OTA Operationstechnischer Assistent Ausbildung Beruf

OTA Operationstechnischer Assistent – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Der Beruf des Operationstechnischen Assistenten, kurz OTA, gilt als ein sehr angesehener Beruf, der viel Verantwortungsbewusstsein abverlangt und gute berufliche Zukunftsaussichten bietet. Das Tätigkeitsgebiet ist vielseitig und verspricht immer wieder neue Situationen. Wer sich für diesen medizinischen Beruf interessiert, erfährt im Folgenden detailliert, welche Voraussetzungen man erfüllen sollten und was in puncto Ausübung sowie Gehalt zu erwarten ist.

OTA Ausbildung Voraussetzungen

Um eine Ausbildung zum OTA erhalten zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu zählt ein erfolgreich abgeschlossener Realschulabschluss oder eine ähnliche Schulbildung, die als gleichwertig angesehen werden kann.

Ein Hauptschulabschluss wird akzeptiert, wenn zusätzlich

  • eine mindestens zweijährige Berufsausbildung, gleich welcher Berufsbranche, abgeschlossen wurde
  • eine mindestens einjährige Berufsausbildung in der Kranken- und/oder Altenpflege erfolgreich oder
  • eine gleichwertige Ausbildung nach landesrechtlichen Bestimmungen, beendet wurde

Des Weiteren hat ein gesundheitlicher Zustand des Bewerbers zu bestehen, der die Ausübung des Berufs uneingeschränkt ermöglicht.

OTA Ausbildungsplatz finden

Ausbildungsplätze werden vielfach über Krankenhäuser und Unikliniken vergeben.

Stellenausschreibungen erfolgen nur noch teilweise in der lokalen Presse, da auch überregional Bewerber angesprochen werden sollen. Neben Ausbildungsplatzangeboten über die Agentur für Arbeit, sind diese oftmals auch über die jeweilige Website der Krankenhäuser und Kliniken zu finden.

Vermehrt entscheiden sich die Personalabteilungen für die Stellenausschreibung über Jobbörsen im Internet und Recruiting-Unternehmen, die bereits eine Vorauswahl geeigneter Bewerber vornehmen.

OTA Ausbildungsdauer

Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Sie ist unterteilt in 1600 Stunden theoretische und 3000 Stunden praktische Ausbildung. Es wird in sogenannten Blöcken gelehrt. Das bedeutet, die Theorie und Praxis finden jeweils über einige Wochen am Stück statt. Der Theorieunterricht erfolgt an speziellen OTA-Schulen, während der praktische Ausbildungsteil in der Regel an der ausbildenden Einrichtung verrichtet wird.

OTA Ausbildungsinhalte

Theoretische Ausbildungsinhalte werden in vier verschiedene Lehrbereiche eingeteilt, die sich je Landesregelungen minimal unterscheiden können:

Theoretische Ausbildungsinhalte 1

  • Hygienisches arbeiten
  • Vorbereitung, Bedienung sowie Nachbereitung von technischen Geräten
  • Fachkundige Patientenbegleitung und -betreuung
  • Springertätigkeiten in geplanter sowie strukturierter Ausführung
  • Erlernen von Krisen- und Katastrophenmaßnahmen

Theoretische Ausbildungsinhalte 2

  • Instrumentenkunde aus verschiedenen OP-Fachrichtungen inklusive geplantem sowie strukturiertem Instrumentenumgang
  • Diagnostische sowie therapeutische Assistenz in der Ambulanz- und Notfallaufnahme
  • Diagnostische sowie therapeutische Assistenz bei Endoskopien
  • Aufbereitung von Medizinprodukten im Bereich der zentralen Sterilgutversorgungsabteilung
  • Mitwirkung in der Anästhesie

Theoretische Ausbildungsinhalte 3

  • Situationsabhängige Kommunikation, Beratung und Anleitung
  • Förderung des beruflichen Selbstverständnisses sowie der Reflektion und Bewältigung beruflicher Anforderungen
  • Team- und Gruppenarbeiten
  • Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu reflektieren und bewältigen
  • Planung, Durchführung sowie Beurteilung des eigenen Lebens unter Berücksichtigung beruflicher Erlebnisse

Theoretische Ausbildungsinhalte 4

  • Ausrichtung des beruflichen Handels an rechtliche Rahmenbedingungen
  • Ausrichtung des beruflichen Handelns an vorgeschriebene Qualitätskriterien
  • Ausrichtung des beruflichen Handelns an wirtschaftliche sowie ökologische Grundprinzipien
  • Gestaltung des beruflichen Handelns im gesellschaftlichen Zusammenhang

Die praktische Ausbildung erstreckt sich über zwei Pflicht- und einen möglichen Bereich(e).

