Pharmazeutisch Kaufmännischer Angestellter

Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Die Apotheke ist ein besonderer Ort, den täglich viele Hilfe suchende Menschen aufsuchen. Obwohl man als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter zum nichtpharmazeutischen Personal gehört, ist man ein wertvolles Teammitglied bei der täglichen Arbeit und sorgt vorrangig im Hintergrund dafür, dass der Apothekenbetrieb reibungslos läuft.

Ausbildung Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Der Beruf Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter (PKA) ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit Schwerpunkt im kaufmännisch-organisatorischen Bereich. Für den Zugang zur Ausbildung ist keine konkrete Schulbildung gesetzlich vorgeschrieben. Die Ausbildungsinhalte bauen allerdings auf dem Hauptschulabschluss auf. Zudem zeigt die Statistik, dass die Ausbildungsbetriebe vor allem Bewerber/innen mit mittlerer Schulreife (Realschulabschluss) einstellen. Für das Jahr 2016 besaßen von den 1.302 Auszubildenden 63 Prozent einen Realschulabschluss, weitere 18 Prozent verfügten über einen Hauptschulabschluss und 15 Prozent über eine Hochschulreife. Zum Anforderungsprofil gehören gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Chemie. Zudem sollte ein kaufmännisches und pharmazeutisches Interesse vorliegen. Wichtig sind auch Sorgfalt, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sowie eine robuste Gesundheit, da man in der Apotheke naturgemäß häufiger mit kranken Menschen in Kontakt kommt.

Die Ausbildungsdauer beträgt 36 Monate (drei Jahre) und folgt dem dualen System. Als angehender Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter mit Hochschulreife ist es möglich, die Ausbildungszeit um ein Jahr zu verkürzen. Ebenso können sehr guter Leistungen zu einer verkürzten Ausbildungsdauer führen. Während der dualen Ausbildung wird man hauptsächlich in einer Apotheke praktisch ausgebildet. Parallel dazu erfolgt der Besuch einer Berufsfachschule im ersten Ausbildungsjahr an zwei Tagen die Woche und im zweiten und dritten Lehrjahr jeweils nur noch an einem Tag wöchentlich. Gelegentlich ist der Berufsschulunterricht auch in Blockform organisiert.

In der Berufsfachschule werden unter anderem das Apothekensystem, die apothekenspezifische Fachsprache, allgemeine Betriebskunde, Bevorratung, Datenverarbeitung, Lagerhaltung, Marketing, Pharmazie, Preisbildung, Rechnungswesen, Warenwirtschaft und Wirtschaftskunde unterrichtet. Insbesondere im zweiten und dritten Ausbildungsjahr lernt man als angehender Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter Aspekte zu Beratung und Verkauf, der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln sowie der Erfassung und Kontrolle von Geschäftsprozessen.

Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres findet eine schriftliche Zwischenprüfung statt, um den Ausbildungsstand zu ermittelt. Die Ausbildung endet nach dem dritten Ausbildungsjahr mit einer Abschlussprüfung vor der jeweiligen Landesapothekerkammer.

Anschließend besteht die Möglichkeit sich als Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) weiterzubilden (Realschulabschluss vorausgesetzt). Eine Fachhochschulreife ermöglicht die Weiterbildung als Diplom-Ingenieurin (FH) mit Schwerpunkt Pharmazeutische Chemie oder Pharmatechnik. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann das Fach Pharmazie an einer Hochschule studieren.

Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter Ausbildung Gehalt

Wie bei einer dualen Ausbildung üblich, wird während der Ausbildung als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter ein Gehalt vom Ausbildungsbetrieb gezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) für Apothekenmitarbeiter. Für nicht tarifgebundene Betriebe gilt per Berufsbildungsgesetz, dass sie eine angemessene Ausbildungsvergütung zahlen müssen. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung lag die durchschnittliche Ausbildungsvergütung als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter im Jahr 2017 bei 687 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 738 Euro im zweiten Lehrjahr und 789 Euro im dritten Jahr der Ausbildung.

Der Beruf Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter – Tätigkeiten und Alltag

Da man sich als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter vorwiegend um die organisatorisch-kaufmännischen Angelegenheiten in der Apotheke kümmert, ist das Hinterzimmer der primäre Arbeitsort. Dort gehören zahlreiche Aufgaben rund um die Verwaltung der Apotheke zum Alltag. Konkret sind es das Annehmen und Aufgeben von Bestellungen, die Bestandsaufnahme und Kontrolle der Arzneimittelvorräte, das Lagern, Auszeichnen und Einsortieren neuer Waren, Buchführung und die Bearbeitung von Krankenkassenabrechnungen und sonstigen Rechnungen. Darüber hinaus runden die Unterstützung des pharmazeutischen Personals bei der Herstellung von Arzneimitteln, das Abfüllen und Abpacken solcher Eigenerzeugnisse, das Gestalten und Dekorieren von Schaufenstern, die Durchführung von Werbe- und Marketingmaßnahmen sowie die Beratung und der Verkauf von frei verkäuflichen Artikeln den Arbeitsalltag ab. Als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter sind die Beratung zu und Abgabe von apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln untersagt. Diese Aufgaben müssen dem pharmazeutischen Personal vorbehalten bleiben.

Als ausgelernter Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter findet man Beschäftigung:

  • in Apotheken und Krankenhausapotheken
  • im Versandhandel (Onlineapotheken)
  • in Drogerien
  • im pharmazeutischen Großhandel
  • in der pharmazeutischen Industrie (Pharmalabors, Pharmaproduktion)
  • in Behörden und der Verwaltung

Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter Gehalt

Das Gehalt als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter richtet sich nach Tarifverträgen, die regelmäßig im Apothekenwesen zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken e.V. (ADA) und der Apothekengewerkschaft (ADEXA) verhandelt werden. Die tarifvertraglichen Regelungen gelten für das gesamte Bundesgebiet, sofern die Bundesländer keine eigenen Gesetze auf den Weg gebracht haben. Aktuell gilt ein eigener Tarifvertrag in Nordrhein-Westfalen. Zudem gilt die tarifliche Regelung im Bundesland Sachsen nicht. Ansonsten greift der Tarifvertrag automatisch, wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Mitglied in ihrer jeweiligen Tariforganisation sind. Dies trifft auf die Mehrzahl der Apotheken zu, da schon eine Mitgliedschaft im Landesapothekerverband zur automatischen Mitgliedschaft im ADA führt.

Als ausgelernter Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter ist das Gehalt nach Berufsjahren gestaffelt. Das Einstiegsgehalt gilt nur für die ersten zwei Berufsjahre, danach steigt es. Nach jeweils sechs, neun, dreizehn und vierzehn Berufsjahren gibt es automatisch wieder einen tarifvertraglich ausgehandelten Verdienstzuwachs. Die genauen Beträge sind aus dem gültigen Gehaltstarif für Apothekenmitarbeiter zu entnehmen. Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Entgelt als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter aktuell bei 2252 Euro brutto. Regional bedingt variiert die Vergütung zwischen 1.876 Euro und 2.724 Euro brutto (Stand: 2018).

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 04.02.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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