Gelenkverschleiß

Immer mehr Deutsche leiden an Gelenkverschleiß

Die Deutschen werden nicht nur immer älter, sondern auch immer dicker. Dies belegt eine aktuelle Studie der WHO, die seit dem Jahr 2012 Daten in 53 Ländern erfasst. Danach gelten rund 50 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als übergewichtig. Darunter leiden 25 Prozent der Männer mit einem Body-Maß-Index (BMI) von über 30 sogar an Fettleibigkeit. Bei den Frauen sind 20 Prozent betroffen. Wie schon in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) festgestellt, führt Adipositas häufig zu Gelenkverschleiß als Folgeerkrankung. Nach dieser Studie wurde bei 20,3 Prozent der Personen zwischen 18 und 79 Jahren eine Arthrose ärztlich diagnostiziert. Deutliches Übergewicht schadet dem Gelenkknorpel durch die mechanische Überlastung sowie durch den hohen Anteil an Fettgewebe.

Volksleiden Arthrose

Eine Arthrose stellt eine degenerative Zerstörung des Gelenkknorpels dar, bei der angrenzende Muskeln, Bänder und Kapsel ebenfalls beeinträchtigt werden. Ein Ergebnis der Studie war der signifikante Anstieg von Arthrose-Erkrankungen mit zunehmendem Lebensalter. Deutschlandweit sind etwa 30 Prozent des vorzeitigen Renteneintritts mittelbar auf Arthrosen zurückzuführen. Eine Arthrose ist besonders tückisch, da sie schleichend und zunächst ohne schmerzhafte Beschwerden verläuft. Vom Knorpelverschleiß können insbesondere Knie- und Fußgelenke, Hüfte sowie Finger und Zehen betroffen sein. Mehr Informationen darüber, erhält man auf der Website Gelenkexperten.com

Entstehung und Entwicklung einer Arthrose

Der Knorpel fungiert als Pufferzone und Schutzschicht, um belastungsbedingte Auswirkungen wie ein Stoßdämpfer zu reduzieren. Dadurch soll eine möglichst gleichmäßige Belastung des Gelenks erzielt werden. Außerdem soll dadurch ein aufeinander reiben der Knochen verhindert werden. Eine Beschädigung des Knorpelgewebes führt nach und nach zu einem Abbau. Im Gelenkknorpel entsteht ein Spalt und der Knochen unter dem Gelenkknorpel verdichtet sich. Bewegungen schmerzen und werden zunehmend eingeschränkt. Aus einer Arthrose kann im Krankheitsverlauf durch eine auftretende Entzündung des betroffenen Bereiches eine Arthritis entstehen. Die schmerzhaften Gelenkbeschwerden treten auch im Ruhezustand auf und es bilden sich Schwellungen. Neben einer Verstärkung der Bewegungseinschränkungen kann es zu sichtbaren Formveränderungen kommen.

Eine Arthrose verläuft lange Zeit unbemerkt – Symptome und Diagnose

Der Beginn einer Arthrose wird kaum wahrgenommen. Durch die langsame Krankheitsentwicklung treten zunächst keine nennenswerten Schmerzen auf. Erste Bewegungseinschränkungen sind gering und dauern nur kurze Zeit an. Ein klassisches Anzeichen für eine beginnende Arthrose stellt die sogenannte Morgensteifigkeit dar. Dabei stellen sich Anlaufschmerzen ein und es kommt zu ersten Elastizitätsverlusten. Das Schmerzempfinden kann konkreten Gelenken zugeordnet werden. Die Beschwerden verschwinden jedoch nach einiger Zeit wieder durch die Bewegung des betroffenen Gelenks.

Mit der Zeit bilden sich unverkennbare Schwellungen und typische Druckschmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Bewegungsabläufe nur noch unvollständig durchführbar. Der Gang kann sich verändern. Eine erste Diagnose ist in der Regel bereits durch die mitgeteilten Beschwerden möglich. Eine abgesicherte Diagnose ergibt sich durch eine Blutuntersuchung und durch bildgebende Untersuchungsverfahren.

Ursachen und Risikofaktoren

Zum Gelenkverschleiß können verschiedene Ursachen beitragen – dazu zählen:

  • Falsche Ernährung/Übergewicht
  • Besondere Belastungen durch Gewichtheben als Sport
  • Berufsbedingtes Tragen schwerer Lasten
  • Genetische Faktoren
  • Zu geringe Durchblutung des Gewebes durch mangelnde Bewegung
  • Gelenkfehlstellungen
  • Altersbedingte Abnutzung

Behandlungsmöglichkeiten

Ziele einer therapeutischen Behandlung sind eine Schmerzreduzierung sowie Verlangsamung des Knorpelabbaus. Dadurch soll die Bewegungsfähigkeit so lange wie möglich gewährleistet bleiben. Die Gelenkerhaltung soll langfristig gesichert werden. Zu einer Verzögerung der Krankheitsentwicklung können eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie eine Reduzierung von bestehendem Übergewicht beitragen. Verstärkte Bewegung führt zu einer Verbesserung der Durchblutung. Dadurch können dem Knorpel über die Blutbahn, das Gewebe und die Gelenkschmiere verstärkt Nährstoffe zugeführt werden. Durch sportliches Training kann der Gehalt an Proteoglykanen im Kollagenfasergerüst des Knorpels gesteigert und damit die Dämpfungsqualität verbessert werden.

Außerdem können entzündungshemmende Schmerzmittel sowie Injektionen verabreicht werden. Nach dem Ergebnis neuer Forschungen können außerdem einige Substanzen zur Verlangsamung des Knorpelabbaus eingesetzt werden. Seit einigen Jahren können aufgrund der dGEMRIC-Technik (Gradient-echo-based T1-delayed gadolinium-enhanced MRI of cartilage-) Aussagen zum Glykosaminoglykangehalt des Knorpels getroffen werden.

Ebenso können physiotherapeutische Maßnahmen hilfreich sein. Dazu zählen gezielte Bewegungsübungen und Wärme-/Kältebehandlungen unter Einbeziehung von Bäder Therapien. Je nach Einzelfall und Bedarf können Schuheinlagen, Orthesen, Bandagen oder Sitzerhöhungen zur Verbesserung der Bewegung und Körperhaltung beitragen.

Allgemein vorbeugende Maßnahmen

Bei dauerhaften Überlastungen sollten diese deutlich reduziert werden oder nach Möglichkeit wegfallen. Bei vorhandenem Übergewicht ist Abnehmen unumgänglich. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung ist in jedem Fall empfehlenswert. Dadurch können Übergewicht und Nährstoffunterversorgungen verhindert werden. Diesem Ziel dient auch eine verbesserte Durchblutung durch Sport und Physiotherapie. Verletzungsgefährliche Sportarten sollten jedoch gemieden werden. Empfehlenswert ist als besonders gelenkschonende Sportart, Schwimmen. Zur allgemeinen Fitness sind ebenfalls Spaziergänge und Gymnastikübungen vorteilhaft.

19.02.2019
19.02.2019 | Allgemein, Partner | 0 Kommentar

Einen Kommentar hinterlassen