Pathologie Definition Ausbildung Studium

Pathologie – Definition, Ausbildung, Studium

Die Pathologie beschäftigt sich mit krankhaften Zuständen und Vorgängen im menschlichen Körper. Ärzte in diesem Bereich werden als Pathologen bezeichnet. Was bedeutet Pathologie genau und welche Tätigkeiten werden in diesem ärztlichen Fachgebiet ausgeführt? Wie sieht der Beruf des Pathologen aus und welche Aufgaben führt dieser Facharzt aus?

Dieser Artikel zeigt auf was genau die Pathologie ist und beschreibt das Berufsbild des Pathologen näher.

Pathologie Definition – was ist Pathologie?

Die Pathologie als Krankheitslehre und Krankheitsforschung umfasst „die Erkennung von Krankheiten, ihrer Entstehung und ihrer Ursachen durch die morphologiebezogene Beurteilung von Untersuchungsgut oder durch Obduktion“ – so die Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.

Mikroskop Das Arbeitsgerät Der Pathologie

Die Arbeit des Pathologen ist also ein wichtiger Bestandteil der Diagnoseerstellung und damit bedeutend an einer Therapieentscheidung beteiligt. Durch den Pathologen werden neben der Aufstellung von Diagnosen auch aufgestellte Diagnosen bestätigt.

Daneben dient die Pathologie auch generell der Qualitätssicherung der Arbeit der Ärzte, denn genau hier fallen übersehene Metastasen oder ähnliches auf.

Beispiele für pathologische Arbeit

Die Aufgaben und Einflussgebiete in der Pathologie sind vielfältig. In den folgenden beiden Abschnitten geben wir zwei Beispiele für die Aufgabengebiete eines Pathologen.

Der Pathologe für die Gewebeproben

Ein Arzt findet einen auffälligen Knoten bei einer Routinekontrolle in der Brust einer Patientin. Damit sichergestellt werden kann, dass es sich um keinen bösartigen Tumor handelt, wird eine Gewebeprobe an einen Pathologen geschickt. Dieser kann in einem Präparat unter dem Mikroskop erkennen, ob es sich um eine Entartung oder harmloses Gewebe handelt.

Handelt es sich um eine bösartige Entartung stellt dieser eine Diagnose auf die erläutert, um welche Art von Tumor es sich handelt und wie viel Gewebe um ihn herum bereits betroffen ist.

Der Pathologe als Rechtsmediziner

Entgegen der Annahme, dass nur Rechtsmediziner obduzieren, ist dies ebenfalls ein Aufgabengebiet des Pathologen. Ein Pathologe wird herangezogen sobald eine nicht vollkommen klare Todesursache besteht und ein behandelnder Arzt diese untersuchen lassen möchte.

Wichtig: Diese Untersuchung dient der Qualitätssicherung der Ärzte. Eine Einwilligung der Angehörigen ist daher nötig. In der Rechtsmedizin hingegen entscheidet über eine nötige Obduktion die Polizei oder Staatsanwaltschaft und muss nicht durch Angehörige zugelassen werden.

Facts und Infos

Studium der Pathologie

Jährlich gibt es etwa 10.000 Absolventen des Fachs Medizin. Von jedem Mediziner-Absolventenjahrgang wählen etwa 1 % den Fachbereich der Pathologie. Diesen stehen zahlreiche Stellenangebote in der Pathologie in ganz Deutschland zur Verfügung.

Hierbei gibt es die Möglichkeit sich im Rahmen der Facharztausbildung für die grundlegende Pathologie oder der Neuropathologie zu entscheiden. Die beiden Facharztausbildungen unterscheiden sich nur geringfügig.

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Pathologie und Neuropathologie ist die Erlangung von Facharztkompetenzen nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte. Die Weiterbildung dauert 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten. Aufgeteilt sind diese 72 Monate in die 24 monatige Basisweiterbildung und eine 48 monatige Weiterbildung zum Facharzt in Pathologie oder Neuropathologie.

Weiterbildungsinhalte der Pathologie:

Während dem Studium und der Ausbildung erlernen die jungen Mediziner einer Vielzahl an spannenden Tätigkeiten. Für die Obduktionstätigkeit wird eine umfassende Kenntnis in pathologischer Anatomie vermittelt.

Zur Diagnose-Erstellung erlernt man die makroskopische Beurteilung, Entnahme von morphologischem Material und Methoden der Bearbeitung und Färbung. Durch eine fachmännische Aufbereitung und Befundung sowie Dokumentation leistet der Pathologe später seinen wichtigen Anteil bei anstehenden Therapieentscheidungen und Diagnosen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen wird ebenso bereits während der Ausbildung viel Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Erkennung von Krankheiten und ihren Ursachen gelegt.

Pathologie Facharztausbildung

Einsatzbereiche und Besonderheiten der Pathologie

Die Einsatzbereiche sind in der Regel in Rehakliniken und Akutkrankenhäusern.

In der Pathologie herrscht ein reger Austausch mit Kollegen, auch weil eine breite interdisziplinarische Kenntnis vorausgesetzt wird. Es kann auch einmal stressig werden, jedoch ist die Pathologie ein generell familienfreundliches Fach. Wochenenddienste kommen nur selten vor und die Arbeitszeit ist geregelt. Lediglich der Patientenkontakt bleibt entsprechend aus.

Das wichtigste Arbeitsgerät in der Pathologie ist das Mikroskop, den mit diesem bewertet der Pathologe Gewebeproben und kann eigene Diagnosen aufstellen.

Je nach Organ und Aufgabenstellung werden diese Proben auf verschiedene Art und Weise vorbereitet und bearbeitet. So werden sie beispielsweise fixiert, geschnitten, gefärbt oder eingebettet um bestmögliche und passende Ergebnisse zu erhalten.

Weitere Fachbereiche findet ihr hier:

Neurologie: Die Neurologie aus den Augen eines Chefarztes: Ein Erfahrungsbericht

Anästhesie: Mein Arbeitsalltag als Anästhesist

ReHa: Warum eigentlich in der Reha starten?

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