Rettungssanitäter Ausbildung Beruf

Rettungssanitäter/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Der Alltag als Rettungssanitäter/in stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen, denn oft erfährt man erst am Unfallort, um welche Notsituation es geht. Trotz des intensiven Berufsalltags ist der Rettungsdienst ein erfüllender Beruf, bei dem man einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet.

Ausbildung Rettungssanitäter/in – Voraussetzungen und Dauer

Die Ausbildung als Rettungssanitäter/in ist in den meisten Bundesländern gesetzlich geregelt und richtet sich nach den „Grundsätze[n] zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst“. Die Ausbildungsdauer variiert von Bundesland zu Bundesland und beträgt mindestens drei Monate.

Im Vergleich zu Notfallsanitätern und Rettungsassistenten ist es bundesweit so, dass man als Rettungssanitäter/in eine deutlich kürzere Ausbildung durchläuft und dadurch bedingt beschränkte Kompetenzen hat (nur die Rettungshelfer Ausbildung ist mit nur einem Monat Dauer noch kürzer).

Als Voraussetzung gilt in der Regel der Hauptschulabschluss. Vielerorts wird ein Mindestalter (17 oder 18 Jahre) angesetzt, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis erwartet und ein abgeschlossener Erste-Hilfe-Kurs verlangt. Gute Noten in Biologie, starkes Interesse an Medizin und keine Angst vor Blut zählen genauso wie Belastbarkeit, Stressresistenz, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu den persönlichen Qualifikationen, die Bewerber/innen mitbringen sollten.

Typischerweise findet die Ausbildung direkt bei Hilfsorganisationen statt, manchmal auch an privaten Rettungsdienstschulen. Sie umfasst mindestens 520 Stunden aus den Teilbereichen theoretisch-schulische Ausbildung (160 Stunden), klinisches Praktikum (160 Stunden) und Rettungswachepraktikum (160 Stunden). Zusätzlich wird ein Abschlusslehrgang im Umfang von 40 Stunden absolviert.

Ausbildung Rettungssanitäter/in – Inhalt

Jede/r angehende Rettungssanitäter/in erlernt die theoretischen Grundlagen und speziellen Notfallkenntnisse aus den Bereichen Anatomie, Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Notfallmedizin, Pädiatrie, Physiologie und Psychiatrie. Auch rechtliche und technische Inhalte rund um den Rettungsdienst werden thematisiert. Darüber hinaus finden praktische Übungen der Notfalltechniken statt. Während des klinischen Praktikums (beispielsweise in der Anästhesie, auf der Intensivstation oder in der Notfallambulanz) erlernen Azubis medizinische Maßnahmen wie die Patientenüberwachung, den Umgang mit Medikamenten, die Vorbereitung und Assistenz bei der Intubation sowie Grundlagen der Patientendokumentation. Im Rahmen des Praktikums auf einer Rettungswache (entweder im Notarzteinsatzfahrzeug, Krankentransport- oder Rettungswagen) kann das erworbene Wissen erstmals im Ernstfall angewendet und vertieft werden. Zudem stehen auch die Bereiche Hygiene im Rettungsfahrzeug und Einsatzdokumentation im Fokus. Als letzten Teil der Ausbildung gibt es einen Abschlusslehrgang mit anschließender Abschlussprüfung. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Fortbildungen für Rettungssanitäter

Ein Führerschein Klasse C1 (alt FSK 3) inklusive der Erlaubnis zur Personenbeförderung muss während der Ausbildung erworben werden, sofern dieser nicht bereits vorliegt. Als potenzielle/r Rettungssanitäter/in sollte man noch wissen, dass in vielen Bundesländern nach Abschluss der Ausbildung jährliche Fortbildungen Pflicht sind, um weiterhin im Rettungsdienst arbeiten zu dürfen. Wer beruflich aufsteigen will, kann sich als Rettungsassistent/in, Notfallsanitäter/in oder als Ausbilder/in für Erste Hilfe und Lebensrettende Sofortmaßnahmen weiterbilden lassen. Wem das nicht reicht, der kann dank eines anschließenden Bachelorstudiums in Rettungsdienstingenieurwesen oder Sanitäts- und Rettungswesen sogar eine leitende Funktion im Rettungsdienst übernehmen.

