Kunsttherapeut

Kunsttherapeut/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Kunsttherapie wird heutzutage in zahlreichen sozialen Einrichtungen und Kliniken angeboten. Die Therapienachfrage ist in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen, denn die Wirksamkeit der psychotherapeutischen Behandlungsmethode ist wissenschaftlich erwiesen. Somit gibt es für den Kunsttherapeut viele berufliche Perspektiven, sowohl im sozialen als auch pädagogischen oder klinischen Bereich. Im folgenden Ratgeber wird alles Wissenswerte rund um die Ausbildung, den Beruf, die Tätigkeiten und das Gehalt erläutert.

Kunsttherapeut/in Ausbildung – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Welcher Schulabschluss ist nötig?

Ein Kunsttherapie-Studium, für das ein Abitur oder die Hoch- bzw. Fachhochschulreife nötig ist, ist in Deutschland an Hochschulen, Fachhochschulen oder Kunsthochschulen möglich. Es schließt mit dem Bachelor oder Master ab. Viele Hochschulen wählen ihre Studierenden durch eigene Zulassungsverfahren aus. Auch Diplomstudiengänge werden angeboten. An privaten Instituten sind zudem Ausbildungen in Vollzeit oder berufsbegleitend möglich. Kunsttherapeutische Weiterbildungen bauen ebenso auf dem abgeschlossenen Hochschulstudium auf. Doch hier wird ein Grundstudium in einer entsprechenden Nachbardisziplin erwartet.

Inhalte des Studiums

Das Studium beinhaltet Vorlesungen, Seminare, Projekte, Exkursionen sowie praktische Übungen in folgenden Fächern:

  • Kunsttherapie
  • darstellende und bildende Kunst
  • Kunst und Pädagogik
  • Anthropologie
  • Bild und Medien

Weitere Voraussetzungen

Meist werden des Weiteren eine entsprechende Berufsausbildung oder zumindest eine soziale Tätigkeit, die mindestens drei Monate lang absolviert wurde, vorausgesetzt. In der Orientierungsphase vor der Ausbildung zum Kunsttherapeuten ist ein Praktikum unerlässlich, um die erforderlichen Fachkompetenzen im Umgang mit den Patienten zu erlangen. Es gibt optimale Einblicke darüber, wie der spätere Berufsalltag aussieht. Es lohnt sich, in klinischen Institutionen nachzufragen, beispielsweise in einer psychosomatischen, psychotherapeutischen oder psychiatrischen Einrichtung. Wer Kunsttherapeut werden möchte, sollte außerdem verantwortungsbewusst sein, Mitgefühl, Geduld, eine Motivation zum Helfen, Interesse an der Psychologie, künstlerische Fähigkeiten sowie ein Gefühl für Formen und Farben haben.

Wo kann eine Ausbildung gemacht werden?

Für eine spätere, qualitative kunsttherapeutische Berufsausübung ist eine fundierte Ausbildung notwendig, die auf Hochschulniveau abschließen sollte. Hier werden psychologische, psychotherapeutische sowie psychiatrische Grundlagen vermittelt. Ein weiterer Bestandteil sind kunsttheoretische, -praktische und -therapeutische Methoden. Auch Berufspraktika, Selbsterfahrungen sowie eine wissenschaftliche Abschluss- oder Fallarbeit sind notwendig. Die Dauer der Ausbildung beträgt meist 2 bis 4,5 Jahre.

In der Ausbildungsform werden verschiedene Kenntnisse erworben:

Metamorphose und Farbprozesse

  • Naturstudie
  • Materialkunde
  • Elementenlehre
  • Kunstgeschichte
  • Kunsttheorie und -praxis
  • Farben- und Formenlehre
  • Menschenkunde
  • psychologisches und psychiatrisches Basiswissen
  • Berufspraktika unter Supervision

Eine wissenschaftlich erstellte Abschlussstudie komplettiert das Kunsttherapie-Studium.