Praktische Pflicht-Ausbildungsgebiete in den Operationsabteilungen

  • Chirurgie in der Allgemein- und Abdominalmedizin
  • Traumatologie/Unfallchirurgie oder alternativ Orthopädie
  • Urologie oder alternativ Gynäkologie

Praktische Pflicht-Ausbildungsgebiete außerhalb von Operationsbereichen:

  • Pflegepraktikum auf einer chirurgischen Station, gleich welcher Fachrichtung
  • Tätigkeiten in der Zentralsterialisationsabteilung
  • Mitwirkung in der Ambulanz- und Notfallaufnahme
  • Ausbildung auf dem Endoskop-Gebiet

Mögliche Einsatzgebiete in OP-Fachgebieten der:

  • Gefäßchirurgie
  • Herz-Thorax-Chirurgie
  • Neurochirurgie
  • Augenchirurgie
  • Kinderchirurgie
  • Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Plastische und Wiederherstellungschirurgie

Zum letzten Ausbildungsinhalt gehört die Abschlussprüfung, bei der das Wissen über die erlernten Ausbildungsinhalte abgefragt werden. Bei Bestehen der Prüfung endet hier die OTA Ausbildung. Wird sie nicht bestanden, kann das Ausbildungsverhältnis für eine Wiederholungsprüfung verlängert werden. Die Abschlussprüfung besteht aus drei Teilbereichen:

  • Schriftliche Prüfung
  • Mündliche Prüfung vor einem vom Land zugelassenen Prüfungsausschuss
  • Praktische Prüfung

OTA Ausbildungsgehalt

Die Ausbildungsvergütung staffelt sich in Anlehnung auf das jeweilige Ausbildungsjahr. Zusätzlich richtet sie sich nach dem geltenden Tarifwerk, das für die ausbildende Einrichtung gilt. Dementsprechend kann die OTA-Ausbildungsvergütung variieren.

  • im ersten Ausbildungsjahr zwischen 875,69 EUR und 930,70 EUR
  • im zweiten Ausbildungsjahr zwischen 937,07 EUR und 1.017,07 EUR
  • im dritten Ausbildungsjahr zwischen 1038,38 EUR und 1.118,38 EUR

Zusätzlich wird in jedem Ausbildungsjahr Sonderleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld gewährt.

OTA Beruf

Als Operationstechnischer Assistent beziehungsweise OTA, ist man als „rechte Hand“ von Ärzten und Chirurgen vor, während und nach eines operativen Eingriffs tätig. Die Berufsausübung umfasst die Patientenvorbereitung ebenso, wie die Vorbereitung im OP-Saal. Hier sind Instrumente und Geräte bereitzulegen, diese auf ihre Funktionalität zu überprüfen und in ihrer Anzahl durchzuzählen. Zudem sorgt ein OTA dafür, dass der Hygienestandard den geltenden Hygienevorschriften entspricht und bis zur Beendigung der Operation eingehalten wird.

Ein OTA überreicht dem Operationsteam die benötigten Instrumente wie zum Beispiel Skalpelle oder Nähmaterial. Zudem nimmt ein OTA an der Zustandsüberwachung des Patienten teil.

Nach Operationen werden alle Instrumente und Bedarfsartikel auf ihre Vollständigkeit überprüft, um sicherzustellen, dass nichts im Patientenkörper zurückgeblieben ist. Die anschließende Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten sowie Geräte zählt ebenfalls zu den OTA-Tätigkeiten, wie auch die Dokumentation jedes einzelnen Operationsablaufs. Mit der Nachbetreuung des operierten Patienten schließt sich der Tätigkeitsbereich.

Bei Endoskopien assistiert ein OTA aktiv und es gehört zu seinen Aufgaben, in Katastrophen- sowie Notsituationen entsprechende Maßnahmen einzuleiten beziehungsweise zu veranlassen.

OTA Gehalt

Das Einstiegsgehalt beträgt nach erfolgreich abgeschlossener OTA Ausbildung je nach Tarifgebunden- oder -ungebundenheit des Arbeitgebers, zwischen 2.200 und 2.400 Euro brutto. Danach steigert es regelmäßig mit den Berufsjahren. Das OTA-Durchschnittseinkommen beträgt in Deutschland derzeit 2.859 Euro Brutto. Während in Bayern Gehälter bis um die 3.800 Euro möglich sind, liegt beispielsweise Brandenburg deutlich unter dem deutschen OTA-Gehaltsdurchschnitt.

Alle Infos zum Verdienst zu Arbeitgebern, Bundesländern und vieles mehr gibt es unter:

OTA Operationstechnischer Assistent – Gehalt und Verdienst

Stellenangebote OTA

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen OTA Ausbildung findet man Stellen in verschiedenen Einrichtungen und Institutionen. Eine regelmäßige Nachfrage besteht überwiegend in allgemeinen Krankenhäusern sowie in Fach- und Universitätskliniken. Viele Facharztpraxen bieten Ihren Patienten chirurgische Dienste an und verfügen entweder über eine eigene OP-Abteilung für ambulante Eingriffe oder besitzen sogenannte Belegbetten in Krankenhäusern, wo sie zusammen mit eigenem OTA-Personal operieren. Weitere mögliche Einsatzstellen sind in den Bereichen von Endoskopieabteilungen, Ambulanz- und Notfallaufnahmen sowie in Abteilungen der zentralen Sterilgutversorgung zu finden.

Offene Stellen werden wie bei der Suche nach einer OTA Ausbildung, vielfach über die Websites von Krankenhäusern, Kliniken, Arztpraxen oder anderen geeigneten Einrichtungen angeboten. Das Internet bietet zusätzlich unzählige Möglichkeiten, einen Job nach der OTA Ausbildung zu finden. So inserieren viele Recruiting-Unternehmen im Namen von Arbeitgebern auf speziellen medizinischen Stellen-Portalen. Oft werden Stellenausschreibungen von den Arbeitgebern auch in Online-Job-Börsen publiziert.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 14.05.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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