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Gehaltsreport 2017: Ärzte sind die Top-Verdiener

Aus dem Gehaltsreport 2017 von der Online-Jobbörse StepStone geht hervor, dass Ärzte in Sachen Gehalt ganz oben stehen. Gefolgt werden sie von den Juristen.

Für die Auswertung der Gehälter wurden im Herbst 2016 rund 60.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt und als Grundlage für den Gehaltsreport 2017 herangezogen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden nur die Angaben der Fach- und Führungskräfte, die in Vollzeit arbeiten, herangezogen.

Im folgenden Artikel fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse für Mediziner zusammen, aufgeteilt nach:

  • Gehaltsunterschiede in Ost und West
  • Mediziner im Vergleich zu anderen Berufsgruppen
  • Gehaltsunterschiede bei den Bildungsabschlüssen
  • Große oder kleine Unternehmen: Wer mehr bezahlt
  • Welche Fachgebiete am lukrativsten sind
  • Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern

Gehaltsreport: Der Süd-Westen verdient weiterhin am meisten

Schlüsselt man die durchschnitten Brutto-Jahresgehälter von allen Befragten nach Bundesländern auf, so wird der weiterhin bestehende Ost-West-Unterschied erneut deutlich.

Die Bundesländer mit den höchsten Durchschnittseinkommen sind

  • Hessen (62.055 €)
  • Bayern (61.162 €)
  • Baden-Württemberg (61.148 €)

Die Bundesländer mit den geringsten Durchschnittseinkommen sind

  • Sachsen-Anhalt (41.800 €)
  • Sachsen (42.285 €)
  • Thüringen (42.302 €)

Dies entspricht etwa einem Gehaltsunterschied von 30 % von „Ost nach West“. Das durchschnittliche Jahresbrutto liegt bei Fach- und Führungskräften in Deutschland bei 57.150 €.

Mediziner sind Topverdiener vor Rechtswissenschaftlern

Nach Studiengängen aufgeschlüsselt liegen Mediziner nicht nur an der Spitze der Durchschnittsgehälter, sondern weisen dabei fast das doppelte Gehalt auf als Sozialpädagogen oder Designer.

Gehaltsreport Mediziner Gehalt Nach Studiengang PraktischArzt

Die folgenden durchschnittlichen Brutto-Jahresgehälter sind ein Auszug der gesamten Aufstellung aufgeschlüsselt nach Studiengängen:

  • Medizin (und Zahnmedizin): 79.538 €
  • Rechtswissenschaften: 74.013 €
  • Ingenieurwissenschaften: 69.850 €
  • Wirtschaftsinformatik: 68.133 €
  • BWL, VWL, Wirtschaftswissenschaften: 65.404 €
  • Psychologie: 55.204 €
  • Lehramt: 50.000 €
  • Design: 46.075 €
  • Sozialpädagogik: 45.116 €

Der Bildungsabschluss lohnt sich bei Medizinern

Als Mediziner liegt das Gehalt jedoch nicht automatisch an der Gehaltsspitze. Auf den Bildungsabschluss kommt es an. Der Gehaltsreport unterscheidet bei der Befragung daher auch nach dem Grad des Abschlusses.

So wird ersichtlich, dass sich eine Promotion lohnen kann. Nach der erfolgreichen Erteilung der Approbation liegt das Durchschnittsgehalt ei 70.138 € der Befragten. Mit der Promotion bei 79.207 €. Also einem höheren Gehalt von über 10 %.

Großes oder kleines Unternehmen: Wo Ärzte mehr verdienen

Auch bei den Verdienstmöglichkeiten je nach Größe des Arbeitgebers gibt es ein Delta von über 10 %. Die folgende Aufstellung unterscheidet das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt zwischen Unternehmen mit 1 bis 500 Mitarbeitern, 500 bis 1000 und über 1000 Mitarbeitern:

  • Unternehmen mit 1 bis 500 Mitarbeiter: 79.434 €
  • Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeiter: 90.194 €
  • Unternehmen mit über 1000 Mitarbeiter: 83.570 €

Die attraktivsten Verdienstmöglichkeiten gibt es demnach bei Arbeitgebern mit der Größe von 500 bis 1000 Mitarbeitern.

Gehaltsreport: Die Chirurgen verdienen am meisten

Unter den Ärzten gibt es jedoch auch noch recht große Gehaltspannen wenn man sich Ärzte verschiedener Fachgebiete anschaut. So wird zwischen Arztgruppen wie Allgemeinmedizinern, Arbeitsmedizinern, Chirurgen und Orthopäden unterschieden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt nach Fachgebieten:

  • Chirurgie: 103.000 €
  • Arbeitsmedizin: 92.250 €
  • Anästhesiologie: 92.063 €
  • Orthopädie / Unfallchirurgie: 90.000 €
  • Innere Medizin: 88.214 €
  • Psychiatrie / Psychotherapie: 87.778 €
  • Allgemeinmedizin: 65.944 €

Ärzte verdienen deutlich mehr als Ärztinnen

Besonders signifikant ist ein Gehaltsunterschied im Anbetracht auf das Jahresbrutto zwischen Männern und Frauen, die Fach- und Führungspositionen in der Medizin besetzen.

Gehaltsreport Mediziner Gehalt Nach Geschlecht PraktischArzt

So weisen Frauen durchschnittlich fast 30 % weniger Gehalt auf als ihre männlichen Kollegen. Nach dem Gehaltsreport 2017 von Stepstone beträgt das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt

  • Bei Frauen: 64.490 €
  • Bei Männern: 95.167 €
Die Gehälter beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttojahresgehalt inkl. variabler Anteile.

Den kompletten Gehaltsreport 2017 von StepStone gibt es hier direkt als PDF Download.

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2 Kommentare

  1. Q 22.03.2017 um 21:55 - Antworten

    Leider wurde bei den Gehaltsreport nicht auf den Bruttostundenlohn eingegangen. Daher ist ein Vergleich von Ärzten mit den meisten Berufsgruppen unbrauchbar.
    Und Sätze wie „so weißen Frauen durchschnittlich fast 30% weniger Gehalt auf…“ hat auch wenig Aussagekraft. Die meisten Ärzte und Ärztinnen werden nach dem TV des Marbuger Bund bezahlt. Die scheinbar aufklaffende Gender GAP kommt daher vermutlich einfach aus einer Reduzierung der Arbeitszeit.

    • praktischArzt 23.03.2017 um 10:54 - Antworten

      Hallo Q,

      die Bruttolöhne wären zusätzlich auch noch interessant gewesen. StepStone hat sich in ihrem Gehaltsreport zwar nur auf die Jahresbruttogehält fokussiert, haben bei der Auswertung aus Gründen der Vergleichbarkeit jedoch auch nur die Angaben derjenigen Umfrageteilnehmer berücksichtigt, die in Vollzeit arbeiten.

      Das ist auch für den Punkt der Gehaltsunterschiede zwischen Ärzten und Ärztinnen interessant. Die Tatsache, dass Männer beispielsweise nicht zwangsläufig einen höheren Stundenlohn aufweisen müssen, sondern auch einfach höhere variable Anteile wie Mehrarbeit aufweisen können, hat ja schon eine gewisse Aussagekraft. Frauen ist es oftmals aufgrund von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht möglich diese variablen Anteile in gleichem Maße zu erwirtschaften. Und dies sogar in einem Ausmaß von 30 % Jahresbrutto-Unterschied im Jahr.

      Beste Grüße,
      Dein Team von praktischArzt

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