Krankenschwester

Krankenschwester – Ausbildung, Aufgaben, Beruf, Gehalt

Die Ausbildung zur Krankenschwester und Beruf bieten abwechslungsreiche Aufgaben sowie die Möglichkeit Gutes zu tun. Schließlich pflegt, hilft und unterstützt die Krankenschwester kranke Menschen im Krankenhaus und unterstützt die Ärzte bei vielen Tätigkeiten im Alltag. Im folgenden Artikel findet ihr alle Informationen auf einen Blick rund um Ausbildung, Beruf und Gehalt der Krankenschwester.

Inhalt

Krankenschwester Beruf in Deutschland

Krankenschwester, korrekt bezeichnet „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ ist ein Gesundheitsfachberuf und umfasst Pflege als auch Betreuung und Beratung von Pflegebedürftigen. Diese können im stationären als auch im ambulanten Umfeld behandelt werden.

Zur Betreuung gehört auch die Assistenz bei ärztlichen Maßnahmen und Anordnung des behandelnden Arztes. Dadurch ist die Krankenschwester ein bedeutender Teil im Gesundheitswesen und der Versorgung von Patienten. Die Ausbildung zur Krankenschwester ist abwechslungsreich, denn nach der pflegerischen Grundausbildung gibt es eine Vielzahl von Spezialisierungsmöglichkeiten, in denen eine Ausbildung absolviert werden kann. Nach erfolgreichen Fachweiterbildungen ist man darüber hinaus berechtigt die Berufsbezeichnung „Fachgesundheits- und Krankenpfleger“ zu tragen.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und muss an einer staatlich anerkannten Krankenpflegeschule absolviert werden. Am Ende steht eine staatliche Prüfung, die bestanden werden muss, um die Ausbildung erfolgreich zu beenden.

Mögliche Arbeitsorte für eine Krankenschwester sind nach abgeschlossener Ausbildung Krankenhäuser, Pflegeheime, Altenheime, Sanatorien, Hospizen, Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Krankenkassen oder ambulante Pflegedienste. Durch den demographischen Wandel und die alternde Gesellschaft wird die Nachfrage stets wachsen über die kommenden Jahre.

Voraussetzungen Krankenschwester Ausbildung

Obwohl die Ausbildung zur Krankenschwester sehr beliebt ist, vor allem bei Frauen (Frauenanteil von über 95 %), ist dieser Beruf nichts für jedermann – oder jederfrau. Die Belastung, körperlich wie auch psychisch, kann groß sein. Der ständige Umgang mit größtenteils kranken Menschen kann eine große Bereicherung sein, kann jedoch auch eine harte Belastungsprobe sein.

Bevor man diese Ausbildung antritt muss man sich bewusst sein, was auf einen zukommt. Eine Angst vor Spritzen oder Sensibilität im Bereich Hygiene sollte bei diesem Beruf nicht vorhanden sein.

Förmlich ist eine Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ein Realschulabschluss. Sollte nur ein Hauptschulabschluss vorhanden sein, muss zumindest eine zweijährige Berufserfahrung nachgewiesen werden können. Ein Mindestalter für diese Ausbildung gibt es nicht. Nicht zwingend erforderlich, aber regelmäßig nachgefragt, sind Praktika in diesem Bereich im Vorfeld.

Krankenschwester Ausbildung

Die Ausbildung zur Krankenschwester erfolgt als Kombination aus theoretischem Unterricht an der Krankenpflegeschule und aus praktischem Unterricht im Krankenhaus. Insgesamt dauert die Ausbildung 3 Jahre in Vollzeit. Auch eine Teilzeitausbildung ist möglich, diese dauert 4 Jahre oder teilweise sogar 5 Jahre.

Der theoretische Unterricht an der Krankenpflegeschule dauert insgesamt 2.100 Stunden. Folgende Inhalte werden unter anderem vermittelt:

  • Welche Krankheiten gibt es und was sind deren Ursachen?
  • Diagnose und Behandlung von Krankheiten
  • Vorbeugung von Krankheiten
  • Assistenz von Ärzten bei Visiten, Behandlungen und Operationen
  • Eintragung von Fieberkurven
  • Durchführung einer Blutabnahme
  • Vorbereitung von Röntgenuntersuchungen
  • Weitere Pflegetechniken wie Injektionen (z.B. Subkutane Injektion), Infusionen
  • Erste Hilfe Leistung bei Notfällen und Wundversorgung
  • Aufnahme von Patienten und Dokumentation der Patientenfälle
  • Ermittlung Pflegebedarf ermittelt und Erstellung von Pflegeplänen
  • Einbeziehung der Familie und des sozialen Umfeldes der zu pflegenden Person
  • Rechtliche Rahmenbestimmungen der Krankenpflege

Das erlernte theoretische Wissen wird entsprechend im Krankenhaus aktiv im praktischen Teil der Ausbildung angewandt. Der praktische Ausbildungsteil dauert insgesamt 2.500 Stunden und wird in den Gebieten innere Medizin, Pädiatrie, Gynäkologie, Chirurgie, Geriatrie und Neurologie durchgeführt. Ziel ist es, alle Gebiete im Rahmen der Ausbildung entsprechend kennen zulernen und Menschen aller Altersgruppen zu pflegen.

