Fachärzte und Facharztrichtungen: Top 10

Fachärzte und Facharztrichtungen: Top 10

Für einen Medizinstudenten und für Abiturienten, die sich für eine Laufbahn als Mediziner interessieren, sind zwei Fragen von ganz besonderem Interesse: Welche Facharztrichtungen sind besonders beliebt und bei welchen Fachärzten herrscht ein besonderer Mangel. Vor allem die letzte Frage ist wichtig, denn bei der Wahl dieser Fachrichtung ist die Wahrscheinlichkeit, später einen Job zu bekommen, sehr groß. Der Student sollte aber die nachfolgende Aufstellung kritisch lesen. Sie stellen eine aktuelle Momentaufnahme dar. Eine Facharztausbildung dauert mehrere Jahre und in der Zwischenzeit kann sich das Bild ändern.

Die beliebtesten Facharztrichtungen

Platz 1: Innere Medizin

Die Innere Medizin ist sehr umfangreich. Im Prinzip behandelt dieser Facharzt alle inneren Organe, also Leber, Nieren, Magengeschwüre, Lunge oder Herzinfarkt. Innerhalb der Disziplin sind weitere Spezialisierungen möglich, zum Beispiel zum Lungenfacharzt. Nach dem Studium sind noch weitere fünf Jahre notwendig, bis der Mediziner seinen Facharzt für die Innere Medizin in Händen hält. Sollte ein besonderer Schwerpunkt gewählt werden, kommt noch ein Jahr hinzu.

Platz 2: Allgemeinmedizin

Der Allgemeinmediziner sollte über sämtliche Krankheitsbilder wenigstens Ansatzweise Bescheid wissen. Zu ihm kommt der Patient in der Regel als erstes. Er kennt seine Patienten oft seit Jahren. Auch seine Krankheiten sind ihm ein Begriff. Bei schwerwiegenden Problemen überweist er den Patienten zum Facharzt. Die Ausbildung dauert nach dem Studium ebenfalls fünf Jahre: Drei Jahre in der Inneren Medizin und zwei Jahre als Assistent in einer Hausarztpraxis. Außerdem ist eine Weiterbildung in der psychosomatischen Grundversorgung vorgeschrieben.

Platz 3: Anästhesiologie

Der Narkosearzt gehört zu jeder Operation wie der Chirurg. Anästhesisten sind während operativen Eingriffen anwesend. Dabei leiten sie die Narkose ein und überwachen den Patienten und seine Vitalfunktion. Auch vor und nach OPs begleiten Anästhesisten ihre Patienten. Sie klären die Patienten über mögliche Risiken auf und begleiten zudem die Aufwachphase. Auch hier beträgt die weitere Ausbildung fünf Jahre. Von diesen muss der Arzt ein Jahr auf der Intensivstation arbeiten.

Platz 4: Orthopädie und Unfallchirurgie

Diese Ärzte befassen sich mit Muskeln, Gelenken und Knochen. Sie kümmern sich nicht nur um die Behandlung, sondern auch um die Vorbeugung von Problemen mit dem Bewegungsapparat. Die Ausbildung beginnt zunächst mit zwei Jahren in der Allgemeinen Chirurgie. Hinzu kommen vier Jahre in der unfallchirurgisch-operativen Abteilung eines Klinikums.

Platz 5: Chirurgie

Dieser Fachbereich gliedert sich in verschiedene Fächer auf. Der Chirurg kümmert sich um das geeignete Operationsverfahren und kümmert sich auch um die Nachsorge. Für die Weiterbildung benötigt der Arzt insgesamt sechs Jahre. Zunächst kommt eine Art „Grundausbildung“, die zwei Jahre dauert. Danach spezialisiert er sich auf einen bestimmten Bereich.

Platz 6: Gynäkologie

Die Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist ebenfalls sehr umfangreich. Es umfasst alle Leiden, welche vor allem Frauen betreffen. Dazu gehören natürlich auch die Untersuchungen am ungeborenen Kind (Pränatalmedizin), Hilfe bei der Schwangerschaft und Geburt und auch die Beratung zur Familienplanung. Meist beträgt die Weiterbildungszeit fünf Jahre. Bei bestimmten Schwerpunkten (zum Beispiel Reproduktionsmedizin, Gynäkologische Endokrinologie) kommen noch weitere drei Jahre hinzu.

