Pharmazeutisch Technischer Assistent

Pharmazeutisch-technischer Assistent PTA – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Als Pharmazeutisch-technischer Assistent (auch PTA genannt) unterstützt man das Team der Apotheke und ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die medizinischen Rat suchen. Wie die Ausbildung als PTA abläuft, welches Gehalt es gibt und wie der Arbeitsalltag aussieht – all das und mehr gibt es hier im Überblick.

Pharmazeutisch-technischer Assistent – Ausbildung

Pharmazeutisch-technische Assistenten durchlaufen eine zweieinhalbjährige schulische Ausbildung, die bundesweit einheitlich geregelt ist. Sie umfasst eine zweijährige schulische Ausbildungsphase und ein anschießendes sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einer Apotheke. Als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent lernt man an einer der rund 80 Berufsfachschulen und Berufskollegs. Je nachdem, ob die Ausbildung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten privaten Schule absolviert wird, fällt ein monatliches Schulgeld an.

Als Zugangsvoraussetzung gilt der Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder ein gleichwertiger Abschluss. Erwartet werden gute schulische Leistungen in Mathematik und den anderen naturwissenschaftlichen Fächern. Einzelne Berufsfachschule können weitere Zugangsvoraussetzungen festlegen, etwa den Nachweis über deine gesundheitliche Eignung. Zur persönlichen Eignung gehören Sorgfalt, manuelles Geschick, Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kranken und verantwortungsvolles Arbeiten.

Während der Ausbildung als Pharmazeutisch-technischer Assistent lernt man im ersten Lehrjahr im Fach Arzneimittelkunde alle Arzneimittel und ihre Inhalts- und Wirkstoffe kennen, macht sich mit der richtigen Anwendung und den möglichen Nebenwirkungen vertraut. Dazu gehört auch der Erwerb von Grundkenntnissen in Anatomie und Physiologie. Im Fach Botanik und Drogenkunde geht es um Pflanzen und deren Inhaltsstoffe. In praktischen Übungen wird erlernt, wie pflanzliche Inhaltsstoffe wirken und kombiniert werden können, etwa in Form von Arzneitees. In Galenik geht es um die Herstellung von Arzneimitteln und im Fach Fachrechnen um die Berechnung von Einheiten und Preisen

Im zweiten Ausbildungsjahr rücken Medizinproduktekunde sowie Ernährungskunde und Diätetik in den Fokus. Das Wissen um Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel, Kompressionsstrümpfe, Pflaster und Verbände gehört zum Repertoire als Pharmazeutisch-technischer Assistent dazu. Begleitend läuft auch allgemeinbildender Unterricht in Fächern wie EDV, Sozialkunde und Wirtschaft.

Während des Anerkennungspraktikums werden alle Aspekte der täglichen Arbeit in einer Apotheke erlernt. Besonders wichtig als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent ist natürlich der freundliche Umgang mit Kunden, aber dabei bleibt es längst nicht. Auch die Herstellung von Arzneimitteln und die dazugehörige Preisberechnung, die Bearbeitung ärztlicher Verschreibungen, die Prüfung der Lagerbestände, der Umgang und die umweltgerechte Entsorgung von toxischen Stoffen, die wichtigsten Rechtsvorschriften einer Apotheke sowie die notwendigen Verwaltungsaufgaben (etwa die gesetzlich vorgeschriebene Registrierung beim Verkauf von Betäubungsmitteln) werden thematisiert.

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht und vor einem Prüfungsausschuss der ausbildendenden Schule stattfindet. Im Anschluss an das Anerkennungspraktikum folgt eine weitere mündliche Prüfung im Fach Apothekenpraxis. Der Beruf darf nur mit staatlicher Anerkennung ausgeübt werden. Mit bestandener Prüfung wird diese Erlaubnis erteilt. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für PTA vom 23. September 1997 gilt als gesetzliche Grundlage.

Pharmazeutisch-technischer Assistent – Ausbildung Gehalt

Als angehender Pharmazeutisch-technischer Assistent wird in den ersten zwei Lehrjahren der Ausbildung kein Gehalt gezahlt. Erst mit dem Beginn des sechsmonatigen Anerkennungspraktikums gibt es ein Gehalt. PTA-Praktikanten erhalten während der sechs Monate, die sie in einer Apotheke ableisten, 687 EUR monatlich. Das Ausbildungsgehalt ist tariflich geregelt und gilt deutschlandweit mit Ausnahme von Sachsen und Nordrhein.

