Medizinstudium Ohne Numerus Clausus PraktischArzt

NC Medizin – Numerus Clausus Medizinstudium 2017 nach Bundesland

Numerus Clausus: Die Beschränkung für Studienplätze

Die Abkürzung „NC“ steht für „Numerus Clausus“ und bedeutet in der Übersetzung so viel wie „beschränkte Anzahl“. Der folgende Artikel erläutert Dir alles Wissenswerte zum Numerus Clausus so wie alle weiteren Möglichkeiten, um auch unabhängig davon Medizin studieren. Ein großer Teil von Studiengängen haben mittlerweile eine NC-Quote. Im Bundesland Bremen sogar 70 % aller Studiengänge.

Das Studium der Humanmedizin erfreut sich stets großer Beliebtheit. Wie inzwischen für verschiedene Studiengänge üblich, gibt es daher auch einen NC für Medizin. Neben dem Medizinstudium sind entsprechende Höchstzulassungszahlen regelmäßig beispielsweise auch für das Studium der Rechtswissenschaften, der Psychologie oder Architektur vorgegeben. Nirgends jedoch ist die Notenvorgabe so anspruchsvoll wie für das Medizinstudium.

Der NC bedeutet, dass lediglich eine beschränkte Kapazität von Studenten für das Medizinstudium zugelassen wird. Die Auswahl der Studenten, die sich nach dem erfolgreichen Abschluss des Bewerbungsverfahrens einschreiben und dann Medizin studieren dürfen, erfolgt anhand des Notendurchschnitts der jeweiligen Hochschulzugangsberechtigung. Im Regelfall handelt es sich dabei um das Abitur, eventuell aber auch um einen Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg. Welcher NC für Medizin jeweils gilt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, teilweise aber auch von Hochschule zu Hochschule.

NC für Medizin – Die Bundesländer im Überblick

Der jeweils erforderliche NC für Medizin pro Bundesland, um über die Abiturbestenquote aufgenommen zu werden, kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden (Spalte Numerus Clausus Medizin).

BundeslandNumerus Clausus Medizin
Baden-Württemberg1,0
Bayern1,0
Berlin1,0
Brandenburg1,0
Bremen1,0
Hamburg1,1
Hessen1,0
Mecklenburg-Vorpommern1,0
Niedersachsen1,1
Nordrhein-Westfalen1,0
Rheinland-Pfalz1,0
Saarland1,0
Sachsen1,0
Sachsen-Anhalt1,0
Schleswig-Holstein1,2
Thüringen1,0

Der jeweils angegebene NC gilt natürlich nur für die Zulassung zu einem Medizinstudium. Er lässt sich nicht direkt auf artverwandte Studiengänge, d.h. auf die Pharmazie, die Tiermedizin oder die Zahnmedizin, übertragen. Bei diesen Studiengängen liegt er meist ca. 0,1 bis 0,5 Noten höher. Für das Bewerbungsverfahren ist außerdem zu beachten, dass über den NC für Medizin nur etwa 20 % der Studienplätze vergeben werden. Weitere 20 % werden über die Wartezeitquote vergeben.

Für die restlichen 60 % kommt hingegen das Hochschulauswahlverfahren zum Tragen, bei dem die jeweilige Hochschule die Kandidaten auswählt. Dabei werden beim Hochschulauswahlverfahren folgende Kriterien berücksichtigt, wie zum Beispiel der Medizinertest (TMS), eine etwaige Berufserfahrung oder Berufsausbildung, die Ortspräferenz des Bewerbers, die Ergebnisse der Auswahlgespräche mit den Kandidaten und auch hier wieder wieder Einzelfachnoten aus dem Abitur.

TMS für schlechten NC

Der angesprochene Test für medizinische Studiengänge (TMS) wird immer häufiger in die Auswahlverfahren für die Zulassung zum Medizinstudium an deutschen Universitäten aufgenommen.

Für Studienbewerber ohne Bestnoten soll dieser Test eine Mögllichkeit bieten sich bundesweit objektiv und chancengleich für einen Studienplatz zu qualifizieren. Wie sehr und in welcher Konstellation der TMS an den Universitäten Einfluss auf ihre Auswahl haben, bleibt den Unis jedoch selbst überlassen. Daher lohnt es sich vorab an den Universitäten zu recherchieren.

Weitere Informationen gibt es in unserem Artikel zum Test für medizinische Studiengänge.

Möglichkeiten zum Medizinstudium ohne Numerus Clausus

Wartezeitquote

Wer dem Numerus Clausus nicht entspricht, kann entsprechend über die Wartezeitquote dennoch Medizin studieren. In diesem Fall gilt es jedoch, dass man einige Jahre auf seinen Studienplatz warten muss, bevor man mit dem Studium loslegen kann.

Die Wartezeit in Halbjahren entspricht der Zeit, die seit dem Erwerb der Hochschulstudienberechtigung vergangen ist. Nicht berücksichtigt bei der Wartezeit werden Semester, in denen man in einer deutschen Hochschule in einem anderen Studiengang eingeschrieben war. Diese Semester bezeichnet man als so genanntes Parkstudium und sie werden von der Wartezeit abgezogen.

Gemäß Hochschulstart.de liegt die aktuelle Wartezeit bei einer Durchschnittsnote von 2,9 bei 14 Halbjahren. So kann es also aktuell sein, dass man mit einer Note von 2,9 stolze 7 Jahre auf einen Studienplatz warten muss. Alle Infos zur Wartezeit gibt es im Artikel Wartesemester Medizin: Wie lange ist die Wartezeit fürs Medizinstudium?

Private Universität

Eine dritte Alternative stellt die Möglichkeit dar, an einer privaten Universität Medizin zu studieren. Auch hier wird kein Numerus Clausus für das Medizinstudium benötigt. Jedoch ist das Studium kostenpflichtig und jedes Semester muss ein Betrag an die Universität bezahlt werden. Die Kosten betragen pro Semester zwischen 6.000 und 11.500 Euro.

In Deutschland gibt es aktuell 5 private Universitäten, die ein Medizinstudium anbieten. Hierzu zählen die Medizinische Hochschule Brandenburg, die Medizinische Privatuniversität Nürnberg, die Kassel School of Medicine, die Privatuniversität Witten/Herdecke sowie der Asklepios Campus Hamburg.

>> 5 Wege gibt es ausführlich in unserem Artikel „Medizin studieren ohne NC

Zusammenfassung und Fazit

Auch wenn die Zulassung nicht einfach ist, gibt es genügend Wege in das Medizinstudium. Ob mit oder ohne Medizin Numerus Clauses, mit Wartezeit und Privatuni stehen Alternativen zur Verfügung. Wer wirklich Medizin studieren will, kann einen Weg finden.

Wir wünschen Euch viel Erfolg und hoffen, dass Ihr Euren Studienplatz zeitnah findet.

Mehr Infos zum Thema Medizinstudium findest Du hier:

Medizin Studieren – Voraussetzung, Ablauf und Bewerbung

1 Kommentar

  1. Robin Kaus 05.11.2017 um 15:29 - Antworten

    Toller Artikel!! 😀
    Total motivierend und inspirierend!
    Vielen Dank für dieses umfassende Info Spektrum!
    Weiter so!

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