Regeln Blutspende: Tabu für Tattoos

Wie sind die Regeln beim Blutspenden? Tabu für Tattoos?

Blutspenden ist wichtig

Blutspenden retten Leben – jeden Tag. Um eine flächendeckende Versorgung mit Blutkonserven sicherzustellen, ist es wichtig, dass der gesunde Teil der Bevölkerung aus Solidarität regelmäßig ein wenig roten Lebenssaft spendet. Vor kurzem hat jedoch ein prominenter Fußballspieler für einige Verwirrung gesorgt, was das Blutspenden angeht.

In diesem Blog sagen wir euch, welche Regeln für das Blutspenden wirklich gelten.

Welche Regeln gelten beim Blutspenden

Viele bekannte Fußballspieler sind tätowiert und zeigen ihre Körperkunst gerne beim Trikottausch auf dem Fußballfeld. Nicht so Cristiano Ronaldo. Seine Haut ist unbemalt, und soll auch so bleiben. Der Grund: Ronaldo geht regelmäßig zur Blutspende. Wenn er sich tätowieren ließe, könne er laut eigenen Angaben kein Blut mehr spenden.

Das ist so jedoch nicht ganz richtig: Nach Tätowierungen muss eine Wartezeit von 4 Monaten eingehalten werden, ehe man wieder zur Blutspende zugelassen wird. Dieselbe Frist gilt für Ohrlöcher, Piercings oder Brandings. Der Grund dafür ist, dass eine eventuelle Infektion mit Hepatitis oder HIV während einer Tattoo- oder Piercing-Sitzung erst nach einer gewissen Zeit im Blut nachgewiesen werden kann. Da die Übertragung von infektiösen Blutprodukten mit allen Mitteln vermieden werden muss, ist diese Sperrfrist zum Schutz der Blutempfänger notwendig.

Wie alt, wie schwer, wie oft und wie viel?

Grundsätzlich darf in Deutschland jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 69 Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 50 kg Blut spenden. Frauen dürfen 4 mal, Männer sogar 6 mal jährlich zur Spende, wobei zwischen den Terminen mindestens 8 Wochen liegen müssen.
Zur Spende muss man nichts als den Personalausweis und etwas Zeit mitbringen. Vorher sollte man gut gegessen und vor allem getrunken haben. Eine Spende beläuft sich auf 500ml Vollblut – das schadet dem eigenen Körper nicht, der das fehlende Blut rasch nachbildet.

33 % der Deutschen dürften spenden

In Deutschland sind etwa 33% der Bevölkerung theoretisch dazu in der Lage, Blut zu spenden. Tatsächlich tun es aber nur etwa 3%. Das ist auf Dauer zu wenig, um die Gesamtbevölkerung mit Blutprodukten zu versorgen. Schließlich sind viele Menschen einmal in ihrem Leben auf Spenderblut oder Blutprodukte angewiesen. Etwa 6% der Bevölkerung sind laut dem Deutschen Roten Kreuz als Dauerspender notwendig, um die Versorgung langfristig zu sichern, denn allein im Bundesland Bayern werden täglich 2.000 Blutkonserven für die Patientenversorgung benötigt.

Dass in Deutschland zunehmend Blutspenden gebraucht werden, liegt auch an den Fortschritten, die die Medizin in den letzten Jahren gemacht hat. Schwer kranke Patienten können heute länger und besser therapiert werden, und in den operativen Disziplinen sind große, hochkomplexe Eingriffe möglich, die früher undenkbar waren. Ohne Blutkonserven ginge dies alles nicht.
90% aller Blutkonserven werden jedoch nach wie vor in der Notfallmedizin und der Unfallchirurgie verbraucht. Diese Eingriffe kann man weder planen noch verschieben – deshalb müssen hier jederzeit ausreichend Reserven vorhanden sein.

Blutspenden rettet Leben

Ob tätowiert oder nicht: Wer gesundheitlich dazu in der Lage ist, sei hiermit freundlich an die Blutspende erinnert. Viele Blutspendedienste bieten als Entschädigung Snacks und Getränke, eine vollwertige Mahlzeit, einen kleinen Geldbetrag oder andere Goodies an.
Also auf zur Blutspende! It’s a beautiful day to save lives.

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Durch | 29.09.2016 | Allgemein | 0 Kommentar

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