Der Beruf Pharmazeutisch-technischer Assistent – Tätigkeiten und Alltag

Nach der Ausbildung kann man als Pharmazeutisch-technischer Assistent nicht nur in einer öffentlichen Apotheke arbeiten. Anstellung findet man auch in Krankenhausapotheken, bei Versandapotheken, bei pharmazeutischen Großhändlern oder in der Chemie- und Pharmaindustrie. Seltener arbeiten PTA bei Gesundheitsämtern, Krankenkassen oder in Universitäten. Je nach Arbeitsstelle kann der Job als Pharmazeutisch-technischer Assistent viel Kundenkontakt oder kaum Publikumsverkehr bedeuten. Die tägliche Arbeit kann im Labor, Lager, Verkaufsraum oder Büro erfolgen. Bei Tätigkeiten im Labor, etwa zur Herstellung oder Erforschung von Arzneimitteln, muss schützende Arbeitskleidung getragen werden.

Die Mehrheit aller Pharmazeutisch-technischen Assistenten arbeitet allerdings in öffentlichen Apotheken. Das bedeutet während der regulären Verkaufszeiten. Dabei sind Schicht- und Wochenenddienste üblich. Als Pharmazeutisch-technischer Assistent gilt es den Apotheker oder die Apothekerin bei der Herstellung von Arzneien, beim Verkauf und bei Verwaltungsaufgaben zu unterstützen. PTA dürfen verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente aushändigen, kontrollieren ärztliche Verschreibungen und beraten die Kunden, die oft vor einem Arztbesuch in der Apotheke Rat suchen. Daher muss man als Pharmazeutisch-technischer Assistent Symptome erkennen und Krankheiten zuordnen können sowie genau kommunizieren, wie Medikamente wirken, eingenommen werden müssen und welche Nebenwirkungen entstehen können. Teilweise erfolgt die Beratung auch telefonisch. Auch Anfragen zu Kosmetika oder Verbandsstoffen gehören zum Alltag in einer Apotheke.

Daneben gehört auch die Prüfung und Pflege der Arzneimittelbestände und die Nachbestellung fehlender Medikamente zu den Aufgaben als PTA. In Apotheken, in den Arzneien frisch gefertigt werden, kann der Arbeitsalltag als Pharmazeutisch-technischer Assistent auch hauptsächlich hinter den Kulissen im Labor stattfinden.

Pharmazeutisch-technischer Assistent – Gehalt

Nach zähen Verhandlungen der Apotheker-Gewerkschaft Adexa und des Arbeitgeberverbandes der Apotheker (ADA) trat im Juni 2017 ein neuer Tarifvertrag in Kraft. Er betrifft alle Apothekenmitarbeiter, darunter Pharmazeutisch-technische Assistenten, die Adexa-Mitglied sind und deren Arbeitgeber gleichzeitig ADA-Mitglied ist.

Der Tarifvertrag besitzt vorerst eine Gültigkeit von einem Jahr und gilt bundesweit mit Ausnahme der Kammergebiete Sachsen und Nordrhein. Adexa-Tarife gelten in Sachsen traditionell nicht, da der Sächsische Apothekerverband kein Mitglied im ADA ist. In Nordrhein verhandelt die Adexa separate Tarifverträge mit der der TGL Nordrhein. Als Pharmazeutisch-technischer Assistent in Vollzeit (40 Wochenstunden) steigt das Gehalt mit den Berufsjahren und liegt derzeit bei:

  • Im 1.-2. Jahr: 2.017 EUR
  • Im 3.-5. Jahr: 2.125 EUR
  • Im 6.-8. Jahr: 2.307 EUR
  • Im 9.-14. Jahr: 2.505 EUR
  • Ab dem 15. Jahr: 2.613 EUR

Bei Teilzeitverträgen liegt das Gehalt entsprechend niedriger. Die für Approbierte, Apothekerassistenten und (Dipl.) Pharmazie-Ingenieure üblichen Notdienst- und Wochenendzulagen gelten für Pharmazeutisch-technische Assistenten nicht.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 11.08.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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