07 Multiple Sklerose Was Ist MS

MS Krankheit: was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende und nicht heilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Abwehrzellen greifen körpereigenes Nervengewebe an und schädigt dieses. Die MS Krankheit verläuft meist in Schüben, während deren mal mehr, mal weniger ausgeprägte Funktionsstörungen des Nervensystems auftreten. Je nach Verlaufsform bilden sich die Symptome zwischen den Schüben wieder zurück.

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, das bedeutet, von Gehirn und Rückenmark. Eine weitere Bezeichnung für die MS Krankheit lautet Encephalomyelitis disseminata, was aus dem Griechischen „enkephalos“ für Gehirn, „myelos“ für Mark und dem Lateinischen „disseminar“ für aussäen, ausstreuen abgeleitet ist. Übersetzt bedeutet der medizinische Fachbegriff also „verstreute Hirn- und Rückenmarksentzündung“ – die typischen Entzündungsherde können nämlich über das gesamte Gehirn und Rückenmark verstreut vorkommen.

Multiple Sklerose ist nicht ansteckend. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem der Betroffenen zerstört Markscheiden und Nervenfasern, die Befehle und Reize von einer Nervenzelle zur nächsten weiterleiten. Ist die Kommunikation zwischen den Nervenzellen gestört, können Befehle vom Gehirn nicht mehr an die verschiedenen Körperregionen weitergegeben werden. Andersherum kommen Sinneswahrnehmungen wie Tast- oder Sehreize nicht mehr im Gehirn an. Das führt zu den typischen MS-Symptomen wie Empfindungsstörungen, Lähmungserscheinungen und Sehstörungen.

Die ersten Anzeichen der MS Krankheit treten meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Bei einigen Betroffenen zeigen sich Symptome auch schon im Kindes – und Jugendalter. Auch Ersterkrankungen nach dem 45. Lebensjahr werden häufiger. Heilbar ist Multiple Sklerose nicht. Mit der entsprechenden Behandlung lassen sich jedoch die Symptome mildern sowie der nächste MS Schub hinauszögern.

MS Krankheit – das Krankheitsbild im Überblick

Die MS Krankheit verläuft meist in Schüben, die Multiple Sklerose Symptome treten also nicht dauerhaft, sondern nur zeitweise auf. Abhängig davon, welche Nervenzellen von der Entzündung betroffen sind, zeigen sich unterschiedliche Ausfallerscheinungen. Tritt ein MS Schub auf, sind häufig Motorik, Sensorik, Bewegungsfähigkeit und Koordination eingeschränkt. Greift die MS aufs Kleinhirn über, kann es zu Sprachstörungen kommen.

Verlauf und Ausprägung der MS sind äußerst individuell. Bei einigen Betroffenen tritt sie in milder Ausprägung auf und beeinflusst den Alltag kaum. Bei schwererem Verlauf dagegen schränkt sie die körperliche und seelische Gesundheit enorm ein. Während sie bei einigen Patienten schmerzlos verläuft, führt MS bei anderen Betroffenen zu starken Schmerzen.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Verlaufsformen:

  • schubförmig remittierend: Während eines akuten MS Schubs entwickeln sich Symptome, die sich nach Abklingen des Schubes wieder teilweise oder sogar vollständig zurückbilden.
  • sekundär progredient: Die MS verläuft ebenfalls in Schüben, das Krankheitsbild verschlechtert sich jedoch auch zwischen den Schüben stetig.
  • primär progredient: Die Krankheitssymptome entwickeln sich allmählich und schreiten stetig fort. Der primär progrediente Verlauf tritt bei fünf bis zehn Prozent der MS-Patienten auf.

Frauen sind dreimal häufiger als Männer von der schubförmig verlaufenden MS betroffen. Die primär progrediente Verlaufsform tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf. Bei den schubförmigen Varianten zeigt sich zwischen den Schüben eine Besserung bis hin zum kompletten Verschwinden der Symptome. Es lassen sich jedoch keine Vorhersagen darüber treffen, welche Symptome sich nach Abklingen des Schubes wieder zurückentwickeln und wie weit sie sich zurückbilden.

MS Schub – Krankheitsschübe bei Multipler Sklerose

Ein MS Schub liegt vor, wenn bereits bekannte oder neue Symptome auftreten und mindestens 24 Stunden lang anhalten. Der Abstand zum nächsten Schub beträgt 30 Tage oder mehr. Eine Infektion muss als Ursache der Symptome ausgeschlossen sein. Auch Hitzeexposition (hohe Wärmebelastung) kann neurologische Symptome verschlechtern. Ist das der Fall, spricht man ebenfalls nicht von einem MS Schub.

Bei rund 90 Prozent der Patienten tritt die MS Krankheit in völlig unregelmäßigen Schüben auf. Charakteristisch für einen MS Schub ist ein mehr oder weniger stark ausfallender Funktionsverlust der betroffenen Nervenzellen. Zu Beginn der Erkrankung bilden sich die Symptome nach Abklingen des Schubes meist sehr gut, oft sogar vollständig zurück. Schreitet die Erkrankung weiter fort, bleiben Symptome wie Gefühls- und Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen und Muskelschwäche auch zwischen den Schüben bestehen. Bleibt die MS unbehandelt, zeigt sich bei 30 bis 40 Prozent der Betroffenen nach etwa zehn Jahren eine schleichende Zunahme der Symptome. Nach langem Krankheitsverlauf sind viele MS-Patienten dauerhaft auf fremde Hilfe im Alltag angewiesen. Die geistigen Fähigkeiten bleiben dabei lange unbeeinträchtigt. Mehr unter Multiple Sklerose (MS) – Behandlung und Lebenserwartung.

19.12.2018
19.12.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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