Medizin für Euch in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Semester Wartezeit Medizin in Halbjahren Durchschnittsnote
WS 18/19 14 2,3
WS 17/18 14 2,5
WS 16/17 14 2,9
WS 15/16 14 3,3
WS 14/15 12 1,9
WS 13/14 12 2,2
WS 12/13 12 2,5
WS 11/12 12 2,7
WS 10/11 12 3,5
WS 09/10 10 2,2

Quelle: Hochschulstart.de

Auch hier ist jedoch der Notendurchschnitt relevant. Innerhalb einer Gruppe mit gleicher Wartezeit Medizin wird zuerst nach Notendurchschnitt selektiert. Derjenige mit dem besten Notendurchschnitt gewinnt also auch hier den Studienplatz zuerst.

Danach werden andere Dinge berücksichtigt wie das Leisten von besonderen Diensten wie z.B. Zivildienst oder freiwilliges soziales Jahr. Am Ende entscheidet dann das Los über die Zulassung innerhalb einer Gruppe mit gleicher Wartezeit (z.B. 10 Semester). Generell gilt: über die Wartezeit kann jeder auf jeden Fall einen Studienplatz erhalten.

Wartezeit auf das Medizinstudium – wie sinnvoll überbrücken?

Wenn man sicher ist, dass man wirklich Medizin studieren möchte, jedoch keinen Studienplatz direkt erhält und nur über die Wartesemester einen Studienplatz erhalten kann, sollte man die Wartezeit sinnvoll überbrücken.

Dies kann man natürlich am besten tun, wenn man sich mit einem Thema aus dem medizinischen Bereich beschäftigt. Eine sehr gute Möglichkeit ist es, dazu eine Ausbildung im medizinischen Bereich zu absolvieren und somit praktische Erfahrungen zu sammeln. Neben der sinnvollen Zeitüberbrückung hat dies verschiedene Vorteile. So werden möglicherweise Teile der medizinischen Ausbildung später als Pflichtkurse für das Studium angerechnet und auch im Studienplatzauswahlgespräch ist eine medizinische Ausbildung Gold wert und stellt einen klaren Vorteil dar.

Mögliche Ausbildungsberufe im medizinischen Bereich sind beispielsweise:

Alle medizinischen Ausbildungsberufe im Überblick:

Werden Wartesemester und NC als verfassungswidrig erklärt?

In der Vergangenheit fanden schon oftmals Klagen statt, die die Zulassung über den NC oder die Wartesemester kritisch hinterfragten.

Die Regelstudienzeit für das Medizinstudium dauert an deutschen Hochschulen 12 Semester. Aktuell betragen die Wartesemester wie beschrieben 14 Semester, was länger ist als die Dauer eines Medizinstudiums. Dagegen wurde im Jahr 2014 am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen geklagt. Die Richter gaben dem Kläger Recht: „Wenn diese Chance wegen der Konzentration der Studienplatzvergabe auf das Auswahlkriterium Abiturnote für eine große Gruppe von Bewerbern (allein) durch Einräumung einer Wartezeitquote gewährleistet ist, darf die für eine Zulassung zum Studium erforderliche Wartezeit die Dauer eines normalen Studiums nicht überschreiten.“ Das ausführliche Urteil gibt es beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Dieses Urteil zeigt, das Klagen sich in Einzelfällen immer wieder lohnen können. Jedoch ist nicht damit zu rechnen, dass Wartesemester und NC generell als verfassungswidrig erklärt werden.

Alternativen zur Wartezeit Medizin: Privatuniversität und Co.

Unabhängig von Numerus Clausus und Wartezeit kann man als Alternative an einer privaten Universität Medizin zu studieren. Jedoch entstehen hierfür Kosten für das Medizinstudium und jedes Semester muss ein Betrag an die Privatuniversität überwiesen werden. Der Betrag für die Uni liegt dabei pro Semester zwischen 6.000 und 11.500 Euro.

Fünf private Universitäten bieten aktuell in Deutschland ein Medizinstudium an. Dies sind die Medizinische Privatuniversität Nürnberg, die Medizinische Hochschule Brandenburg, die Privatuniversität Witten/Herdecke, die Kassel School of Medicine, sowie der Asklepios Campus Hamburg. An diesen Unis sind die Studienplätze auch begrenzt. Diesbezüglich gilt es einen detaillierten Motivationsnachweis zu erbringen sowie ein spezielles Auswahlverfahren zu durchlaufen.

Daneben haben wir für Euch einen eigenen Artikel erstellt, mit weiteren 5 Alternativen zum Medizinstudium ohne NC, die zeigen wie man ohne NC und Wartesemester Medizin studieren kann.

Fazit Wartesemester Medizin

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom und viele Wege führen in das Medizinstudium. Auch wenn die Zulassung nicht einfach ist, hat man verschiedene Optionen. Über Wartesemester in das Medizinstudium zu finden, ist letztendlich die Option, die allen offen steht. Wer wirklich Medizin studieren will und genügend Durchhaltevermögen hat, kann über die Wartezeit mit Sicherheit einen der begehrten Medizinstudienplätze erhalten.

Wir wünschen Euch viel Erfolg und hoffen, dass Ihr Euren Studienplatz zeitnah findet.

Mehr Infos zum Thema Medizinstudium findest Du hier:

Medizin Studieren – Vorraussetzungen, Ablauf und Bewerbung

Medizin Studieren – Studium an der Privatuniversität

Medizinstudium NC – Numerus Clasus pro Bundesland

1 Kommentar

  1. Thomas 25.03.2018 um 15:56 - Antworten

    Es gibt einige Menschen die einen NC von 2,9 haben und als Mediziner/Psychologe/Psychiater viel besser geeignet sind als Menschen mit einem NC von 1,0.Eine 1,0 Durchschnittsnote bedeutet in keinem Fall das der Student intelligenter oder mehr Talent hat,es ist nur ein Note,die auch von Lehrern stark beeinflusst werden.Lehrer haben sehr viel Einfluss und oft rassistische Vorurteile oder auch differenzen mit dem Schüler kann dazu führen,das der Schüler durchfällt oder schlechtere Noten erhällt.Es gibt dunkelhäutige Menschen die aufgrund ihrer Hautfarbe von Lehrern stark diskriminiert werden,ungerechtfertigte Noten bekommen,viel schlechter abschneiden,obwohl sie ,wenn man ein neutralen Test machen würde erheblich besser wären.In Niederlande ist dieses System anders und dementsprechend die Wissenschaft auch viel besser als die in BRD.Aber das System will es einer bestimmten Gruppe von Menschen so schwer wie möglich machen in die Oberliga der Geschäfts- und Wissenschaftlichenwelt einzusteigen. Die „Elite“ will unter sich sein.In BRD sprechen die meisten Abiturienten Deutsch, Englisch (mittelmäßig und garnicht oder nur minimal eine 3 Fremdsprache.Geht man in afrikanische Länder sprechen Menschen dort sehr oft 4 Sprachen und sind in Naturwissenschaften sehr gut obwohl die Wirtschaft schlecht ist und die Chance eine gute Schulbildung zu bekommen gering..

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