Medizinstudium Niederlande Holland

Medizinstudium Niederlande – Voraussetzungen, Ablauf, Kosten

Einen Studienplatz in Medizin zu ergattern, ist nicht leicht. Einige Abiturienten sorgen vor und informieren sich über das Medizinstudium im europäischen Ausland. Denn wer seine Bewerbung auf angrenzende Länder ausweitet, steigert die Chancen auf einen Studienplatz. Besonders interessant ist das Medizinstudium in den Niederlanden. Vielleicht wäre es auch für Dich ein attraktives Ziel? Hier erfährst Du die wichtigsten Fakten zum Thema Medizinstudium Niederlande!

Medizin studieren in Holland

„Geneeskunde“ heißt das Medizinstudium in den Niederlanden. Der Studiengang wird hauptsächlich auf Niederländisch angeboten. Nur in Groningen und Maastricht lässt sich Medizin auch auf Englisch studieren. In beiden Fällen müssen Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Für die englischsprachigen Studiengänge werden Sprachzertifikate wie IELTS oder TOEFL verlangt. Bei den niederländischen Studiengängen gibt es auch die Option im Vorfeld einen Sprachkurs zu belegen. Viele Hochschulen bieten dafür spezielle vier- bis sechswöchige Intensivkurse an, in denen Du die notwendigen Sprachfähigkeiten erlernst. Holländisch und Deutsch sind sich sehr ähnlich, sodass die meisten Deutschen den Sprachkurs problemlos bestehen und mit ausreichenden Sprachkenntnissen ins Studium starten können.

Medizinstudium ohne NC in den Niederlanden: Voraussetzungen

Medizinstudium Holland VoraussetzungenFür ein Medizinstudium in den Niederlanden werden gute Kenntnisse in Biologie, Chemie und Physik verlangt. Bei niederländischen Schülern stehen diese Fächer bis zum Schulabschluss auf dem Stundenplan. Deshalb wird auch von deutschen Bewerbern verlangt, dass sie alle naturwissenschaftlichen Fächer bis zum Abitur belegt haben. Weil es in Deutschland aber unüblich ist, alle drei Naturwissenschaften gleichzeitig zu belegen, besteht die Möglichkeit ein fehlendes Fach nachzuholen. Dafür bieten externe Institute Kurse an.

Darüber hinaus sind Noten kein Kriterium bei der Zulassung. Für das Medizinstudium Niederlande gilt kein NC (Numerus clausus). Weil die Anzahl der Bewerber in der Regel die Zahl an Studienplätzen übersteigt, gibt es aber den sogenannten Numerus Fixus. Das bedeutet, dass alle Bewerber in einen Topf kommen und ausgelost wird, wer den Studienplatz erhält.

Medizinstudium Niederlande: Bewerbung

Um ein Medizinstudium in den Niederlanden zu beginnen, musst Du Dich nicht an der Universität direkt, sondern an der zentralen Vergabestelle für Hochschulzulassung (Studielink) bewerben. Das klappt online über die Studielink-Webseite, auf der Du Deine Bewerbung auch auf Deutsch einreichen kannst. Die Bewerbungsfrist für Medizin ist immer der 15. Mai. Der Studienbeginn in den Niederlanden ist in der Regel der 1. September.

Medizinstudium Niederlande: Ablauf und Dauer

Medizin wird in den Niederlanden anders unterrichtet als in Deutschland. Dies gilt sowohl für die Herangehensweise an das Thema als auch für den Aufbau des Studiums. Die Anerkennung von holländischen Studienabschlüssen ist in Deutschland kein Problem, dennoch bedeutet es, dass Du aufgrund der Unterschiede das komplette Medizinstudium in den Niederlanden absolvieren musst und ein Studienwechsel nach Deutschland nur schwer umsetzbar ist.

Der Weg in den Arztberuf gliedert sich in den Niederlanden in drei Phasen:

– Bachelor in Medizin (BSc, Dauer 3 Jahre)
– Master in Medizin (MSc, Dauer 3 Jahre)
– Assistenzarztstelle (1 Jahr)

Wie Du siehst, ist das Medizinstudium in den Niederlanden nicht direkt vergleichbar mit dem Staatsexamen, sondern in Form von Bachelor und Master organisiert. Dadurch ergibt sich ein höherer Verschulungsgrad. Insbesondere am Anfang gibt es kaum Wahlmöglichkeiten. So soll sichergestellt werden, dass allen Studenten eine gute Basis vermittelt wird. Erst später im Studium gibt es dann mehr Wahlfreiheit.

Zudem ist das Medizinstudium stärker an der Praxis und am Patienten orientiert als hierzulande. So gibt es in den Niederlanden Patientenvorlesungen, in denen echte Patienten in die Vorlesung kommen und zu ihren Erkrankungen befragt werden. Studenten erlernen somit Fachwissen direkt an Patientenfällen. Auch bei Operationen können Studenten freiwillig mit dabei sein. Der hohe Praxisbezug bereitet ausgezeichnet auf das Berufsleben vor.

Medizinstudium Niederlande: Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

In den Niederlanden werden Studiengebühren erhoben und auch die Lebenshaltungskosten sind höher als in Deutschland, das macht das Studentenleben insgesamt teurer. Im Studienjahr 2015/16 lagen die Studiengebühren bei 1951 Euro. Durch die jährliche Anpassung stiegen sie 2017/18 auf 2006 Euro. Die Steigerungsrate beträgt etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr. Es gibt jedoch mehrere Finanzierungsmöglichkeiten, die relativ leicht zu erhalten sind. Wer für das Medizinstudium in die Niederlande geht, kann Auslands-BAföG empfangen. Zudem gibt es auch niederländische Stipendien und Kredite, wie das verzinste Darlehen „Collegegeldkrediet“ und eine Studienfinanzierung für alle, die neben dem Studium mindestens 56 Stunden im Monat arbeiten.

 

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