Gehalt Hebamme

Hebamme Gehalt – was verdient eine Hebamme?

Aus allen Ecken der Republik sind die gleichen Rufe zu hören: Hilfe, Hebammen fehlen! Liegt es an den Arbeitsbedingungen, am Gehalt oder an etwas anderem? Was verdienen Geburtshelfer heutzutage? Wie hoch ist das Hebammen Gehalt?

Hebammenmangel 2018

Entgegen allen Prognosen werden in Deutschland wieder mehr Kinder geboren. Doch für viele Frauen bedeutet die Schwangerschaft auch Stress, denn sie finden nur schwer eine Hebamme. Seit 2015 haben mehr als 50 Kreißsäle in Deutschland geschlossen, weil Geburten unrentabel sind und es an Hebammen mangelt.

Laut Statistischem Bundesamt waren 2016 rund 11.100 Hebammen und Entbindungspfleger in Deutschland tätig, 85 Prozent davon arbeiten in Festanstellung. Im gleichen Jahr wurden deutschlandweit 792.131 Kinder geboren. Für die Hebammen bedeutet das ein hohes Arbeitstempo. Zwölf-Stunden-Dienste rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen, sind keine Seltenheit. Vielerorts müssen Hebammen mehrere Frauen zeitgleich betreuen, weil Geburtshelferinnen fehlen. Und beim Hebammen Gehalt gibt es auch kaum Grund zur Freude. Zusätzlich sind die Haftpflichtversicherungsbeiträge für Hebammen gestiegen, von 1.587 Euro im Jahr 2007 auf 7.639 Euro im Jahr 2017. All diese Faktoren bewirken, dass nicht genug neue Menschen eine Ausbildung als Hebamme durchführen.

Hebamme Gehalt in der Ausbildung

Als Entbindungspfleger oder Hebamme gibt es ein Gehalt während der Ausbildung. In öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen orientiert sich der Verdienst an Tarifverträgen und umfasst

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto)
1. Jahr 950 – 1.000 Euro
2. Jahr 1.000 – 1.050 Euro
3. Jahr 1.100 – 1.150 Euro

Einrichtungen privater Träger können für Hebammen in Ausbildung eigene Gehälter festlegen, die unter dem Verdienstniveau in öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen liegen können.

Hebamme Gehalt

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass das mittlere Entgelt (Median) im Beruf Hebamme (Entbindungspfleger) in Deutschland 3.340 Euro brutto beträgt. Das Gehalt als Hebamme seigt mit der Berufserfahrung. Jüngere Hebammen verdienen weniger als das mittlere Entgelt. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 2.700 Euro brutto im Monat. Zudem können sich Verdienstunterschiede ja nach Arbeitgeber (öffentlich, kirchlich, privat) sowie Region ergeben. Genauere Daten zum Hebamme Gehalt nach Bundesland liefert der Entgeltatlas nicht.

Der Deutsche Hebammenverband e. V. gibt das durchschnittliche Gehalt mit 2.797 Euro brutto an.

Hebamme Gehalt nach TVöD-P

Im öffentlichen Dienst werden Gehälter im TVöD-P (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes – Pflege) fest definiert.

Der Tarifvertrag ist in verschiedene Entgeltgruppen eingeteilt. Hebammen und andere Entbindungspfleger, die eine 3-jährige Ausbildung absolviert haben werden anschließend sind in die Entgeltgruppe P8 eingruppiert.

Das Gehalt steigt mit der Berufserfahrung (Entwicklungsstufen). Berufsanfängerinnen beginnen normalerweise auf Stufe 1 und steigen nach 1 Jahr, nach 2 Jahren, nach 3 Jahren, nach 4 Jahren und nach 5 Jahren jeweils in eine höhere Verdienststufe auf. In den Entgeltgruppen P 7 und P 8 wird allerdings die Stufe 1 gestrichen. Damit steigen neue Entbindungspfleger und Hebammen direkt in Stufe 2 ein. Hier ist ein Einstiegsgehalt für Hebammen von 2.878 Euro vorgesehen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kann eine Hebamme hier bis zu 3.544 Euro verdienen.

TVöD-P – Gehalt Brutto pro Monat (Euro)

Gruppe / Stufe 1 2 3 4 5 6
P 16 0 4.168 € 4.314 € 4.786 € 5.336 € 5.579 €
P 15 0 4.079 € 4.212 € 4.547 € 4.947 € 5.100 €
P 14 0 3.980 € 4.111 € 4.437 € 4.880 € 4.961 €
P 13 0 3.881 € 4.009 € 4.327 € 4.557 € 4.616 €
P 12 0 3.684 € 3.805 € 4.107 € 4.292 € 4.379 €
P 11 0 3.487 € 3.601 € 3.887 € 4.077 € 4.163 €
P 10 0 3.289 € 3.397 € 3.699 € 3.845 € 3.936 €
P 9 0 3.128 € 3.289 € 3.397 € 3.602 € 3.688 €
P 8 0 2.878 € 3.018 € 3.198 € 3.343 € 3.544 €
P 7 0 2.712 € 2.878 € 3.133 € 3.260 € 3.391 €
P 6 2.273 € 2.432 € 2.585 € 2.910 € 2.992 € 3.145 €
P 5 2.178 € 2.394 € 2.457 € 2.559 € 2.636 € 2.815 €

Freiberufliche Hebamme Gehalt

Wie viel eine freiberufliche Hebamme verdient, hängt davon ab, wie viele Frauen sie betreut. Für jede Leitung werden feste Honorarsätze mit den Krankenkassen abgerechnet. Beispiel: Für eine telefonische Beratung gibt es acht Euro, für ein Vorgespräch zum Thema Schwangerschaft und Geburt werden 44,60 Euro bezahlt, Geburtshilfe im Krankenhaus als Dienst-Beleghebamme bringt 165,60 Euro ein und eine Hausgeburt wird mit maximal 789,89 Euro vergütet. Anfang des Jahres sind diese Honorarsätze um 17 Prozent angehoben worden, dennoch kritisieren viele freiberufliche Geburtshelferinnen, dass das Hebammen Gehalt viel zu gering ist. Zusätzlicher Schmerzpunkt: Die teure Berufshaftpflichtversicherung ist für Hebammen gesetzlich vorgeschrieben. Freiberuflerinnen müssen die Beiträge selbst zahlen, was den Verdienst schmälert.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe und Gehälter gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

12.11.2018
12.11.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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