Platz 7: Kinder- und Jugendmedizin

Alles, was auch bei Erwachsenen wichtig ist, kann auch bei Kindern vorkommen. Hinzu kommen noch spezielle Aspekte, welche die Entwicklung mit sich bringen. Auch hier dauert die Weiterbildung fünf Jahre. Zeiten in der Intensivmedizin können bis sechs Monate, ein Jahr im ambulanten Bereich und zwölf Monate in bestimmten Weiterbildungen angerechnet werden.

Platz 8: Psychiatrie und Psychotherapie

Die Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie  kümmern sich um die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Ebenso gehören neurologische Krankheitsbilder und entwicklungsbedingte Störungen zum Aufgabenbereich. Anders als Psychologen dürfen diese Ärzte Medikamente verschreiben. Die normale Weiterbildung dauert fünf Jahre. Vier Jahre muss der Absolvent davon in der Psychiatrie, ein Jahr in der Neurologie verbringen.

Platz 9: Neurologie

Der Neurologe kümmert sich um das Nervensystem. Er behandelt Krankheiten wie Epilepsie, Multiple Sklerose oder Schwindelanfälle. Auch hier dauert die Facharztausbildung fünf Jahre. In der Regel verbringt der Arzt die meiste Zeit auf einer neurologischen Klinik. Er kann allerdings auch ein Jahr auf einer anderen Station verbringen.

Platz 10: Radiologie

Radiologen müssen ein gutes Auge haben, denn sie werten die radiologischen Bilder aus. In Bildern, die Laien nur für eine Ansammlung von grauen Flecken handeln, müssen sie schwerwiegende Krankheiten erkennen. Ihr Aufgabengebiet ist die Untersuchung der Patienten mit unterschiedlichen Strahlen. Die Ausbildung dauert fünf Jahre. Sollte ein Schwerpunkt in Neuroradiologie oder Kinderradiologie gesetzt werden, kommen weitere drei Jahre hinzu.

Bei diesen Facharztrichtungen bestehen die größten Berufschancen

Bei den folgenden Fachrichtungen sollte sich der Student überlegen, ob er sich nicht darauf spezialisiert, denn diese werden von den Studenten häufig vernachlässigt:

Platz 1: Hygiene und Umweltmedizin

Diesen Bereich studieren nur vergleichsweise wenige Ärzte. 2018 waren es lediglich 14 Mediziner. Der Bedarf ist allerdings groß und die Berufschancen dementsprechend gut. Auf eine freie Stelle bewerben sich knapp 11 Ärzte.

Platz 2: Psychosomatische Medizin

Psychosomatische Erkrankungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Trotzdem wählen immer noch zu wenig Nachwuchsmediziner dieses Gebiet als Schwerpunkt. Nur rund 12 Fachärzte bewerben sich auf eine freie Stelle.

Platz 3: Geriatrie

Dieses Fachgebiet studieren auch immer noch zu wenig. Das ist bedauerlich, denn ältere Menschen wird es in Zukunft immer mehr geben. Hier sind es rund 12 Bewerber auf eine Stelle.

Platz 4: Öffentliches Gesundheitswesen

Wer gerne andere Menschen über Gesundheitsrisiken informiert und Aufklärungsarbeit leistet, ist im Öffentlichen Gesundheitswesen richtig. 13 Bewerber kommen auf eine freie Stelle.

Platz 5: Gastroenterologie

Die Weiterbildung ist sehr zeitintensiv, denn sie dauert insgesamt 72 Monate. Hinterher hat der Absolvent aber relativ gute Berufschancen. Auf eine Stellenausschreibung in diesem Bereich bewerben sich 13 Interessenten.

Platz 6: Pneumologie

Rund 17 Bewerber kommen auf eine freie Stelle. Dabei handelt es sich um den Fachbereich der Inneren Medizin, der sich um die Lungenkrankheiten kümmert.

Platz 7: Psychiatrie

Wer sich gerne mit den psychischen Problemen der Patienten auseinandersetzt ist hier richtig. Auf eine freie Stelle bewerben sich durchschnittlich 19 Mediziner.

Platz 8: Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Fachärzte nehmen sich den psychischen Problemen von Kindern an. Auf eine Stelle bewerben sich ungefähr 20 Ärzte.

Platz 9: Kardiologie

Wer gerne Herzen behandelt, hat gute Chancen, eine freie Stelle zu bekommen. Auf eine Stelle kommen gut 20 Bewerber.

Platz 10: Plastische Chirurgie

Auch diese Fachärzte sind begehrt. Auf eine freie Stelle kommen rund 22 Bewerber.

28.06.2019

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