Die Hospitation

Hospitation: Suche, Inhalte, Verdienst und Einstieg in die Stelle

Was ist eine Hospitation?

Eine Hospitation ist ein Besuch einer Einrichtung für einen Bewerber oder generell einen Außenstehenden. Sie dient dazu dem Hospitant, also dem Bewerber, einen ersten Einblick in die Arbeitsabläufe, das Kollegium und die Anforderungen zu erhalten. Sozusagen ein umgangssprachliches „Probearbeiten“ oder Praktikum.

Bei der Hospitation in der Medizin kann man noch genauer von einem Gastarzt oder einer Gastpflegekraft sprechen, die sich die Arbeitsabläufe und Strukturen in Kliniken, Praxen oder Heimen anschaut.

Nicht nur für inländische Ärzte, die sich auf eine Stelle bewerben oder vorbereiten möchten, ist eine Hospitation interessant. Besonders ausländische Ärzte nutzen diese Möglichkeit oft, um sich auf die Prüfung der Anerkennung ihrer Approbation, dem Äquivalenztest, vorzubereiten.

Ist ein Hospitationstag sinnvoll?

Während einer Hospitation hat man oft die Gelegenheit, Mäuschen zu spielen und im Arbeitsalltag zu erfahren, wie zufrieden die zukünftigen Kollegen an ihrem Arbeitsplatz sind, wie strukturiert ihre Ausbildung oder Arbeit verfolgt wird oder wie hoch die Dienstbelastung ist. Im Arbeitsalltag erhält man oft „ehrlichere“ und realitätsnahe Antworten als bei einem Info- oder Bewerbungsgespräch. Im besten Fall bekommt man ebenfalls die Erwartungen des Chefarztes und der Oberärzte mit und kann sich entsprechend überlegen, ob die Anforderungen und die eigenen Erwartungen an eine Stelle zusammenpassen.

Auf der anderen Seite profitiert natürlich ebenfalls der zukünftige Arbeitgeber von einer Hospitation eines Kandidaten. Chefärzte stellen gerne Ärzte ein, die sie bereits kennen gelernt haben und von denen sie sich ein erstes Bild von Charakter und Wesen machen konnten. Denn Persönlichkeitssturktur, Arbeitsweise und Lernbereitschaft sind essentiell für eine künftige Zusammenarbeit.

Eine Hospitation ist also eine Bereicherung für alle beteiligten Parteien. Dennoch: ein Hospitationstag oder wenige Tage „Reinschnuppern“ im Berufsalltag in der Klinik kann natürlich niemals einen so tiefen Einblick bieten wie es erst nach monatelanger Arbeit möglich ist.

Große oder kleine Klinik für die Hospitation?

Eine kleine Klinik hat den besonderen Charme, dass man hier oft die Möglichkeit hat direkt mit dem Chefarzt unterwegs zu sein und eine direkte Kommunikation erfährt. Auch mit den Kollegen kommt man hier durch den kleineren Personalstamm schnell in Kontakt und sieht relativ schnell die Strukturen innerhalb des Kollegiums. Die Aufgabenstellungen sind hier durch übergreifende Aufgaben und bedingt durch die kleine Größe der Klinik oft vielfältig. Andererseits gibt es natürlich auch nicht so ein großes Angebot an Fachbereichen oder verwalterischen Strukturen.

Genau dies ist wiederum der Reiz an einem großen Haus. Hier sind oft viele verschiedene Fachbereiche und man kann interdisziplinär Erfahrungen sammeln und kann einen Einblick in die Strukturen von großen Kliniken erhalten. Da es auf der Station in großen Kliniken oft organisierter mit festen Abläufen zugeht kann man hier oft bei der Frühbesprechung teilnehmen und erfährt direkt was an einem Arbeitstag passiert. Es folgt oftmals eine gemeinsame Visite mit dem Chef. Danach erfolgt jedoch gerne mal eine Zuteilung zur Unterstützung oder dem Folgen von Assistenzärzten.

Tipps für die Hospitation

Wenn es zu einer Hospitation kommt fordere aktiv Aufgaben ein und zeige überdurchschnittliches Engagement. So läufst du nicht nur mit den Kollegen mit und bist direkt in die Arbeit und das Kollegium eingebunden für einen besseren Eindruck der Arbeitsabläufe.

