Physikum Medizinstudium Durchfallquoten

Physikum Medizinstudium – Vorbereitung und Durchfallquoten

Am Ende der vorklinische Phasen Phase im Medizinstudium erwartet Euch das Physikum. Es gilt als eine der schwersten Prüfungen im ganzen Medizinstudium. Daher wollen wir Euch bei der Vorbereitung des Physikums bestmöglich unterstützen.

Im ersten Teil dieses Artikel findet Ihr Informationen zur Durchfallquote. Im zweiten Teil findet Ihr die besten Methoden zur Vorbereitung des Physikums und viele nützliche Tipps und Hinweise.

Durchfallquoten Physikum

Viele Studenten interessieren sich im Rahmen des Medizinstudiums auch für die Durchfallquote des Physikums.

Vor kurzem haben wir einen Blogartikel „Durchfallquoten in der Medizin“ veröffentlicht, in dem deutlich wurde, wie gering die Zahl der Medizinstudierenden ist, die die Abschlussprüfung des Studiums nicht besteht.

Aus euren zahlreichen Rückmeldungen zu diesem Artikel ging die Frage hervor, wie viele Medizinstudierende in Deutschland schon vor dem Physikum das Handtuch werfen oder exmatrikuliert werden, weil eine vorklinische Prüfung im letzten Versuch nicht bestanden wurde.

Beispiel Universität Magdeburg

Einen hilfreichen Datensatz hat uns die Universität Magdeburg zur Verfügung gestellt, den wir euch gerne als repräsentatives Beispiel darstellen.

Die medizinische Fakultät der Universität Magdeburg immatrikuliert jedes Jahr im Schnitt 195 Studierende der Medizin. Davon haben in den Jahren 2005-2015 lediglich 10 Studierende das Physikum nicht bestanden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum vor dem Physikum 60 Studierende exmatrikuliert, weil eine Prüfung der Vorklinik endgültig nicht bestanden wurde. Selbstständig in der Vorklinik exmatrikuliert haben sich 236 Studierende in den letzten 10 Jahren, weil sie nicht länger Medizin studieren wollten.

Prozentual ausgedrückt bedeutet dies, dass in den letzten 10 Jahren in Magdeburg nur 3,5% der Studierenden wegen Nichtbestehens einer Prüfung der Humanmedizin den Rücken kehren mussten. Ein wesentlich größerer Anteil, nämlich 12,1%, entschied sich für ein anderes Studienfach.

Obgleich die Vorklinische Phase kurz vor dem Physikum sicherlich zu einer der schwersten im ganzen Medizinstudium zählt, zeigt sich zahlenmäßig ein ähnliches Bild wie in unserem Vorgängerartikel: nur ein geringer Anteil der Medizinstudierenden ist den Anforderungen des Studiums nicht gewachsen. Ob sich darin die strenge Vorauswahl der Studierenden über den NC bestätigt oder die deutschen Unis einfach eine hervorragende Lehre anbieten, lässt sich final nicht sagen.

Durchfallquoten des IMPP

Das IMPP (Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen) ist zuständig für die Erstellung des Gegenstandskatalogs sowie für die jährliche Erstellung der Prüfungsaufgaben. Daneben wird durch das Institut auch eine Auswertung der Prüfungsergebnisse durchgeführt.

So haben sich im Herbst 2016 unter anderem folgende Durchfallquoten im Physikum and den deutschen Universitäten gezeigt. Insgesamt legten 6466 Studenten die Prüfung ab. Davon sind 609 durchgefallen, was einer Quote von 9,4 Prozent entspricht.

Pro Universität zeigt sich folgendes Bild:

UniversitätStudierendeDurchgefallen Abs.Durchgefallen Proz.
Berlin10880
Bochum2723211,8
Bonn203125,9
Dresden209167,7
Düsseldorf17952,9
Erlangen196168,2
Essen1561811,5
Frankfurt330267,9
Freiburg264207,6
Gießen1662313,9
Göttingen2183717
Greifswald12332,4
Halle1932010,4
Hamburg3133,3
Heidelberg315196
Homburg2282611,4
Jena2263013,3
Kiel1822312,6
Leipzig2833612,7
Lübeck1661710,2
Magdeburg16263,7
Mainz1791810,1
Mannheim208167,7
Marburg339298,6
München701568
Münster158127,6
Regensburg189126,3
Rostock151117,3
Tübingen1762212,5
Ulm26972,6
Würzburg1742816,1

Quelle: IMPP

Physikum Vorbereitung

Zur Vorbereitung des Physikums stehen Euch verschiedene Vorbereitungsmethoden und viele Hilfsmittel zur Verfügung. Ob Gegenstandskatalog, alte Prüfungsaufgaben aus den früheren Klausuren und Lösungen, die besten Leerbücher, E-Learning oder andere Dinge, es gibt viele nützliche Methoden, die Ihr für die Prüfungsvorbereitung verwenden könnt.

Da das Thema Vorbereitung sehr umfangreich ist, haben wir mittlerweile zu diesem Thema einen eigenen grossen, ausführlichen Artikel erstellt. Alles Infos dazu findet Ihr unter Vorbereitung des Physikums. Hier findet Ihr unter anderem die Aufgabenstellen und Lösungen der früheren Prüfungen zum Download, die besten Lehrbücher sowie viele weitere nützliche Hilfestellungen.

