Hämatom Bluterguss

Hämatom: Wie entsteht ein Bluterguss?

Ein Stoß gegen die Tischkante, ein leidenschaftlicher Kuss am Hals oder ein Zusammenprall beim Sport und schon ist es passiert – ein unschönes und schmerzendes Hämatom bildet sich. Aber wie entsteht ein Bluterguss eigentlich? Und was hilft gegen die blauen Flecken?

Wie entsteht ein Bluterguss?

Die menschliche Haut ist relativ robust und schützt uns gegen zahlreiche Umwelteinflüsse. Bei einem Stoß bleibt die Oberhaut in der Regel intakt, doch der Aufprall geht am tieferen Gewebe nicht spurlos vorbei. In den unteren Hautschichten liegende Blutgefäße werden durch die Krafteinwirkung verletzt, Blut läuft ins umliegende Gewebe – ein blauer Fleck bildet sich.

Ein Bluterguss kann unterschiedlich tief sein, oft dauert es einige Stunden bis das ganze Hämatom sichtbar ist. Tendenziell ist schwaches Bindegewebe anfälliger für Blutergüsse als festes Bindegewebe. Da Frauen von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe haben als Männer, liegt bei ihnen eine größere Neigung für blaue Flecken vor. Auch ältere Menschen neigen stärker zu blauen Flecken als jüngere Leute.

Bis ein Hämatom vollständig abheilt, können bis zu 21 Tage vergehen. Seine Färbung verändert sich im Verlauf der Zeit von Blau über Braun, Grün und Gelb. Grund dafür sind biochemische Abbauprozesse.

Hämatom behandeln: Was hilft gegen blaue Flecken?

Wenn sich ein Hämatom ankündigt, hilft schnelles Kühlen mit Eis oder einer Kühlkompresse. Auf diese Weise wird die Blutung gebremst und einer Schwellung vorgebeugt. Weil durch das Kühlen weniger Blut in das umliegende Gewebe gelangt, verfärbt sich der Bluterguss nicht so intensiv. Auch Hochlagern hilft den Blutfluss einzudämmen. Medizinisches Fachpersonal rät für die Erste-Hilfe-Maßnahme zur PECH-Regel. Die Abkürzung PECH steht für Pause, Eis, Kompression, Hochlagern. Ab dem zweiten Tag bringt Wärme mehr als Kälte, ab dann lohnt es sich auf warme Umschläge umzusteigen. Durch die Wärme verbessert sich die Durchblutung und das ins Gewebe gelangte Blut kann effizienter abgebaut werden.

Auch Salben können helfen, damit ein Hämatom schneller verschwindet. Insbesondere Arnika wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Aber auch Salben mit Calendula (Ringelblume) wirken auf den Heilungsprozess unterstützend und haben sich für die Behandlung von Blutergüssen bewehrt.

Hämatom: Wann sollte man zum Arzt?

Bei gesunden Menschen heilen Blutergüsse meist unproblematisch ab. Wenn das Hämatom sehr groß ist, dick anschwillt oder stark schmerzt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ebenso wenn Kreislaufbeschwerden erkennbar oder Körperfunktionen eingeschränkt sind. Besonders tückisch sind Hämatome am Bauch, Brustkorb und am Kopf, da das Blut in diesen Bereichen auch nach innen fließen kann und ein Hämatom oberflächlich kaum sichtbar ist.

Die gleiche Empfehlung gilt für Menschen, bei denen regelmäßig blaue Flecken entstehen, für die es keine Erklärung gibt. Wer also häufiger denkt „Wie entsteht ein Bluterguss, ich habe mich doch gar nicht gestoßen!“ sollte seinen Hausarzt auf das Phänomen ansprechen.

Blaue Flecken kaschieren

Wer einen wichtigen Termin hat und den unschönen Bluterguss nicht zur Schau stellen möchte, findet in der Apotheke wasserfeste und stark deckende Make-up-Produkte (Camouflage). Sie entsprechen dem Farbton der Haut und kaschieren jedes Hämatom zuverlässig.

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Durch | 16.11.2017 | Allgemein | 0 Kommentar

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