Klinik, Praxis, Pharma oder Berater

Klinik, Praxis, Pharma oder Berater? Wo verdient man am besten!

Gehaltsvergleich: Wo verdienen Ärzte am besten?

Für ausgebildete Ärzte gibt es neben dem Regeldienst im Krankenhaus noch viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten – etwa in der Niederlassung, als Unternehmensberater oder in der Pharmaindustrie. Doch wo winkt das größte Gehalt? Wir machen für euch den Vergleich und zeigen euch wo Ärzte am meisten verdienen können!

Arzt im Krankenhaus

Hier beginnt die Ausbildung eines jeden Arzte, egal wohin später der Weg führen soll: Im Krankenhaus. Hier wird nach Tarif vergütet, der sich je nach Bundesland, Größe des Hauses und Träger ein wenig unterscheidet. In unserer Gehaltstabelle könnt ihr genau nachlesen, wie viel ein Arzt in welchem Weiterbildungsjahr und nach welchem Tarifvertrag verdient:

>> Übersicht der Tarifverträge eines Arztes

Als Einsteiger kann mit etwa 4.000 € brutto monatlich rechnen, was einem Jahresbrutto von etwa 48.000 € entspricht. Zu beachten ist aber, dass dieses Gehalt absolut fest steht und es keinen Bonus und kein Weihnachtsgeld gibt.

Arzt in der Praxis

Und wie sieht es in der Praxis aus? In dem folgenden Blog geben wir euch einen Überblick über die durchschnittlichen Reinerträge der einzelnen Facharztdisziplinen in der Niederlassung.

>> Übersicht Verdienst eines Facharztes

Reinertrag ist jedoch nicht gleich Monatsgehalt: Was Ärzte in der Niederlassung verdienen, ist deutlich komplizierter zu ermitteln. Von der reinen Überschusserwirtschaftung müssen noch Faktoren wie Miete, Personalkosten, Reinvestitionen und Versicherungskosten abgezogen werden. Auch von der Lage der Praxis und Anzahl der dort arbeitenden Ärzte hängt der letztliche Gewinn ab. Reinerträge bewegen sich je Spezialisierung zwischen 11.500 Euro und 25.300 Euro im Monat.

Arzt als Unternehmensberater

Jeder zweite Unternehmensberater hat keine consulting-typische Ausbildung hinter sich, sondern ist Quereinsteiger. Mediziner werden hier gerne genommen, denn analytisches Denken, problembezogenes Handeln und pragmatisches Entscheiden liegt ihnen im Blut. Krankenhäuser und Medizinkonzerne gehören außerdem zur Kundschaft von Unternehmensberatungen, sodass Mediziner hier in ihrem Metier bleiben können – auch wenn sie nun aus einem anderen Blickwinkel heraus arbeiten.

Es lohnt sich, zunächst ein paar Jahre Berufserfahrung in der Medizin zu sammeln, um Abläufe und Strukturen kennen zu lernen, und die Organisationseinheit Krankenhaus mit all ihren Herausforderungen zu Überblicken. Gerne werden Fachärzte von Beratungen eingestellt, aber auch als Absolvent frisch von der Uni gibt es Möglichkeiten. Das BWL-Handwerk erlernt man in Bootcamps oder Exoten-Trainings, der Rest ist Learning by Doing.

Als Berater sollte man kommunikativ und kontaktfreudig sein, strukturiert arbeiten, mit ständig wechselnden Herausforderungen zurechtkommen, gerne viel unterwegs sein und einen ausgeprägten Ehrgeiz mitbringen.

Und wie sieht der Verdienst als Unternehmensberater aus?

Hier wird je nach Qualifikation entschieden. Das Einstiegsgehalt eines Absolventen in der UB kann unter dem Ä1-Tarifgehalt liegen, allerdings sind hier Jahresboni noch nicht eingerechnet, und grundsätzlich sind die Gehälter in der freien Wirtschaft verhandelbar. Wer sich als Assistenzarzt mit einigen Jahren Berufserfahrung oder sogar als Facharzt in einer UB bewirbt, kann sich im Vergleich zum Klinikgehalt deutlich verbessern.

Als Juniorberater liegt nach Ergebnissen der Vergütungberatung Personalmarkt das Jahresbrutto je nach Größe der Beratung zwischen 47.256 € und 56.190 €. Das entspricht etwa 4.000-4.600 € monatlich.

Gehalt als Arzt in der Pharmaindustrie

Wissenschaftliches Arbeiten mit dem Ziel, Tausenden zu helfen: Die Pharmaindustrie bietet für Mediziner viele Vorteile. Dazu gehören geregelte Arbeitszeiten, freie Feiertage und Wochenenden, und endlich keine Nachtdienste mehr. Betriebseigene Kinderbetreuung, flexible Teilzeitmodelle und Telearbeit machen den Job in der Pharma familienfreundlich.

Der Patientenkontakt fällt hier jedoch völlig weg, und betriebswirtschaftliche Überlegungen muss man sich als Mediziner erst aneignen. Ähnlich wie in der Unternehmensberatung muss man in der Pharmaindustrie strukturiert, kommunikativ und offen für Neues sein. Internationale Teams oder Korrespondenzen sind ebenfalls keine Seltenheit.

Wer direkt nach dem Studium als Trainee einsteigt, lernt in einem gut strukturierten Programm das gesamte Unternehmen kennen und darf alle Stationen durchlaufen. Ein Trainee-Programm dauert 1-2 Jahre, oft ist ein Auslandsaufenthalt mit eingeplant. Schnell darf man Verantwortung übernehmen und in Projekte einsteigen. Gefragt sind Strukturiertheit, Zielorientiertheit und ein offenes Wesen. Als Trainee kann man mit einem Jahresbrutto von etwa 36.000€ rechnen.

Gehalt Pharmaindustrie:

Wer als Arzt mit einigen Jahren Berufserfahrung oder sogar als Facharzt in die Pharma wechselt, kann sich an einem Jahresbrutto von 70.000 – 95.000 € orientieren. Ähnlich wie in der Unternehmensberatung sind auch in der Pharmaindustrie die Gehälter verhandelbar, und es winken Boni, ein 13. Gehalt oder Weihnachtsgeld. Auch hier kann man sich also im Vergleich zur Klinik gehaltstechnisch verbessern.

Du bist interessiert an einem Job in der Pharmaindustrie? Hier findest du zahlreiche attraktive Stellenangebote!

>> Stellenangebote in der Pharma

Fazit

Als Arzt in der Niederlassung, in der Unternehmensberatung oder in der Pharmaindustrie kann man deutlich mehr verdienen als nach Tariftabelle im Krankenhaus – insbesondere wenn man bereits den Facharzttitel erworben hat. Jedes dieser alternativen Arbeitsfelder bringt jedoch eigene Erfordernisse mit sich. Ob diese Herausforderungen zu einem passen, sollte man sich vor einem Wechsel klar machen. Aus der Beratung und der Pharmaindustrie führt nämlich selten ein Weg zurück ins Krankenhaus: Wer sich jahrelang aus der Patientenversorgung zurückzieht, verpasst den Anschluss.

Bildnachweis: POTD: Apple bar chart – Apple harvest in statistics via photopin (license)

Einen Kommentar hinterlassen

Finde uns auf Facebook