Bringe nicht nur einen Kittel mit, sondern am besten eine komplette Ausrüstung. Stethoskop, Stifte, Pupillenlampe und Pocketcards sollten nicht fehlen. Fachspezifisch kann es natürlich gerne auch ein Reflexhammer und Stimmgabel für die Neurologie sein. Das zeigt ausserordentliches Engagement.

Geh am besten über den klassischen Small-Talk hinaus. Stelle zum geeigneten Zeitpunkt Fragen und zeige Interesse für die Tätigkeiten. Was auch gut ankommt: bereite ein kleines Namensschild vor, das du dir ansteckst für die Kollegen, die dich natürlich noch nicht kennen. Das macht greifbar und sympathisch. Falls es nicht gewünscht ist, kann man es ja einfach in der Tasche lassen.

Wo gibt es die Möglichkeit für eine Hospitation?

Auch bei Kliniken, die auf den ersten Blick keine Möglichkeit bieten für eine Hospitation – fragen lohnt sich. Wenn man bereits in einem Bewerbungsgespräch Interesse für einen Hospitationstag zeigt, so spricht das für Engagement und einen guten Arbeitswillen und wird in jedem Fall positiv aufgenommen.

Du kannst beispielsweise die praktischArzt Suche nutzen um deutschlandweit Stellenangebote für Ärzte zu finden. Bei einer Bewerbung zur passenden Stelle lohnt es sich also, wenn du direkt nach einer Möglichkeit für eine Hospitation frägst.

Hier geht es zu den >> Assistenzarzt Stellenangeboten und den >> Facharzt Stellenangeboten.

Verdienst bei einer Hospitation

Bei einer Hospitation gibt es generell keine Vergütung, da das Verständnis einer Hospitation beim „Begleiten und Beobachten“ liegt. Daher greift generell auch beispielsweise kein Mindestlohn nach dem Mindestlohngesetz, da sie gemäß Definition dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Ein Kennenlernen, um den dem Bewerber Einblicke in die Arbeitsabläufe und einem möglichen Arbeitsplatz zu geben und dem Arbeitgeber, um sich ein Bild über den potenziellen Mitarbeiter zu machen. Gerade ein Hospitationstag stellt mehr Arbeit für den Chefarzt beziehungsweise den Arbeitgeber dar als es eine Arbeitsersparnis durch Zuarbeit ist.

Wo gibt es also einen Verdient bei einer Hospitation?

Eine Ausnahme kann in manchen Fällen eine mehrwöchige Hospitation sein, wenn hier Arbeitsleistungen erbracht werden und man weisungsgebunden ist. Dies gilt als Grundlage für ein Arbeitsverhältnis und muss entlohnt werden. Gerade bei Aufenthalten für Gastärzte kann dies der Fall sein. Eine arztangemessene tarifliche Vergütung ist hier jedoch nicht verpflichtend oder zu erwarten. Somit muss sich in einem solchen Fall eine Vergütung am Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde aufwärts orientieren. Man zählt dann als Praktikant.

Die Hospitation zur Weiterbildung

Nicht nur für die Einsicht in den Klinikalltag oder das gegenseitige Kennenlernen dienen Hospitationen, sondern auch im Bereich der Weiterbildung kann eine Hospitation eine tragende Rolle spielen. Ein Beispiel hierfür ist der Fachkräftemangel in Kur- und Badeorten. Die Welt berichtet so beispielsweise über die Hospitation zur Weiterbildung zum Badearzt.

Die Voraussetzungen für die Niederlassung als Badearzt sind vergleichsweise hoch und die langwierige Weiterbildung für die meisten Ärzte nicht umsetzbar. Über ein Hospitations-System wird jedoch versucht es zu ermöglichen einfacher und unkomplizierter diesen Titel und die damit einhergehende Bemächtigung zu erhalten.

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1 Kommentar

  1. Mammad Amin 02.12.2016 um 20:19 - Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich kann Ihnen helfen, eine Hospitation zu finden.
    meine E-Mail wichtig013@gmail.com

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