Cannabis Bei Diesen Krankheiten

Medizinisches Cannabis: bei diesen Krankheiten wird es verschrieben

Seit Januar 2017 ist die Verwendung von Cannabis aus medizinischer Notwendigkeit in Deutschland vom Bundestag verabschiedet und legalisiert worden. Für Patienten in Deutschland gilt nun, dass sie bei entsprechender Indikation medizinisches Cannabis vom Arzt verschrieben und per Rezept in deutschen Apotheken erhalten können. Doch wie sieht die Realität aus? Bei welchen Krankheiten darf es verschrieben werden, sodass auch die Krankenkassen die Kosten übernehmen?

Medizinisches Cannabis hilft bei verschiedenen Krankheiten

Das Gesetz zur Legalisierung von medizinischem Cannabis sieht bisher keine Einschränkungen in Bezug auf Krankheiten vor. Das bedeutet, im Grunde genommen kann medizinisches Cannabis bei jeder Erkrankung vom Arzt verschrieben werden. Dennoch halten sich viele Ärzte noch zurück was Cannabis auf Rezept angeht und beschränken sich meist auf Erkrankungen, bei denen eine positive Wirkung von Cannabis bis zum jetzigen Zeitpunkt nachgewiesen oder zumindest aufgrund von Studien oder Untersuchungen vermutet wird. Es ist davon auszugehen, dass in der Zukunft weitere Erkrankungen hinzukommen. Forscher und Wissenschaftler beschäftigen weiterhin mit dem Thema und Wirkungsergebnisse von Cannabis.

Bisher findet medizinisches Cannabis seine Anwendung vor allem bei folgenden Erkrankungen sowie Krankheitssymptomen, die aus der derzeitigen Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, entstammt.

Liste Krankheiten Medizinisches Cannabis

– Chronische Schmerzzustände
Multiple Sklerose
– Krebs
Depressionen sowie Angst- und Zwangsstörungen
– Tourette-Syndrom
– ADHS
– Arthrose und chronische Polyarthritis
– Asthma
– Borderline-Syndrom
– Magersucht und Appetitlosigkeit
– Blasenkrämpfe
Borreliose 
– Epilepsie
– Fibromyalgie
– Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
– HIV-Infektion
– Migräne
– Neurodermitis
– Posttraumatisches Belastungssyndrom
Rheuma (rheumatoide Arthritis)
– Schlafapnoe und Schlafstörungen
Tinnitus 

Bei diesen Erkrankungen ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen in der Regel sichergestellt. In manchen Krankheitsfällen erlauben sich Krankenkassen eine eingehende Prüfung. Gegebenenfalls müssen die Kosten vom Patienten vorab übernommen werden und bekommen diese nach positivem Bescheid der Krankenkasse zurückerstattet.

Wie ist medizinisches Cannabis zu bekommen?

Der einzige legale Weg an medizinisches Cannabis zu gelangen, ist über den Arzt und ein von diesem ausgestelltes Rezept.

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass Cannabis zum Einsatz von medizinischen Zwecken nicht wie ein herkömmliches Alternativ-Medikament behandelt wird.  Bei „normalen“ Medikamenten kann der Arzt zwischen verschiedenen Herstellern und Arzneimittelzusammensetzungen entscheiden und wechseln. Medizinisches Cannabis soll per Gesetz nur dann verschreiben werden, wenn keine andere medizinische Therapie einen zufriedenstellenden Erfolg brachte – alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Für den Patienten bedeutet das, er hat sich zuvor in ärztlicher Behandlung befunden und herkömmliche Behandlungsmaßnahmen durchlaufen zu haben.  Es ist offiziell nicht möglich, zum Beispiel nach ein oder zwei Nächten mit Schlafstörungen den Arzt aufzusuchen und sich medizinisches Cannabis für die kommende Nacht verschrieben zu bekommen. Eine diagnostizierte Erkrankung, welche durch eine Behandlung mit Cannabis sinnvoll begleitet werden kann, ist erforderlich.

Grundvoraussetzung für den Erhalt von medizinischem Cannabis ist dementsprechend auch die Einschätzung des Arztes, in wie weit er einen Therapieerfolg durch die Anwendung sieht.

Welche Ärzte verschreiben medizinisches Cannabis

Das Gesetz für die legale Verschreibung von medizinischem Cannabis sieht keine besonderen Qualifikationen oder Voraussetzungen bei verschreibenden Ärzten vor. Mit anderen Worten: jeder Arzt kann es verschreiben, sofern dieser in Deutschland oder innerhalb der europäischen Union über eine gültige Zulassung verfügt.  Üblich ist der Gang zum Hausarzt oder Facharzt, bei dem man in Behandlung ist.

Online Ärzte

Mittlerweile wird das Gesundheits-Cannabis auch über das Internet „vertrieben“. Online Apotheken werben mit bequemen kostenlosen Versand. Das Rezept stellt in den meisten Fällen ein Arzt aus, der kooperativ mit der betroffenen Online Apotheke tätig ist. Ein persönlicher Kontakt kommt nicht zustande. Die gesamte Vorstellung erfolgt meist über den Schrift- beziehungsweise einen Formularverkehr. In wenigen Fällen kommt es zu einer Video-Konsultation, bei dem ein persönliches Gespräch stattfindet. In Deutschland sind bisher Online-Konsultationen verboten. Dementsprechend handelt es sich bei diesen um Online Ärzte, die im Ausland ansässig sind und nicht in Deutschland praktizieren und/oder eine Zulassung zum Praktizieren besitzen. Um ein Rezept für medizinisches Cannabis für einen in Deutschland lebenden Patienten legal ausstellen zu dürfen, muss der Online Arzt über eine Zulassung innerhalb der europäischen Union verfügen.

Der Weg über das Internet unterliegt ebenso strengen Richtlinien, wie die Rezeptausstellung nach einer Arztkonsultation. Schwierig stellt sich beim Online-Verfahren der Nachweis einer schwerwiegenden oder chronischen Erkrankung dar. Derzeit reichen oftmals die Einreichung via Datentransfer von aktuellen Arztbefunden.

Grundsätzlich stellt das Online-Geschäft mit medizinischem Cannabis ein Risiko dar. Unseriöse Anbieter könnten schlechte Qualität oder falsche, fehlerhafte Zusammensetzungen verkaufen wollen. Falsche Dosierungen können nicht die notwendige Wirkung erzielen oder schlimmstenfalls zu schweren Nebenwirkungen führen, wie das auch bei anderen aus dem Ausland stammenden Medikamenten, der Fall sein kann.

Der Geschäftszweig ist noch recht neu, so dass hier manch ein „schwarzes Schaf“ eine neue Einnahmequelle sieht. Dementsprechend ist es empfehlenswert, medizinisches Cannabis nur über die Apotheke des Vertrauens zu beziehen.

Durch | 13.08.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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