Berufsunfähigkeit Burnout

Stellen Ärzte eine Krankschreibung bei Burnout aus?

Krankschreibung bei Burnout – das sollte man wissen

Nicht zuletzt aufgrund anhaltend steigender Krankheitsfälle kommt immer wieder die Frage auf, ob Ärzte eine Krankmeldung bei Burnout-Symptomen ausstellen. Dem nicht genug fürchten sich gerade Arbeitnehmer häufig vor der Diagnose aus Angst, ihren Job zu verlieren. Grund genug, sich mit der Frage der Krankmeldung bei Burnout-Erkrankungen näher auseinander zu setzen.

Was ist eine Burnout Erkrankung?

Unter dem Begriff Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, einer Depersonalisierung (Entfremdung im sozialen Umfeld) sowie verringerter Leistungsfähigkeit.

Dieser Zustand kann durch vorangegangene zu starke Arbeitsbelastung, Stress, Selbstüberforderung und/oder durch besondere persönliche Umstände entstehen.

Burnout ist nach der Weltgesundheitsorganisation keine eigenständige Krankheit, sondern viel mehr ein grundlegendes Problem mit der aktuellen Lebensführung oder generell ausgedrückt: Ein Krankheitszustand. Aufgeführt unter den sogenannten Z-Diagnosen entspricht Burnout einer Zusammenführung von Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme von medizinischen Maßnahmen führen.

Allgemeines zur Krankschreibung bei Burnout-Erkrankungen

Da es sich vor allem um eine seelische Erkrankung handelt, dauert es in der Regel sehr lange, bis überhaupt eine Krankmeldung bei Burnout-Symptomen ausgestellt wird. Natürlich sind die typischen Anzeichen in Form von Erschöpfungszuständen, Depressionen und einer Sinneskrise hinreichend bekannt. Allerdings äußern sie sich in vielfältiger Weise. Meist klagen Betroffene über Schlafmangel, Kopfschmerzen und andere Alltagsprobleme. Sie werden dann behandelt, meist medikamentiert, aber eine Besserung stellt sich – wenn überhaupt – nur vorübergehend ein. Wird allerdings erst einmal eine Krankmeldung bei Burnout-Symptomen ausgestellt, sollte auch gehandelt werden.

Viele Patienten verbringen während der Krankheitsphase viel Zeit zu Hause. Empfehlenswerter ist es allerdings, sich zeitnah um psychologischen Beistand zu bemühen und sich um Therapieangebote zu kümmern. Ob dabei eher eine stationäre oder eine ambulante Behandlung bevorzugt werden sollte, hängt hingegen stark von der jeweiligen Situation ab. Soweit möglich sollte jedoch eine Therapie im gewohnten Umfeld bevorzugt werden.

Um sich nicht alleine zu fühlen und den Genesungsprozess zu fördern können auch Gemeinschaften von Betroffenen als Selbsthilfe herangezogen werden. Im Internet findet man einige Foren und Communities von Betroffenen, die sich austauschen. So beispielsweise das Burnout-Forum.de. Wichtig ist jedoch, dass dies nur eine Unterstützung für Betroffene sein kann – nie ein Ersatz für eine Therapie.

Krankschreibung bei Burnout – Das sollten Arbeitnehmer beachten!

Allein durch das Krankheitsbild des Zustandes selbst, ist eine solche Diagnose für den Patienten schon unangenehm genug. Gleichzeitig sind sich aber auch viele unsicher, welche Informationspflichten sie überhaupt gegenüber ihrem Arbeitgeber haben. Außerdem befürchten sie eventuell, aufgrund der Krankheit ihren Job zu verlieren. Grundsätzlich sollte man daher die folgenden Punkte beachten:

  • Wie bei jeder anderen Krankmeldung auch, muss der Arbeitgeber natürlich unverzüglich über den Ausfall informiert werden.
  • Allerdings ist niemand verpflichtet, den Grund der Erkrankung zu offenbaren. Nur wenn sie eine betriebliche Bedeutung haben sollte, muss der genaue Krankheitsgrund angegeben werden. Dabei gilt: Eine Krankmeldung bei Burnout sollte man nicht sofort darlegen!
  • Es droht in der Regel kein Jobverlust! Sechs Wochen dürfen Arbeitnehmer ohnehin im Jahr krank sein, ohne dass eine Kündigung droht und anschließend übernimmt die jeweilige Krankenkasse die Lohnfortzahlung. Aber auch so bestünde nicht sofort die Gefahr einer Kündigung, wenn eine Krankmeldung bei Burnout für mehr als sechs Wochen ausgestellt wird. Genauso muss die Prognose über den weiteren Verlauf der Krankheit berücksichtigt werden.

Statt sich also Sorgen um den Job zu machen, sollte die Zeit der Krankschreibung für die erforderlichen medizinischen Maßnahmen genutzt werden.

Alles was bei der Krankmeldung beim Arbeitgeber zu beachten ist, wird aufgelistet im Artikel:

Krankmeldung beim Arbeitgeber – was ist zu beachten?

Kann man während der Krankschreibung eine Kündigung erhalten, darf man Urlaub machen und was darf man tun und was nicht:

Krankschreibung durch Arzt

Auf keine falschen Gedanken kommen: Das passiert bei falscher Krankschreibung

Wer jetzt jedoch denkt, dass man diese seelische Erkrankung auch nutzen kann um dich für einen längeren Zeitraum krankschreiben zu lassen, der sollte dies überdenken. In einem ausführlichen Artikel haben wir beschrieben was für Konsequenzen drohen wenn man sich gesund krankschreiben lässt. Der Artikel Gesund krankgeschrieben: Was kann passieren? verdeutlicht, dass dies zu einem gestörten Vertrauensverhältnis und damit zum Jobverlust führen kann. Darüber hinaus kann es seitens des Arbeitgebers auch Ansprüche auf Schadenersatz geben bis hin zu strafrechtlichen Maßnahmen, wenn ein Fall von Betrug durch die falsche Krankschreibung vorliegt.

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Durch | 27.09.2016 | Allgemein | 0 Kommentar

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