Digitalisierung Medizin Von Morgen

Smartphones, Sensoren, smarte Tabletten: Einblicke in die Welt der Medizin von morgen

Die Digitalisierung der Medizin gilt seit Jahren als Zukunftsvision, doch noch hinken Ärzte, Kliniken und Politik hierzulande weitgehend hinterher. Anders das Volk: Bei der deutschen Bevölkerung steigt das Interesse an der eigenen Gesundheit ständig. Viele konsultieren längst nicht nur Arzt und Apotheker, sondern auch Apps und Suchmaschinen. Bald könnte noch mehr digitale Technik hinzukommen.

Gesundheits-Apps im Vormarsch

Gesundheits-Apps gibt es bereits viele, und sie werden von Patienten rege genutzt. Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ergab, dass jeder fünfte chronisch kranke Patient, der ein Smartphone besitzt, Gesundheits-Apps nutzt, um seine Erkrankung zu kontrollieren oder zu überwachen. Bald könnten Smartphones noch mehr Körperdaten erheben, darunter etwa den Blutdruck, die Durchblutung, das EKG oder die Sauerstoffsättigung. Ein entsprechendes Patent hat Apple kürzlich angemeldet. Besseren Hautkontakt versprechen Smartwatches sowie in die Kleidung eingenähte Sensoren. An einem Blutdruckmesser in Form einer Smartwatch arbeitet derzeit die japanische Firma Omron. Ohne zusätzliches Gerät möchten Forscher von der Cornell Universität in den USA die Gesundheit von Patienten überwachen. Sie stellten ihre neu entwickelten Sensoren im Fachmagazin „Nature Electronics“ vor. Etwa in Krankenhäusern oder Pflegeheimen könnten Patienten Kleidung tragen, die über solche eingenähten Sensoren verfügt und Daten zu Atemfrequenz, Blutdruck und Puls sammelt.

Smarte Tabletten mit Arztfeedback

Noch näher an den kranken Leib rückt eine smarte Tablette. „Abilify MyCite“ heißt das erste digitale Medikament, das dem Arzt meldet, wenn es geschluckt wurde. Die in den USA zugelassene Tablette enthält einen winzigen Sensor, der bei Kontakt mit Magensäure ein Signal an ein Spezialpflaster am Patienten sendet. Das Pflaster sendet wiederum einen Impuls an eine App auf dem Smartphone und von dort gehen die Daten in die Cloud. Entwickelt hat den sandkorngroßen Sensor die US-Firma Proteus Digital Health. Das Medikament selbst wird von der japanischen Firma Otsuka Pharmaceutical hergestellt und enthält den Wirkstoff Aripiprazol.“Abilify MyCite“ wird bei bipolaren Störungen, Schizophrenie oder schweren Depression verschrieben und soll die Therapietreue erhöhen.

Ärzte kritisch, Patienten aufgeschlossen

Ob sich die neue digitale Technik tatsächlich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Für Ärzte bedeutet das digitale Zeitalter jedenfalls zusätzliche Arbeit. Denn während Ethiker und Datenschützer die zunehmende Anzahl an Gesundheitsdaten kritisch sehen, stehen etliche Kranke und Gesunde dem digitalen Lifestyle rund um die eigenen Körperdaten aufgeschlossen gegenüber – auch dadurch werden sich Ärzte mit immer mehr Gesundheitsdaten in immer besserer Qualität konfrontiert sehen.

Durch | 03.09.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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