Operationstechnische Angestellte

Operationstechnische/r Angestellte/r – Ausbildung, Beruf, Gehalt

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 16 Millionen Operationen in Krankenhäusern durchgeführt. Die Vielzahl an kleineren ambulanten Eingriffen in Arztpraxen und anderen Einrichtungen ist dabei nicht einmal mitgezählt. Trotz dieser ungeheuren Zahl – jede Operation will sorgfältig vorbereitet sein. Die benötigten Instrumente und Materialien müssen griffbereit vorliegen. Der Operationsraum oder -saal muss im besten Sinne des Wortes „klinisch rein“ sein und höchsten hygienischen Anforderungen genügen. Und Operateure sind während des Eingriffs auf fachkundige Assistenz angewiesen. Um all diese Aufgaben kümmert sich ein Operationstechnischer Angestellter.

Ausbildung Operationstechnischer Angestellter – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Bei der Ausbildung zum Operationstechnischen Angestellten handelt es sich um einen dualen Ausbildungsgang – das heißt um eine Kombination aus praktischer Ausbildung in einem Betrieb bzw. in einer Einrichtung oder Praxis und theoretischer Wissensvermittlung in der Berufsschule. Beides findet während der Ausbildungszeit parallel statt – allerdings mit unterschiedlichen zeitlichen Schwerpunkten. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre.

Es gibt keinen fest definierten schulischen Abschluss, den man mitbringen muss. Letztlich legt jeder Ausbildungsbetrieb die schulischen Anforderungen selbst fest. Im Allgemeinen wird wenigstens ein mittlerer Schulabschluss (mittlere Reife, Realschulabschluss) erwartet. Naturwissenschaftliche Kenntnisse (insbesondere in Biologie und Chemie) und ein entsprechendes Interesse sind hilfreich, weil sie in der Ausbildung und bei der späteren Berufstätigkeit eine wichtige Rolle spielen. Eine Erste Hilfe-Ausbildung ist ebenfalls von Vorteil. Die gesundheitliche Eignung muss durch ein entsprechendes ärztliches Attest nachgewiesen werden.

An persönlichen Eigenschaften sollte man auf jeden Fall Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein mitbringen – Operationen können schließlich lebenswichtig sein. Empathie und psychische Stabilität sind ebenso gefragt und natürlich auch Verschwiegenheit. Hier gilt bezüglich der Schweigepflicht ähnliches wie für Ärzte.

Bei der praktischen Ausbildung werden künftige Operationstechnische Angestellte mit Operationsgeräten und -instrumenten vertraut gemacht. Sie lernen deren Einsatz, Überwachung und Wartung kennen. Darüber hinaus werden sie in operationstechnische Arbeitsabläufe, den Operationsdienst und die Patientenbetreuung eingeführt. Auch Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit dem Operationsdienst und dafür geltende rechtlich-organisatorische Rahmenbedingungen sind Teil der praktischen Ausbildung.

Im Berufsschulunterricht werden die in der praktischen Ausbildung vermittelten Kenntnisse theoretisch „unterfüttert“ und vertieft. Daneben gehören auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde zum Lehrplan. In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, nach dem 3. Ausbildungsjahr wird die Abschlussprüfung absolviert. Die offizielle Berufsbezeichnung „Operationstechnische/r Angestellte/r“ existiert so nur in Schleswig-Holstein. Vergleichbar ist die Ausbildung und Berufsbezeichnung „Operationstechnische/r Assistent/in“.

Operationstechnischer Angestellter – Gehalt in der Ausbildung

Auszubildende erhalten während ihrer Ausbildung zu Operationstechnischen Angestellten eine monatliche Ausbildungsvergütung. Sie ist üblicherweise nach Ausbildungsjahren gestaffelt. Bei Ausbildungsbetrieben, die Tarifverträgen unterliegen – zum Beispiel dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) im Bereich Krankenhäuser oder den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) von Caritas und Diakonie – gelten die entsprechenden Tarifbestimmungen. Je nach Ausbildungs-Einrichtung können auch noch andere Tarifverträge relevant sein oder es existiert keine Tarifvereinbarung. Dann kommt es auf die Einrichtung an, welche Vergütung gewährt wird. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als beispielhafte Ausbildungsvergütung für Operationstechnische Angestellte:

  • 968 Euro im 1. Ausbildungsjahr
  • 018 Euro im 2. Ausbildungsjahr
  • 064 Euro im 3. Ausbildungsjahr

Ähnlich der Krankenschwester, sind dies für einen Ausbildungsberuf verhältnismäßig hohe Vergütungen.