Krankenschwester Aufgaben und Tätigkeiten

Die Aufgaben und Tätigkeiten der Krankenschwester sind sehr vielfältig. Im Kern betreuen und pflegen Krankenschwestern wie beschrieben kranke Menschen in stationären Einrichtungen sowie ambulant.

Hierzu zählen folgende Aufgaben der Krankenschwester im Detail:

  • Maßnahmen der Grundpflege für kranke, behinderte oder sonstig pflegebedürftige Personen durchführen, zum Beispiel: persönlichen Kontakt herstellen, über anstehende pflegerische Maßnahmen informieren, Patienten und Patientinnen betten / lagern sowie nach Bedarf bei Körperpflegemaßnahmen und Verrichtungen des täglichen Lebens helfen, zum Beispiel beim Waschen oder Baden, beim Haare waschen oder beim Aufstehen und Gehen.
  • Maßnahmen der Behandlungspflege, der speziellen Pflege und (Pflege-)Maßnahmen in besonderen Situationen durchführen, zum Beispiel: nach Operationen oder Therapien Patienten beobachten hinsichtlich Aussehen, Appetit, Schlaf, Bewusstseinslage und ähnlichem oder Temperatur, Blutdruck, Puls, Körpergewicht messen sowie körperliche, seelische und soziale Bedürfnisse und Probleme der Patienten erkennen und beurteilen, ärztliche Verordnungen ausführen, unter anderem Medikamente und Injektionen verabreichen.
  • Mit Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeiten, zum Beispiel an Visiten und Besprechungen teilnehmen oder bei ärztlichen Maßnahmen assistieren, zum Beispiel bei operativen Eingriffen.
  • Pflegemaßnahmen planen, koordinieren, dokumentieren und sichern, zum Beispiel: Pflegebedarf ermitteln, bei der Pflegeplanung mitwirken, Pflege- und Behandlungsprozesse durchführen und koordinieren, sowie Erkenntnisse den Ärzten und Fachkräften mitteilen.
  • Organisieren und Verwalten, zum Beispiel Essensbestellungen, Materialanforderungen ausfüllen, Materialbestand überwachen sowie Arzneimittel nach Vorschrift verwalten.
  • In Aus- und Fortbildung mitwirken, zum Beispiel Fachschüler in der praktischen Ausbildung betreuen oder Krankenpflegeschüler/innen, Praktikanten/Praktikantinnen und Hilfskräfte anleiten und beaufsichtigen.

Quelle und ausführliche Informationen gibt es bei der Arbeitsagentur.

Lohnt sich die Ausbildung zur Krankenschwester?

Macht sich die harte Arbeit einer Krankenschwester beim Verdienst bezahlt? In Anbetracht der anstrengenden Aufgaben von Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen sollte der Verdienst immerhin auch entsprechend ausfallen.

Und die gute Nachricht lautet: Schon in der Ausbildung werden Krankenschwestern verhältnismäßig gut bezahlt. Insbesondere dann, wenn der Träger der Ausbildung an die Bedingungen des Tarifvertrages gebunden ist. Im Regelfall, vor allem bei staatlichen Einrichtungen, ist das der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD-B).

Jedoch gibt es leider große Gehaltsunterschiede in Deutschland. So können Krankenschwestern bei Unternehmen, die an keinen Tarifvertrag gebunden sind, wesentlich weniger verdienen als die Kolleginnen und Kollegen innerhalb des TVöD-B.

Krankenschwester Verdienst in der Ausbildung

Betrachtet man den Tarifvertrag, ist bereits im ersten Jahr das Gehalt einer Krankenschwester in der Ausbildung im Vergleich recht gut. Hier stehen ca. € 950,00 bis € 1.150,00 am Ende auf der Gehaltsabrechnung. Außerdem steigt dieser Betrag in jedem Ausbildungsjahr um ca. € 50,00 bis € 100,00.

Natürlich ergeben sich gewisse Schwankungen aufgrund des Ausbildungsbetriebes. Gerade in privaten Einrichtungen kann der Verdienst geringer ausfallen. Es ist nicht selbstverständlich, dass man im ersten Lehrjahr mit einem Gehalt von knapp 800 Euro rechnen muss.

Einstiegsgehalt Krankenschwester

Auch nach der Ausbildung hängt das Gehalt weiterhin vor allem vom jeweiligen Unternehmen ab. Liegt dem Beschäftigungsverhältnis der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zugrunde, beträgt das Einstiegsgehalt im Schnitt etwa € 24.000,00 im Jahr. Je nach Aufgabenbereich kann man also am Anfang der Berufslaufbahn mit einem Gehalt von € 2.000,00 bis € 2.400,00 brutto im Monat rechnen.

