Auswandern

Goodbye Deutschland – Nach dem Medizinstudium ab ins Ausland

Zu wenig Gehalt, zu hohe Steuern, zu viel Arbeit: mehr als 70 Prozent aller Studentinnen und Studenten der Medizin an Deutschlands Universitäten können sich aktuell vorstellen, nach dem Studium ins Ausland auszuwandern.

Auswandern nach dem Medizinstudium

In Deutschland zu arbeiten ist nur noch für eine Minderheit der angehenden Jungmediziner erste Wahl. Dies bestätigt eine Studie der Universität Bochum, die in einer Online-Umfrage über 4000 Mediziner befragt und ausgewertet hat. Die Umfrage befasste sich mit der Zufriedenheit im Studium sowie den Zukunftsplänen der Studenten. Dabei kam es zu dem eindeutigen Ergebnis: 72,2 Prozent der Befragten können sich nach dem Studium vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Als Gegenstück dazu plant nur noch ein Fünftel der Befragten sich in Deutschland als Arzt niederzulassen. Gleichfalls ist auch die eine Option den Beruf des Hausarztes zu ergreifen nur noch für die wenigsten interessant, denn nur noch 17 Prozent planen Ihre Zukunft in diesem Bereich.

Als Kerngründe für diese Tendenz Deutschland zu verlassen nennen die angehenden Ärztinnen und Ärzte die hohen und ungünstigen Arbeitszeiten, die niedrigen Gehälter und schlechten Vergütungsleistungen, sowie auch die hohen Steuersätze in Deutschland. Daraus hervorgehend befürchten die Jungmediziner negative Folgen auf Ihre berufliche Zukunft und Lebensplanung als auch generell negative Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem.

Top Länder zum Auswandern als Arzt

Wohin zieht es die Jungmediziner, wenn sie Deutschland verlassen? Vor allem Ländern wie Schweden, Dänemark, Schweiz, England, Österreich, den USA und Australien sehen die Studis die besseren Perspektiven.

Jedes Jahr zieht es ca. 1000 deutsche Ärzte in die Schweiz. Während in Deutschland schon ab ca. 50.000 Euro ein Steuersatz von 42 Prozent fällig ist, ist beispielsweise in der Schweiz bei deutlich höherem Einstiegsgehalt nur ein Bruchteil der Steuern fällig bei deutlichem besseren Arbeitsbedingungen und höherer Wertschätzung. Es ist die logische Konsequenz dieser besseren Bedingungen, dass es viele Ärztinnen und Ärzte in die Schweiz zieht. Weitere interessante Fakten sind, dass mittlerweile in Australien in jedem Bundesstaat mindestens doppelt so viele deutsche Ärzte arbeiten als in bestimmten Regionen Deutschlands. In den USA in Los Angeles sind es sogar zwölf Mal so viele.

Goodbye Deutschland – Deutschland verliert Tag für Tag eine Vielzahl an gut ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, die unsere Sprache sprechen und voll integriert sind. Viele Hochqualifizierte planen den Wegzug oder sind schon gegangen.

Wie steht Ihr zu diesen Thema, plant Ihr Eure Zukunft in Deutschland oder im Ausland? Was muss aus Eurer Sicht getan werden, um die Bedingungen in Deutschland entscheidend zu verbessern?

Bildnachweis: nhanusek via photopin cc

1 Kommentar

  1. M 01.06.2017 um 17:50 - Antworten

    Richtig so. Bei dem Horrorstudium verliert man schon genug Lebensjahre durch den Stress. Heutzutage scheinen viele Arbeitgeber immer mehr nach „flexiblen“ „teamfähigen“ „engagierten“ Mitarbeitern, sprich doofen Arbeitssklaven, zu suchen.
    Jetzt bekommen Sie den Denkzettel verpasst.

    Nicht aufgeben. Arbeitskampf!

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