Neurowissenschaften

Die Neurologie aus den Augen eines Chefarztes: ein Erfahrungsbericht!

Die Tätigkeiten eines Neurologen sind unglaublich spannend und vielseitig. Der Klinikanbieter MediClin hat uns freundlicherweise interessante Inhalte zu der Fachrichtung der Neurowissenschaft zur Verfügung gestellt. Dr. med. Jürgen Bonnert, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie  und Chefarzt bei der MediClin teilt mit uns aufschlussreiche Einblicke in seinen Arbeitsalltag.

Dr. med. BonnertDie Neurowissenschaften sind die Bereiche in der Medizin mit den größten und stärksten Veränderungen in den letzten Jahren. So werden die klinischen Untersuchungsergebnisse heute ergänzt durch hervorragende technische Untersuchungsmöglichkeiten, welche uns, wie z.B. das funktionelle MRT, einen erstaunlichen Einblick in neurofunktionelle Organisationseinheiten ermöglichen.

Die klinische Tätigkeit eines Neurologen ist unglaublich vielfältig, da sie über die neurologische Symptomkonstellation, die syndromale Zuordnung, die Ergänzung durch neuropsychologische und neuropsychiatrische Befunde, auch unter Einbeziehung von Tests, einen spannenden Einblick in die Komplexität der Funktionsstörungen gibt. Zur Tätigkeit des Neurologen gehören regelmäßig die Beurteilung fachspezifischer diagnostischer Methoden, wie das EEG, das Spektrum der Elektrophysiologie und die Ultraschalldiagnostik.

Die therapeutischen Möglichkeiten in der neurologischen Rehabilitation sind dabei bei Weitem nicht beschränkt auf den Bereich der Pharmakotherapie, sondern stützen sich sehr stark auf die weiteren Säulen der Rehabilitationstherapie, hier insbesondere auf:

  • die Physiotherapie zur Behandlung motorisch-funktioneller Beeinträchtigungen,
  • die Ergotherapie zur Erarbeitung, Kompensation und Erhalt von Alltagskompetenzen,
  • die Neuropsychologie bei Störungen der kognitiven Basisfunktionen, aber auch beim Training spezieller neuropsychologischer Syndrome, wie der Apraxie, dem Neglect, der Gesichtsfeldeinschränkung, sowie
  • die Logopädie, zur Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen sowie von Schluckstörungen.

Ein Arzt in der Neurologie hat somit ein vielfältiges und spannendes Arbeitsfeld, welches sehr stark geprägt ist von der klinischen Untersuchung und der Supervision den vielfältigen therapeutischen Strategien im Rehabilitationsverlauf. Übrigends: bei praktischArzt gibt es zahlreiche Neurologie Stellenangebote für Ärzte aller Karrierestufen, insbesondere zahlreiche Assistenzarzt Neurologie Stellenangebote.

Das limbische SystemAus welchen Abteilungen kommen die Patienten?

Die Patienten werden zu uns aufgenommen überwiegend aus akut-medizinischen Abteilungen der Neurologie, Neurochirurgie, Inneren Medizin, mitunter auch aus Abteilungen der Orthopädie, Psychiatrie und Geriatrie.

Zur täglichen Arbeit des neurologischen Arztes in der Rehabilitationsklinik gehören die Patientenvisiten zur Beurteilung des Rehabilitationsverlaufes mit der Überprüfung und Anpassung der Therapien z.B. für eine entsprechende Sekundärprophylaxe nach einem Schlaganfall oder aber auch beim Auftreten einer schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose.

Zur Wiedereingliederung bedarf es häufig den wiederholten Gesprächen mit Rehaberatern und Mitarbeitern von sozialen Diensten. Aber auch die Angehörige müssen einbezogen werden, da sie die betroffenen Patienten in der chronischen Phase weiter begleiten und unterstützen werden.

Das Arbeiten im Team ist der besondere Vorteil der Rehabilitation, das Arbeiten mit und am Patienten die besondere Freude und Herausforderung der Neurologie. Sehen zu können, wie ein schwer Schädel-Hirn-verletzter junger Mensch sich von der Intensivstation bis zur Rückkehr in seinen Alltag, in den Beruf, die Ausbildung und die Familie entwickelt, ist unbeschreiblich und macht die Arbeit so besonders.

Ich würde jedem Arzt in Weiterbildung zur Neurologin oder zum Neurologen empfehlen, einen Teil der Facharztausbildungstätigkeit in einer stationären neurologischen Rehabilitationsabteilung zu verbringen. Nirgends sonst können neurologische Syndrome so umfassend erfasst und dargestellt werden.

Verfasst von: Dr. med. Jürgen Bonnert, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie,

Chefarzt der Abteilung für neurologische Rehabilitation des

MediClin Reha-Zentrum Reichshof

Facts und Infos

Facharzt Neurologie Facts: (je nach Landesärztekammer sind Variationen möglich):

 Weiterbildungszeit: 60 Monate, Davon:

– mind. 24 Monate in der stationären Patientenversorgung,

– bis zu 24 Monate in der ambulanten Patientenversorgung,

– 6 Monate auf neurologischer Intensivstation,

– 12 Monate im Bereich Psychiatrie/Psychosomatik.

– Bis zu 12 Monate aus anderen Gebieten anrechenbar (je nach Ärztekammer z.B. Innere, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neuropathologie).

Untersuchungen: u.a. sind die Durchführung folgender Untersuchungen in unterschiedlicher Stückzahl nachzuweisen: EEG, EMG, ENG, VEP, AEP, Lumbalpunktionen, Sonografische und Dopplersonografische Untersuchungen.

Einsatzbereiche: Kliniken mit Neurologischer Fachabteilung, Psychiatrien, Rehabilitationskliniken, Neurologische/Psychiatrische Praxen, Pharmaindustrie.

Besonderheiten: phantastische Zukunftsaussichten! Aufgrund der demografischen Entwicklung werden zukünftig immer mehr Neurologen benötigt.

Die vollständigen Infos gibt es unter Facharztausbildung Neurologie.

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2 Kommentare

  1. Sven 20.10.2014 um 10:04 - Antworten

    Neurologie finde ich auch sehr interessant.ich wollte gleich mit einer Famulatur in der Neuro starten,aber mir wurde gesagt, dass es sehr anspruchsvoll sei ohne das Fach vorher durchlaufen zu haben.

  2. Peer 21.10.2014 um 8:36 - Antworten

    Die Entscheidung für die nächste Famulatur ist dann wohl gefallen 🙂

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