Weitere Steigerungen ergeben sich später mit der Anzahl der Berufsjahre, aber auch mit Fort- und Weiterbildungen. So auch beim TVöD-B, bei dem eine Krankenschwester in der Regel bei Entgeltgruppe 7 eingeordnet wird und Stufe 1 bei Neueinstellung. In der folgenden Gehaltstabelle des TVöD-B ist erkennbar, dass bei Entgeltgruppe 7 und Stufe 1 somit ein Einstiegsgehalt von € 2387,86 brutto gezahlt wird.

Krankenschwester Tarif 2018

(Quelle: VKA TVöD-B Stand Februar 2018)

Gehalt Krankenschwester

Je Berufserfahrung steigt das Gehalt dann erst einmal durch einen Aufstieg in den Stufen – nicht in den Entgeltgruppen. Wie beschrieben werden bei der Einstellung die Beschäftigten der Stufe 1 zugeordnet. Bei einer Berufserfahrung von mindestens 1 Jahr erfolgt die Einstufung in die Stufe 2, bei einer Berufserfahrung von 3 Jahren erfolgt die Einstufung in Stufe 3, wo man dann schon € 2796,54 verdient.

So lässt sich im weiteren Verlauf im Optimalfall ein durchschnittlicher monatlicher Verdienst von ungefähr € 3.250,00 brutto erzielen bei einer mehrjährigen Berufserfahrung und einem Sprung in Entgeltgruppe 8. Ein Sprung in eine höhere Entgeldgruppe kann durch entsprechende Weiter- und Fortbildung erreicht werden.

Wer sich sogar für eine Führungsposition in einer höheren Entgeltgruppe qualifiziert, kann später sogar mit bis zu € 3.600,00 brutto im Monat rechnen. Und das jeweils ohne etwaige Zuschläge oder Zulagen. Diese werden zum Beispiel für Nachtschichten, andererseits aber auch für Schichten an Sonn- und Feiertagen gewährt.

Auch wenn Unterschiede beim Verdienst zwischen öffentlichen Arbeitgebern, die dem Tarifvertrag unterliegen und kirchlichen oder privaten Einrichtungen zu beachten sind, das Krankenschwester-Gehalt ist in den Tarifverträgen vergleichsweise attraktiv. Krankenschwestern erfüllen eine wichtige Funktion – das muss auch entlohnt werden.

Wie auch schon bei der Ausbildung sieht es in der Privatwirtschaft auch wieder anders aus. Vorallem seit die Zeitarbeit mittlerweile eine immer wichtigere Rolle bei der Pflege spielt. Außertariflich kann es hier somit vergleichsweise sehr niedrigen Gehältern von € 1.500 bis € 1.700 Brutto kommen.

Gibt es unterschiedliche Krankenschwester Tarifverträge?

Ein für Krankenschwestern besonders wichtiger Tarifvertrag ist der oben aufgezeigte VKA TVöD-B.

Neben gibt es jedoch noch weitere Tarifverträge wie:

Jobs für Krankenschwestern

Durch den hohen Bedarf an Krankenschwestern in Deutschland gibt es entsprechend viele Krankenschwester Stellenangebote. Neben einigen kleinen Nischen-Stellenbörsen bieten Generalisten wie beispielsweise die Stellenbörse Indeed über 10.000 Stellenangebote in diesem Umfeld.

Die Top 3 Städte, in denen die korrekt bezeichneten Gesundheits- und Krankenpfleger gesucht werden, sind Berlin, München und Hamburg. Etwa 15 % der Ausschreibungen auf der Stellenbörse Indeed sind auf diese drei Städte aufgeteilt.

Generell werden Krankenschwestern jedoch in ganz Deutschland in Großstädten, wie auch in kleineren Städten und ländlichen Gebieten gesucht.

Krankenschwestern sind ein wichtiger Teil im Gesundheitswesen

Egal ob als Assistenz im OP, als Unterstützung in der Klinik oder als Stütze für einen pflegebedürftigen Menschen. Krankenschwestern leisten sehr große Arbeit, zu der nicht alle Menschen bereit sind und die nicht alle Menschen leisten können. Allzuoft wird diese Leistung nicht entsprechend gewürdigt, denn diese wertvolle Arbeit wird als selbstverständlich betrachtet.

Wie ist eure Meinung zumindest zur finanziellen Würdigung der Arbeit von Krankenschwestern? Ist das Gehalt gerechtfertigt, da es sich generell nur um einen Ausbildungsberuf handelt oder ist das Gehalt entsprechend der Leistung, die in vielen Fällen erbracht wird nicht hoch genug? Natürlich muss man an dieser Stelle auch zwischen tariflicher Vergütung und außertariflicher Vergütung unterscheiden. Wir freuen uns auf eure Meinung.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

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Durch | 03.04.2018 | Allgemein | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Svea 04.05.2018 um 20:14 - Antworten

    Wo werden eigentlich Fachpflegekräfte eingeteilt? Z.B. Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin

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