Wir hoffen Euch mit dem Artikel zur Physikumsvorbereitung eine gute Hilfestellung zu liefern und wünschen Euch viel Erfolg beim Physikum.

Weitere Themen rund um Prüfungen

Durchfallquoten: Medizinstudium

TMS: Test für medizinische Studiengänge

Medizin E-Learning: Prüfungsvorbereitung für die Tasche

Bildnachweis: I Haven’t Finished yet. via photopin (license)

3 Kommentare

  1. Nico 16.02.2016 um 17:22 - Antworten

    Von „hervorragender “ Lehre kann man aus meiner Sicht nicht sprechen. Die niedrigen Durchfallquoten im Physikum gehen zu einem sehr großen Teil auf das Konto der sehr hartnäckigen und fleißigen Studierenden, die ihr ganzes Leben opfern, um die Prüfungen zu bestehen. Zumindest an unserer Uni kann man nicht sagen, dass der Großteil der Lehrenden in irgendeinerweise daran interessiert wäre, dass die Studierenden durch die Prüfungen kommen. Es wird regelmäßig rausgeprüft und zwar im großen Stil. Und in einigen Fächern sogar mit einer gewissen Vorhersehbarkeit: zwei Institute konzipieren jedes Jahr Klausuren, aus denen im Nachhinein etliche Fragen aus der Wertung genommen werden müssen- das ist mittlerweile so etabliert, dass man nicht von „Zufällen“ oder „Unachtsamkeit“ sprechen kann. Ich erinnere mich noch an eine Anatomieklausur, aus der von 48 Fragen 6 Fragen aus der Wertung genommen werden mussten und selbst dann hatten immer noch über 70% nicht bestanden (anfechtbar waren in dieser Klausur übrigens weit mehr als 6 Fragen).

    Sinnvoller wäre aus meiner Sicht zu überprüfen, wieviele der Studierenden noch in der Regelstudienzeit liegen. „Rausprüfen“ bedeutet an unserer Uni in erster Linie auch, dass Studierende ein Jahr verlieren und somit die Kohorte wechseln- so werden die Studierendenzahlen dann kurzfristig reduziert und die hartnäckigen Studierenden bleiben dann einfach locker 4 Jahre in der Vorklinik. Einige dieser Studierenden „strecken“ ihren Studienverlauf auch ganz gezielt, weil sie es anders nicht schaffen würden und andere werden dazu gezwungen, einen Kurs zu wiederholen (manchmal kommt auch beides zusammen). Bei uns sind in einigen Fächern Durchfallquoten von 70% in den Klausuren keine Seltenheit, vor allem in den Nachholklausuren. Diejenigen, die durch diese Nachholklausuren fallen, müssen dann automatisch ein Jahr länger studieren. Faktisch wurden sie dadurch weder aus dem Studiengang geprüft noch sind sie durch das Physikum gefallen- das sieht in der Statistik schön aus, aber mein Eindruck ist, dass weitaus mehr als 10% einer Kohorte das Studium nicht in der Regelstudienzeit schaffen. Und somit könnte man schon die Vermutung äußern, dass dies auch eine ganz geschickte Taktik der Unis ist, zu verbergen, dass sie in Puncto Lehre und Studentenfreundlichkeit nicht viel zu bieten haben. Man brüstet sich ja regelmäßig mit tollen Quoten in den Physika, aus meiner Sicht ist das aber kein Verdienst der Uni, sondern der Studierenden, die hartnäckig am Ball bleiben, auch wenn das Studium dadurch vielleicht 1-2 Jahre länger dauert.

    Aus meiner Sicht müssten in solche Erhebungen auch die Frage, ob jemand gewollt oder ungewollt länger studiert, mit einfließen, damit man sich ein repräsentatives Bild davon machen kann, wie sich die Zustände in der Vorklinik sich wirklich gestalten. Oberflächlich gesehen stimmt es: ja, es brechen wenige Studierende ihr Studium ab bzw. es werden wenige final rausgerpüft. Wenn man tiefer schaut, merkt man jedoch, dass das auch gar nicht das Problem in der Vorklinik ist.

  2. Gordon 16.02.2016 um 18:01 - Antworten

    Zu meiner Physikumszeit 2001 in Jena lag die Durchfallquote pro Prüfung bei 20%.
    Es war damals eine Uni mit sehr niedriger Durchfallquote. Ist sie seit dem tatsächlich so drastisch gesunken?

  3. Mattheus 16.02.2016 um 18:52 - Antworten

    Ich kann Nico nur zustimmen. Bei uns ist das auch so. Ich hänge wegen den Launen eines Prüfers, den ich zweimal in der Selben mündlichen Prüfung in aufeinander folgenden Jahren hatte 2 Jahre hinter meinem regulären Semester – dieses ist jetzt bereits in den Kreis der Ärzteschaft aufgenommen und arbeitet. Wenn ich in den Reihen mich umschaue sehe ich bekannte Gesichter aus meinem und dem folgenden Semester. Ich würde sagen 40% des Jahrgangs sind in den Jahrgang gekommen, während 40% noch nachhinken …

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