Kunsttherapeut/in – Ausbildung Gehalt

Die Kosten für eine Ausbildung zum Kunsttherapeuten müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die Gesamtkosten betragen je nach Institut mehrere 1000 Euro.

Der Beruf Kunsttherapeut/in – Tätigkeiten und Alltag

Ein Kunsttherapeut kann in vielen Bereichen arbeiten, beispielsweise:

  • Gesundheitswesen
  • Rehabilitation
  • Altersheim
  • Sonderschule
  • Wohnheim für behinderte Menschen

Kunsttherapeuten arbeiten demzufolge mit Kindern, Erwachsenen oder Behinderten. Das Ziel besteht darin, sie in der Sinneswahrnehmung und Kreativität zu fördern, Entwicklungsmöglichkeiten zu unterstützen, Störungen zu lindern und Krisensituationen zu mildern. Hierfür wird mit verschiedenen gestalterischen Mitteln gearbeitet, beispielsweise:

Malen und Zeichnen

  • Kleben
  • Schnitzen
  • Fotografieren
  • Töpfern
  • Schreiben
  • Musizieren
  • Tanzen

Der therapeutische Ansatz der Kunsttherapie basiert auf dem Ausdrücken des Innenlebens mit der Hilfe von unterschiedlichen Arbeitsweisen, die aus der bildenden Kunst stammen. Dazu gehören Malerei und Zeichnungen. Die Patienten veranschaulichen über künstlerische Projekte, wie es in ihrem Inneren aussieht.

Die Methoden nutzt der Kunsttherapeut, um seelische Konflikte zu erkennen und dem Patienten zu helfen. Der Kunsttherapeut bietet ihm viel Verständnis und bringt ihm das erforderliche Vertrauen entgegen. Er gibt ihm die nötige Sicherheit, damit er sich öffnen kann. Was die Patienten nicht aussprechen möchten oder können, wird für den Therapeuten somit beispielsweise in ihren Bildern sichtbar, sodass er neue Erkenntnisse gewinnen kann. Doch auch der Patient entdeckt dadurch häufig Kraftquellen. Kunsttherapie kann die Selbstheilungskräfte anregen und Veränderungsprozesse in Gang setzen. Es fällt ihnen über gestaltende Tätigkeiten einfacher, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Es gibt verschiedene Schwerpunkte: Ein Atem-Kunsttherapeut hingegen bietet eine atemzentrierte Körperarbeit.

Kunsttherapeut/in – Gehalt

Entsprechend des Arbeitsaufwands und der unterschiedlichen Anstellungsmöglichkeiten kann der Stundenlohn des Kunsttherapeuten in der Höhe variieren. Das Gehalt liegt durchschnittlich bei rund 2.700 Euro pro Monat, wobei die unteren monatlichen Gehälter bei circa 1.770 Euro beginnen. Ein Kunsttherapeut in der oberen Region kann allerdings auch 4.350 Euro und mehr verdienen. Der Standort des Arbeitgebers, das Alter und die Berufserfahrung sind weitere Faktoren, die die Höhe des Gehalts beeinflussen. Die Bezahlung ist nicht tariflich geregelt, doch da der Beruf des Kunsttherapeuten gefragt ist, befindet er sich in einer sehr guten Verhandlungsposition.

Fazit

Seit vielen Jahren ist die Kunsttherapie ein anerkanntes und bewährtes Verfahren, das es möglich macht, sich kreativ auszudrücken sowie im künstlerischen Prozess Veränderungen und eine Heilung zu erzielen. Das Kunsttherapie-Studium bietet die Möglichkeit, später anspruchsvolle und spannende Berufe auszuüben. Angestellte Kunsttherapeuten arbeiten vorwiegend im klinischen Bereich, bei Ärzten, Psychotherapeuten oder Psychiatern. Von ihnen erhalten sie einen Auftrag zur entsprechenden kunsttherapeutischen Behandlung. Mit einer Heilbehandlungserlaubnis, mindestens Heilpraktiker für Psychotherapie, kann ein Atem-Kunsttherapeut zudem eine eigene Praxis eröffnen.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 07.07.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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