Verletztengeld

Verletztengeld – wann wird es gezahlt?

Immer häufiger kommt es vor, dass Arbeitnehmer durch den Beruf gesundheitliche Probleme bekommen. Überarbeitung und Stress zählen hier zu den häufigsten Ursachen. Neben psychischen Problemen haben die Arbeitnehmer immer öfter mit leichten Depressionen und Überarbeitung zu kämpfen. Auch wenn die, aufgrund des Berufes auftreten kann, zählt es irrtümlicherweise nicht zu den Berufskrankheiten, bei denen Verletztengeld gezahlt wird. Auch bei Rückenbeschwerden oder Bandscheibenvorfällen springt die Krankenkasse nicht mit Verletztengeld ein.

Was sind Berufskrankheiten?

Berufskrankheiten sind besondere Belastungen, die durch den ausgeführten Beruf verursacht werden können. Dies können beispielsweise das Tragen von schweren Dingen sein, der Umgang mit giftigen Stoffen oder auch Lärm. Dabei wird allerdings eine Berufskrankheit nur dann von der Unfallkasse oder der Berufsgenossenschaft anerkannt, wenn sie genau definiert ist. Wird dann die Krankheit anerkannt, werden die Kosten von der Unfallversicherung getragen.

Allein 2016 gab es in Deutschland knapp 22.500 Berufskrankheiten und mehr als 80.000 Verdachtsfälle. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin steigt allerdings die Zahl der Berufskrankheiten. Dies liegt vor allem auch daran, dass immer mehr Krankheiten als Berufskrankheiten anerkannt werden. Im Jahr 2016 fielen etwa 675 Millionen Erwerbstage durch eine Arbeitsunfähigkeit an.

Berufskrankheit heißt aber nicht unbedingt Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit kann durch die unterschiedlichen Krankheiten ausgelöst werden. Besonders häufig sind psychische Ursachen der ausschlaggebende Punkt. Doch auch Krankheiten oder Unfälle können zu einer Berufsunfähigkeit führen. Dies zählt jedoch selten zu den Berufskrankheiten. Ganz typische Berufskrankheiten sind jedoch Lärmschwerhörigkeit, Hautkrankheiten oder auch Beschwerden durch die Arbeit mit giftigen Chemikalien. Allerdings muss natürlich in jedem Einzelfall, wenn der Verdacht auf eine Berufsunfähigkeit vorliegt, geprüft werden, um Verletztengeld von der Kasse zu erhalten.

Zudem führt eine Berufskrankheit nicht zwingend zur Berufsunfähigkeit. Während eine Berufskrankheit nach Ausheilung dem Arbeitnehmer wieder ermöglicht zu arbeiten, kann bei einer Berufsunfähigkeit in der Regel der Beruf nicht mehr ausgeübt werden. Zudem zahlt bei einer Berufskrankheit die Berufsgenossenschaft bzw. die Unfallkasse das Verletztengeld und bei einer Berufsunfähigkeit erhält man nur Geld, wenn auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde. Diese zahlt dann eine monatliche Rente, die vorab festgelegt wurde, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

Das Gesetz kennt jedoch beim Verletztengeld keine Höchstbezugsdauer. Je nach Schwere des Unfalls oder auch bei Folgeerkrankungen kann es zu einer langen Zahlung des Verletztengeldes kommen. Dabei sollte der Arbeitnehmer wissen, dass das Verletztengeld in Höhe von 80 Prozent des Nettolohnes ausgezahlt wird. Bei Krankengeld sind dies nur 70 Prozent.

Wer erhält Verletztengeld?

Beim Verletztengeld kommt es allerdings auch darauf an, ob er den Unfall verschuldet hat oder ob ein Mitarbeiter daran beteiligt war. Weiterhin können auch Arbeitslose, Schwangere oder Kinder und auch Selbstständige und Beamte Verletztengeld erhalten, wenn sie sich auf dem Weg zum Arbeitsamt oder zur Schule etc. befinden. Schwangere allerdings müssen in einem Arbeitsverhältnis stehen und es muss sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall handeln. Während des Mutterschutzes und der Elternzeit kann kein Verletztengeld ausgezahlt werden.

Wenn die Kassen sich weigern

Leider kommt es aber auch immer häufiger vor, dass die Krankenkassen die Zahlung von Verletztengeld hinauszögern oder den Unfall nicht anerkennen. Hier sollte auf jeden Fall Klage eingereicht werden, um zu seinem Recht zu kommen. Sicher ist auch dies mit hohen Kosten verbunden, dennoch geht es um die finanzielle Absicherung des Verunfallten, der ohne das Geld zu einem Sozialfall werden könnte. Aus diesem Grund sollte auf eine Klage auf keinen Fall verzichtet werden.

Durch | 27.02.2018 | Allgemein, Partner | 0 Kommentar

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