Assistenzarzt mit Google Glass

Google Glass versucht den Einzug in den medizinischen Alltag

Vor einiger Zeit haben wir hier über den Nutzen von Tablet Computern in der Klinik berichtet. Ein neues Gimmick versucht jetzt den Einzug in den medizinischen Alltag zu finden – die Google Glass Brille.

Die Google Glass wurde 2012 erstmals vorgestellt und ist bisher noch nicht im Handel erhältlich. Der als Brille getragene Minicomputer spielt eine Rolle im Zusammenhang mit der „Augmented Reality“. Informationen können dabei in das eigentliche Sichtfeld eingeblendet werden und ergänzen so die eigene „Realität“. Neben einem „head  up Bildschirm“  verfügt die Brille über ein Kamera, neueste Funktechnik, Lautsprecher und einem Mikrofon.

Nach bekannt werden der Brille waren schnell verschiedene Einsatzmöglichkeiten gefunden. Neben dem alltäglichen Nutzen sah u.a. die Pornobranche große Vorteile bei der Nutzung der Brille. Mittlerweile versucht die Brille den Sprung in die Medizinbranche.

 

In den USA läuft seit diesem Jahr ein Pilotprojekt am Beth Israel Deaconess Medical Center in Bosten. Hier soll herausgefunden werden, ob die Brille im Kliniksalltag hilfreich sein kann. In der Notaufnahme wird dabei mit der Brille auf die Patientenakte zugegriffen. Im Gegensatz zum Aufrufen der Akte im Computer soll laut den Verantwortlichen hierdurch für den Patienten lebenswichtige Zeit eingespart werden.

 

Einen anderen Weg zur Nutzung der Brille  geht die Stanford Universät. Hier möchte man jungen Medizinern mit Hilfe von Google Glass das Operieren näher bringen. Über die Brille kann der unerfahrene Operateur seine Sicht der OP an einen Ausbilder bzw. erfahrenen Mediziner streamen. Dieser kann wiederum Feedback geben.
Trägt z.B. ein Professor die Brille während einer OP, können Studenten aus dem Blickwinkel des Profis eine Operation mitverfolgen. Dies soll die Ausbildung verbessern und das Lernen vereinfachen.

 

Mit viel Fantasie kann man sehen wohin die Reise mit einer solchen Brille gehen könnte:

Zum Beispiel könnte der Arzt mit der Brille bei der Visite sofort alle nötigen Informationen über den Patienten eingeblendet bekommen.

Hat der Assistenzarzt eine Frage oder ein Problem bezüglich eines Patienten an den „Vorgesetzten“, müsste der Oberarzt nicht durchs ganze Klinikum laufen, sondern könnte einfach die Sicht seines Assistenzarztes auf dem Computer anzeigen lassen und entsprechend Tipps geben.

Hausbesuche durch entsprechendes Pflegepersonal wären denkbar, wenn der Mediziner sich ein Bild von dem Patienten durch die Brille machen könnte. Danach könnte er entsprechende Therapieanweisungen geben oder entscheiden, ob ein persönlicher Hausbesuch nötig ist.

Die Einsatz der Brille ist sicherlich noch in weiter Ferne und es ist fraglich ob die neue Technik angenommen wird. In vielen kleinen Krankenhäusern werden zum Teil noch Papierakten verwendet und bevor die nicht verschwinden ist der Einsatz eines solchen Gerätes eh überfüssig.

 

Simultan zur Tablet-Frage: Wie seht ihr Google Glass in unserem medizinischen Sektor? Spielerei oder Zukunft? Könntet ihr euch vorstellen als Assistenzarzt damit zu arbeiten? Oder seht ihr es als Medizinstudent gar als sehr sinnvoll für das Lernen?

 

Quellen:

https://boston.cbslocal.com/2014/04/09/beth-israel-doctors-using-google-glass-in-er/

Google Glass hilft Medizinstudenten beim Operieren


Bildnachweis: WarzauWynn via photopin cc

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