Hörtest

Warum ist ein regelmäßiger Hörtest sinnvoll? 

Ob Hörsturz, Tinnitus oder Belüftungsstörungen – radikale Veränderungen des Gehörs sind sofort spürbar – anders subtile Veränderungen. Umwelt- und altersbedingte Verschleißerscheinungen im Innenohr treten hingegen schleichend auf. Anfangs sind die Symptome sogar so minimal, dass sich der Körper daran gewöhnt.

Zugleich deuten erste Begleiterscheinungen kaum auf Hörverlust hin. Häufig leiden Betroffene anfangs nur unter chronischer Müdigkeit und Erschöpfung – aus gutem Grund. Der Körper gleicht die Defizite im Hörvermögen aus eigener Kraft aus. Doch das kostet Energie. Nicht ohne Grund fühlen sich Menschen mit Hörproblemen schneller ausgelaugt, da sie sich bewusst oder unbewusst stärker auf das Hören konzentrieren müssen. Sie selbst nehmen die Veränderungen aber kaum wahr. Oftmals ist es das soziale Umfeld wie Familie, Freunde oder Arbeitskollegen, die auf die eintretende Schwerhörigkeit hinweisen. Gewissheit aber kann nur der Hörtest verschaffen.

Regelmäßiger Hörtest – Schwerhörigkeit frühzeitig erkennen 

Hörverlust ist keine Kleinigkeit – je weiter er voranschreitet, desto schwieriger lässt er sich behandeln. Bleibt er lange Zeit unbemerkt, kann das Gehirn richtiges Hören förmlich verlernen. Die beeinträchtigten Hörnerven gewöhnen sich an das Nichtstun. Ihre Funktion bildet sich zurück.

Schlimmstenfalls vergisst das Gehirn sogar ganze Hörfunktionen. Gerade selektives Hören fällt ihm schwer. Normalerweise lassen sich Gespräche und Hintergrundgeräusche mühelos unterscheiden. Das Gehirn blendet Hintergrundgeräusche aus und fokussiert sich auf das Gespräch. Bestimmte Laute aber wie etwa das Schreien der eigenen Kinder versetzt in Alarmbereitschaft. Selbst vor lauten Geräuschkulissen filtern die Hörnerven die vertrauten Klänge heraus. Können bei Hörverlust bestimmte Geräusche nicht mehr verarbeitet werden, stellt sich das selektive Hören aber nach und nach ein. Die Leistung vollständig wiederherzustellen, ist eine medizinische Herausforderung.

Der einfachere Weg führt über die Prävention. Ein regelmäßiger Hörtest, bestenfalls einmal pro Jahr, erkennt Hörprobleme schon beim Entstehen. Mit Ohrspülungen, Medikamenten oder Hörgeräten beugt der Ohrenarzt drohendem Hörverlust frühzeitig vor. Die Lebensqualität bleibt erhalten.

Wie läuft ein typischer Hörtest ab? 

Ein klassischer Hörtest dauert nur wenige Minuten und verläuft völlig schmerzfrei. Per Kopfhörer nimmt der Patient unterschiedliche Töne in unterschiedlichen Frequenzen wahr und gibt per Knopfdruck die genaue Reaktionszeit darauf an. Aus den Ergebnissen entsteht ein individuelles Hörprofil, das über die allgemeine Hörleistung sowie über mögliche Schäden und deren Ursachen informiert.

Einen ersten Eindruck des Hörvermögens vermittelt ein Online-Hörtest wie etwa der 3-Minütige von Hör24 einer Informationsseite zum Thema Hören und Hörprobleme. Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine erste Einschätzung. Den klinischen Hörtest beim Facharzt kann er nicht ersetzen.

Welche Arten von Hörtests gibt es?    

Der Hörtest prüft das Sinnesorgan mit verschiedenen Untersuchungsmethoden auf Empfindlichkeit und Auflösungsvermögen. Für aussagekräftige Ergebnisse unterscheidet der HNO-Arzt zwischen zwei Testverfahren:

  • der subjektive Hörtest durch Mitarbeit des Patienten
  • der objektive Hörtest ohne Mitarbeit des Patienten

Der Hörtest – die klassischen Verfahren 

  • Der Stimmgabeltest: Erste Aufschlüsse über gestörte Schallleitungen oder Schallempfindlichkeiten geben die Stimmgabeltests nach Weber und Rinne.
  • Die Sprachaudiometrie: Um das Erkennen von Wörtern, Silben und Sätzen geht es beim Sprachverständlichkeitstest (Sprachaudiometrie). Der sogenannte Freiburger Sprachtest ermittelt, ob der Patient Sprache noch von Nebengeräuschen unterscheiden kann.
  • Tonaudiomatrie im Hörschwellenbereich:  Die Funktionstüchtigkeit des Innenohrs untersucht der HNO-Arzt bei der Tonaudiometrie. Im Fokus steht die individuelle Hörschwelle, die persönliche Wahrnehmungsgrenze, in der der Patient gerade noch auf eine Frequenz reagiert.
  • Tonaudiomatrie (überschwellige Tests): Ein gesundes Innenohr verstärkt leise Geräusche und dämpft laute Geräusche. Mit überschwelligen Tests stellt der Mediziner die natürliche Lautstärkenregelung des Sinnesorgans auf die Probe.
18.06.2019

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