Abweichungen nach oben oder unten davon sind angesichts der vielfältigen Tariflandschaft in gewissem Umfang möglich.

Der Beruf Operationstechnischer Angestellter – Tätigkeiten und Alltag

Operationstechnische Angestellte arbeiten dem Berufsbild entsprechend in

  • Krankenhäusern und Kliniken
  • in Arztpraxen mit einem ambulanten Operationsbetrieb und
  • in ambulanten Operationszentren

Mit Ausnahme der Durchführung der Operation selbst kümmern sich operationstechnische Angestellte um nahezu alles, was mit dem Eingriff in Zusammenhang steht. Sie bereiten die Patienten auf die Operation vor und bringen sie in die richtige Lage. Neben der rein „technischen“ Patienten-Betreuung geht es dabei auch um psychologische Begleitung. Jeder physische Eingriff ist psychisch ein einschneidendes Erlebnis, das mit Ängsten und Unsicherheit verbunden ist. Operationstechnische Angestellte helfen Patienten dabei, gut mit solchen Emotionen umzugehen.

Im Hinblick auf die Operation sorgen sie dafür, dass das Operationsbesteck parat liegt und gewährleisten, dass die medizinischen Geräte zur Überwachung und Steuerung des Eingriffs einwandfrei funktionieren. Während der Operation assistieren sie dem Arzt und reichen ihm die benötigten Bestecke und Materialien an. Das muss alles zügig, reibungslos und mit hoher Konzentration geschehen – selbst dann, wenn sich der Eingriff über mehrere Stunden hinzieht. Sterilität und Hygiene sind in dieser Tätigkeit oberstes Gebot. Operationstechnische Angestellte sind für die Sauberkeit in Operationsräumen verantwortlich und stellen Sterilität vor, während und nach der Operation in jeder Hinsicht sicher.

Es gibt aber auch administrative Aufgaben wie die Dokumentation des Operationsverlaufs und die Besorgung des „Material-Managements“. Schon aus dieser Vielzahl an Aufgaben wird deutlich, dass operationstechnische Angestellte in gewisser Weise als „Allrounder“ gefragt sind und einer verantwortungsvollen Tätigkeit nachgehen.

Operationstechnischer Angestellter – Gehalt

Nach dem Ende der Ausbildung verbessern sich die Gehaltsperspektiven deutlich. Das Einstiegsgehalt bewegt sich – je nach Arbeitgeber – in einer Größenordnung von 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat. Auch hier kommt es wieder darauf an, ob tarifvertragliche Vereinbarungen existieren und wie die Einstufung konkret erfolgt. Mit zunehmender Berufserfahrung und Dienstzeit steigt das Gehalt üblicherweise. Dann sind auch Größenordnungen von 3.000 Euro brutto im Monat und mehr erreichbar. Mehrverdienste fallen oft auch im Rahmen von Bereitschafts- und Nachtdiensten an, für die entsprechende Zuschläge gezahlt werden.

Der Beruf Operationstechnischer Angestellter bietet auch Aufstiegsmöglichkeiten. Im Rahmen einer kaufmännischen Weiterbildung können die Abschlüsse als „Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen“ oder „Betriebswirt/in (Fachschule) – Management im Gesundheitswesen“ erreicht werden. Damit qualifiziert man sich für verantwortliche kaufmännische Tätigkeiten in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen.

Unter bestimmten Bedingungen ist auch ein Hochschulstudium möglich, selbst wenn die sonst geforderte schulische Qualifikation fehlt. Die Voraussetzungen dafür sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Ein Studium im Bereich Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie oder gar ein Medizinstudium eröffnen ganz neue Perspektiven.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 29.09.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

Einen Kommentar hinterlassen