Rettungssanitäter/in Ausbildung Gehalt

In der Regel gibt es während der Ausbildung als Rettungssanitäter/in kein Gehalt. Ein kleiner Trost: Viele andere schulische Ausbildungen werden ebenfalls nicht vergütet.

Jedoch kann man sich nach Alternativen umsehen. Beispielsweise kann man einen Antrag auf BaföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) stellen und dadurch die Zeit während der Ausbildung finanzieren.

Der Beruf Rettungssanitäter/in – Tätigkeiten und Alltag

Als Rettungssanitäter/in ist man im Rettungsdienst als Teil der Besatzung eines Rettungswagens, Notarztwagens beziehungsweise Notarzteinsatzfahrzeugs oder im qualifizierten Krankentransport tätig. Da sich Notfälle zu jeder Tages- und Nachtzeit ereignen können, wird im Schichtdienst gearbeitet – auch an Feiertagen und am Wochenende. Der Berufsalltag ist eher intensiv, es gibt jedoch Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen. In jedem Fall gilt, dass man als Rettungssanitäter/in nicht länger als 48 Stunden wöchentlich im Dienst sein darf.

Außer im reinen Krankentransport, wird man tagtäglich mit den unterschiedlichsten Notfällen konfrontiert. Die Bandbreite reicht von simplen Schwächeanfällen bis zu komplexen Verletzungen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Als Rettungssanitäter/in unterstützt man den Notarzt, Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten bei ihrer Arbeit, führt Wiederbelebungsmaßnahmen durch, stillt Blutungen, überwacht die Vitalfunktionen, beruhigt Patienten oder deren Angehörige, fährt und desinfiziert das Rettungsfahrzeug und kümmert sich um die Dokumentation. Auf der Rettungswache werden administrative Aufgaben erledigt, wie das Verfassen von Einsatzberichten und Notfallprotokollen oder die Organisation von Rettungseinsätzen, aber auch Telefon- und Pfortendienste gehören zum Berufsalltag als Rettungssanitäter/in gelegentlich dazu.

Beschäftigung findet man als Rettungssanitäter/in vor allem bei öffentlichen und kirchlichen Rettungsdiensten von Krankenhäusern und Wohlfahrtsverbänden oder bei privaten Rettungs- und Krankentransportdiensten. Eine interessante Variante dabei ist die Auslandsrückholung. Aber auch die Bundeswehr, die Feuerwehr, das Katastrophenhilfswerk sowie Rettungsdienste der Bergrettung und Wasserrettung brauchen Rettungssanitäter.

Rettungssanitäter/in Gehalt

Das durchschnittliche Gehalt als Rettungssanitäter/in bewegt sich zwischen 1.900 Euro und 2.500 Euro brutto im Monat. Ausführliche Informationen in Abhängig von Arbeitgeber und Bundesland gibt es unter:

Rettungssanitäter Gehalt – was verdient ein Rettungssanitäter?

Die Gehaltsunterschiede kommen aufgrund der unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer zustande und sind auch von der Größe des Arbeitgebers abhängig. Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag (TVöD VKA), kirchliche Träger legen einen Haustarifvertrag zugrunde, der sich ebenfalls eng am Tarifvertrag orientiert. Private Krankentransport- und Rettungsdienste können das Gehalt frei bestimmen.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 28.03.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

Einen Kommentar hinterlassen

Blog Search Form

Blog Category

Blog Sidebar Ad

praktischarzt_Banner_apoSeminar

Werbung

Blog Tab

Blog Facebook

Finde uns auf Facebook

Blog Sidebar Ad

praktischarzt_Banner_apoSeminar

Werbung

Search Form

Blog Category

Blog Facebook

Finde uns auf Facebook