Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen und Migräne – Unterschiede erkennen, verstehen und Linderung finden 

Ärzte unterscheiden mehr als 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Zu den beiden häufigsten gehören Spannungskopfschmerzen, dicht gefolgt von Migräne. Etwa jeder zweite Deutsche leidet gelegentlich unter Kopfschmerzen, jeder vierte sogar regelmäßig. Frauen sind aufgrund von Hormonschwankungen etwas häufiger davon betroffen als Männer.

Spannungskopfschmerzen unterscheiden sich in Art und Intensität von Migräne-Kopfschmerzen.

Symptome für Spannungskopfschmerz sind:

  • dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz
  • Schmerz auf beiden Seiten des Kopfes, meist beginnend im Nacken
  • der Druck ist oft an Stirn und Nacken am stärksten, manchmal auch an den Schläfen
  • der Schmerz ist leicht bis mittelschwer
  • körperliche Aktivität verschlimmert den Schmerz nicht, Spaziergänge an der frischen Luft helfen oft sogar
  • Symptome für Migräne sind:
  • pochender, stechender oder pulsierender Schmerz im Kopf
  • einseitiger Schmerz
  • mittelstarker bis sehr starker Schmerz
  • jede Form von körperlicher Betätigung, selbst Treppensteigen, verschlimmert den Schmerz
  • fast immer mit weiteren Begleiterscheinungen wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Appetitlosigkeit

Kopfschmerzen – Ursachen

Spannungskopfschmerzen zählen medizinisch zu den primären Kopfschmerzarten, das heißt, es liegt ihnen keine vorhergehende Erkrankung oder Kopfverletzung zugrunde. Ihre Entstehung ist noch nicht genau geklärt. Zu den häufigsten Auslösern zählen jedoch Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich durch muskuläre Fehlbelastungen (z. B. durch sitzende Tätigkeiten). Weitere Faktoren sind Arbeiten oder Lesen bei schlechtem Licht, unerkannte oder unbehandelte Fehlsichtigkeit, übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, Flüssigkeitsmangel oder zu wenig Sauerstoff.

Ebenso wie Kopfschmerzen ist auch Migräne noch nicht bis ins letzte Detail erforscht. Migräne zählt zu den neurologischen Erkrankungen. Ein Migräne-Anfall wird ausgelöst, wenn die für das Schmerzempfinden zuständigen „Fühler“ in unserem Gehirn, sogenannte Schmerzrezeptoren, überreizt sind. Als Hauptauslöser dafür gilt Stress.

Stress äußert sich in zwei Formen:

  • körperlicher Stress
  • seelischer Stress

Körperlicher Stress wird ausgelöst durch:

  • zu viel Alkohol oder Nikotin
  • unregelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus
  • unregelmäßige Essenszeiten
  • Übermüdung, Erschöpfung, Reizüberflutung (zu viel Fernsehen, zu laute Musik, PC und Handy)

Seelischer Stress entsteht vor allem durch:

  • Leistungsdruck
  • Sorgen
  • Angst
  • Trauer
  • Streit

Des Weiteren werden körperliche Probleme wie Wirbelsäulenfehlstellungen und Entzündungen von Blutgefäßen im Gehirn oder muskuläre Ursachen vermutet.

Gesichert erscheint zumindest, dass ungünstige Lebensumstände zu den Kopfschmerz Beschwerden beitragen.

Kopfschmerzen – Behandlung

Treten Kopfschmerzen nur gelegentlich auf, lassen sich beide Formen, sowohl Spannungskopfschmerzen als auch Migräne, mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke gut behandeln. In Frage kommen hierbei Mittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS (Acetylsalicylsäure).

Nehmen Sie Schmerzmittel aber nicht zu häufig ein, um keine Abhängigkeit oder arzneimittelbedingten Kopfschmerzen zu entwickeln. Als Faustregel hierbei gilt: Nicht öfter als an zehn Tagen im Monat und an drei Tagen hintereinander.

Um die beste Therapie zu finden lohnt es sich, ein sogenanntes „Kopfschmerztagebuch“ zu führen. Tragen Sie hier alle Tage mit Kopfweh sowie den (möglicherweise) dazu führenden Lebensumständen ein. So können Sie nicht nur die Auslöser für die Kopfschmerzen finden, sondern mit leichten Veränderungen bereits Linderung erzielen:

  • Lüften Sie regelmäßig Ihre Wohnräume, auch im Winter
  • Wenn Sie im Büro oder am PC arbeiten, machen Sie regelmäßig Lockerungsübungen und leichte Bürogymnastik, am besten am offenen Fenster
  • Reduzieren Sie Nikotin- und Alkoholgenuss. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Passivrauchen
  • Sorgen Sie für Entspannungspausen
  • Wissenschaftlich erwiesen ist die positive Auswirkung von Sport auf den gesamten Körper. Besonders geeignet sind leichte Ausdauersportarten wie Joggen, Walking, Schwimmen oder Radfahren. Wenn Sie Ausdauersport nicht mögen, helfen Ihnen vielleicht Yoga, Gymnastik oder Tanzen.
  • Suchen Sie sich ein Hobby für den notwendigen seelischen Ausgleich. Dabei ist es egal, ob es sich um Malerei, Meditation, Fotografie oder einen Kochkurs handelt. Wichtig ist, was Ihnen guttut und woran Sie Freude haben.
  • Trinken Sie ausreichend! Wenn Sie unter akuten Kopfschmerzen leiden, hilft es manchmal bereits, zwei große Gläser (0,3 Ltr) stilles Wasser in kleinen Schlucken zu trinken. Viele Menschen „vergessen“ das Trinken im hektischen Alltag einfach. Stellen Sie sich morgens zwei Flaschen Wasser in Sicht- und Reichweite und nehmen Sie sich jeden Tag vor, diese bis zum Abend geleert zu haben. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick!
  • Halten Sie möglichst einen geregelten Schlaf- und Wachrhythmus ein. Unregelmäßig Schlaf- und Wachzeiten führen oft zu unregelmäßigen Essenszeiten. Unterzucker und Heißhunger-Attacken, die womöglich auch noch mit Fast Food und Schokolade gestillt werden, können ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.
  • Manche Menschen leiden auch unter unerkannter Fehlsichtigkeit wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Grüner oder Grauer Star und anderen. Lassen Sie daher regelmäßig Ihre Augen vom Facharzt oder beim Augenoptiker untersuchen. Eventuell schafft bereits das Tragen einer gut angepassten Brille Abhilfe.

Ich habe Kopfschmerzen – wann sollte ich zum Arzt

Wenn Sie regelmäßig unter Kopfschmerzen leider oder häufiger Schmerzmittel benötigen, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Gerade starke Migräneattacken lassen sich mit rezeptfreien Arzneimitteln nicht wirksam bekämpfen, da sie zu schwach sind. Ihr Arzt kann Ihnen besser wirkende und magenschonendere Medikamente verschreiben.

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe sinnvoll sein. Lassen Sie sich über die Vor- und Nachteile dazu aufklären.

Kopfschmerzen sind nicht immer völlig harmlos. In seltenen Fällen kann eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken. Bei extrem starken Schmerzen, die innerhalb von Sekunden auftreten, und Schmerzen, die mit Begleiterscheinungen wie hohem Fieber, Nackensteifheit, epileptischen Anfällen oder Lähmungserscheinungen einhergehen, sollten Sie den Notarzt rufen.

14.05.2019

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