Bundesverfassungsgericht: NC ist teilweise verfassungswidrig
NC Ist Verfassungswidrig

Bundesverfassungsgericht: NC ist teilweise verfassungswidrig

Unzählige Abiturienten, die Medizin studieren wollen, scheitern oft am Numerus Clausus. Denn wer bislang Humanmedizin studieren wollte, musste erst das zentrale Studienplatzvergabesystem durchlaufen.

Bisher schafften es nur Spitzen-Abiturienten mit Glanznoten an die Uni. Andere mussten bis zu 15 Wartesemester in Kauf nehmen. Doch am heutigen Dienstag, den 19.12.2017, hat das Bundesverfassungsgericht entschieden: Der Numerus Clausus für Mediziner ist teilweise verfassungswidrig.

Welche Folgen hat das Urteil?

Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts widerspricht das aktuelle Auswahlverfahren der Chancengleichheit der Bewerber und verstößt damit gegen das Gleichheitsgrundsatz. Dies führt dazu, dass nach dem Urteil Bund und Länder die Auswahlkriterien neu regeln müssen.

Gefordert wird unter anderem ein bundesweit standardisiertes System von Eignungstest an den unterschiedlichen Universitäten und den insgesamt 38 medizinische Fakultäten. Dazu eine Erhöhung der verfügbaren Studienplätze und eine Lockerung der Beschränkung von nur sechs verschiedenen Hochschulorten, auf die man sich mit selbst wählbaren Präferenzen bewerben kann.

Denn der nahezu überall verlangte Notendurchschnitt von 1,0 ist nicht gleich ein Indiz dazu, dass der Abiturient ein „guter Arzt“ wird. Die Aussagekraft des Notendurchschnitts wird bereits seit Jahren von angehenden Ärzten und auch den Ärztekammern kritisiert.

Wer ist von den Folgen betroffen?

Der Vergabeschlüssel der Stiftung für Hochschulzulassung für die Studienplatzvergabe funktioniert so: 20 Prozent der Studienplätze werden über die Abiturnote verteilt, weitere 20 Prozent über die Anzahl an Wartesemestern, die übrigen 60 Prozent darf jede Hochschule theoretisch nach eigenen Kriterien vergeben. Doch eine Studie vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt, dass die große Mehrzahl der Universitäten (80 Prozent) auch nur auf die Abiturnote schaut. Der Schulabschlussnote kam somit bisher eine zentrale Bedeutung zu.

Aktuell gibt es über 40.000 Bewerber auf gut 9.000 verfügbare Studienplätze.

Die Neuregelungen werden bis zum 31. Dezember 2019 verabschiedet

Neuregelungen wie standardisierte Systeme von Eignungstest oder die vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Mongomery, geforderte Erhöhung der verfügbaren Studienplätze um 10 %, sollen bis zum 31. Dezember 2019 vorgelegt, geprüft und verabschiedet werden.

Ähnliche Ansätze finden sich auch im jüngst diskutierten Masterplan Medizinstudium 2020.

Was denkt ihr über die Fortschritte bei der NC-Regelung? Ist die Lockerung dieser Regelungen seit langem notwendig oder bringt eine Neuregelung neue Hürden mit sich?

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