Was verdiene ich nach dem Medizinstudium?

Was verdiene ich nach dem Medizinstudium?

Brutto / Netto – was bleibt von meinem Gehalt?

Brutto ist nicht gleich netto – vor dieser erschreckenden Erfahrung stehen viele Berufsanfänger beim Anblick Ihrer ersten Gehaltsabrechnung.

Leider gibt es doch einige Abzüge vom Bruttogehalt. In diesem Artikel findet Ihr alle Informationen darüber, welche Abzüge es gibt und was vom Bruttogehalt übrig bleibt.

Was verdiene ich nach dem Medizinstudium?

Im heutigen Blogartikel möchten wir Euch eine erste Netto-Übersicht mit unserer Mustergehaltsabrechnung zur Verfügung stellen. Die Abrechnung unterstellt den „Worst Case“ für Euch, das heißt es ist die Grundvergütung des Tarifvertrages für kommunale Krankenhäuser zu Grunde gelegt und es werden keine weiteren Dienste berücksichtigt.

In unserer Darstellung findet Ihr zwei unterschiedliche Szenarien (ledig und verheiratet). Die Einstufung in Steuerklasse III ist für den besser verdienenden Ehepartner, erzielen beide Ehegatten ein nahezu identisches Einkommen wird die Steuerklasse IV angewendet (dies entspricht Steuerklasse I). Bitte beachtet hier, dass der Lohnsteuerabzug (festgelegt durch die entsprechende Steuerklasse) nur ein unterjähriges Hilfsmittel zur Ermittlung der Steuerlast ist. Entscheidend zur endgültigen Ermittlung des zu versteuernden Einkommens sind die Angaben in der Steuererklärung.

Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Versicherungen

Ausgehend von Eurem Bruttolohn von 4.111,59 € zuzüglich in der Regel 6,65 € für vermögenswirksame Leistungen (VL? Hier gibt´s Infos!) sind neben der Lohnsteuer, dem Solidaritätszuschlag sowie der Kirchensteuer (dies ist natürlich davon abhängig ob Ihr in der Kirche seid oder nicht) vor allem auch die Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen.

Diese unterteilen sich in Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung (der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung kann hier je nach Krankenkasse variieren, wir rechnen mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9%).

Zudem geht noch ein Teil in die Deutsche Rentenversicherung bzw. in Euer zuständiges Ärzteversorgungswerk und die Arbeitslosenversicherung. Grundsätzlich unterliegen die Sozialversicherungsabgaben der sogenannten paritätischen Teilung, das heißt der Gesamtbeitrag wird je hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen. Ausnahme hiervon ist die gesetzliche Unfallversicherung, diese zahlt vollständig der Arbeitgeber. Daher findet Ihr hierzu auch keinen Abzug auf der Gehaltsabrechnung.

Was bleibt netto in kommunalen Krankenhäusern?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei der obigen Gehaltsabrechnung um die denkbar schlechteste Konstellation.

Das bedeutet, nach den ganzen Abzügen könnt Ihr mit netto 2.388,39 € (ledig) bzw. 2.744,58 € (verheiratet) definitiv zum Start als Assistenzarzt planen.

Wir empfehlen, grundsätzlich schon zum Berufsstart eine Art Budget- und Liquiditätsplanung zu erstellen.

Damit habt Ihr sofort eine gute Übersicht über Eure Ein- und Ausgaben und könnt bestimmen, wie viel Geld Ihr im Monat zum Sparen zur Verfügung habt und was Ihr für die notwendigen Lebenshaltungskosten benötigt.

Beispielgehaltsabrechnung für Unikliniken

Die Ärztegehälter werden in zwei Schritten um insgesamt 4,4 Prozent erhöht – rückwirkend zum 1. April 2015 um 2,2 Prozent und um weitere 2,2 Prozent ab 1. April 2016.

Allerdings bezieht sich die Erhöhung auf Euer Bruttogehalt als Assistenzarzt.

Wie sich die Erhöhung konkret auswirkt und mit welchem Mindest-Nettogehalt (ohne Dienste!) Ihr planen könnt, seht Ihr in der folgenden Mustergehaltsabrechnung:

Arzt Brutto Netto Verdienst

Der Auszahlungsbetrag ist also in der Uniklinik aufgrund des höheren Grundgehalts leicht höher als im kommunalen Krankenhaus.

Tarifverträge und Fachärzte

Mehr Informationen und alle Details in Abhängikeit der Karrierestufe und der Dauer der Berufszugehörigkeit finden Sie in der Übersicht Tarifverträge.

Eine komplette Übersicht alle niedergelassenen Facharzt Fachbereiche zu findem im Artikel Gehalt niedergelassene Fachärzte.

Bildnachweis: Money! via photopin (license)

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