Auswirkungen der Geldschwemme

EZB Geldschwemme – was bedeutet das eigentlich und was sind die Folgen?

Mit Schlagzeilen wie „Draghis Billionen-Plan“, „EZB-Anleihenkäufe“ oder „EZB-Geldschwemme“ haben sich in den vergangenen Wochen fast alle Medien mit dem Thema beschäftigt. Was das ganze zu bedeuten hat und welche Auswirkungen es auch für Euch haben könnte, möchten wir Euch in dem folgenden Blog-Artikel vereinfacht darstellen.

Der Wirtschaft geht es schlecht, was heißt das und was hat das ganze mit der Europäischen Zentralbank (EZB) zu tun?

Viele Unternehmen generieren weniger Umsatz, das hat zur Folge, dass dadurch auch weniger Arbeitnehmer benötigt werden. Aus diesem Grund sind Geschäftsbanken sehr misstrauisch und verleihen weniger Geld an Unternehmen, da für die Banken das damit verbundene Ausfallrisiko der Darlehen steigt.

Um die Wirtschaft wieder zu stärken hat die EZB, quasi die „Chefbank“ aller europäischen Banken, beschlossen in Staatsanleihen von Euroländern zu investieren. Einfach gesagt, ist eine Staatsanleihe ein Dokument mit einem bestimmten Wert. Der Anbieter solcher Anleihen ist der Staat. Wenn eine Bank sich dazu entschließt Staatsanleihen zu kaufen, bekommt der Staat Geld. Im Gegenzug bekommt die Bank einen Bonus, nämlich die Zinsen.

Die EZB kauft den Geschäftsbanken diese Staatsanleihen ab, damit diese wiederum das Geld den Unternehmen zur Verfügung stellen können. Dadurch sollen die Unternehmen mehr Waren produzieren, um einen höheren Absatz zu erzielen, damit es der Wirtschaft wieder besser geht.

 

Aber welche weitere Auswirkungen hat das ganze nun für Privatpersonen?

Inflation und Sparen:

Durch das Ziel der EZB mehr Geld in Umlauf zu bringen, erhöht sich die Inflationsrate – folglich steigen auch die Preise von Verbrauchsgütern. Aber auch der  schwache Euro spricht für eine höhere Inflation, Importe werden somit teurer. Des Weiteren darf die EZB während des milliardenschweren Programms den zum Jahresanfang gesenkten Leitzins nicht erhöhen – schlechte Nachrichten für die Sparer. Diese werden doppelt bestraft: Nicht nur der Guthabenzins ist sehr gering, wenn die Teuerung durch die Inflation über den Guthabenzinsen liegt, bedeutet das sogar einen realen Vermögensverlust.

Immobilien:

Kredite für die eigenen vier Wände sind derzeit günstiger als bisher. Aufgepasst: Da durch diesen Effekt zwangsläufig die Nachfrage steigt, könnten Preisblasen bei Immobilien entstehen. Des Weiteren ist bei  niedrigen Zinsen eine höhere Tilgung zu wählen.

Eurokurs:

Durch die geringen Zinsen und der Geldschwemme der EZB bleibt der Euro schwächer als andere Währungen. Das bedeutet, dass die Produkte auf dem Weltmarkt günstiger angeboten werden können. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ein Segen. Arbeitsplätze können dadurch wieder gesichert werden.

Urlaub:

Für Urlauber in Länder, in denen z.B. der Dollar als offizielles Zahlungsmittel gilt, wird es durch den schwachen Euro teurer.

Altersvorsorge (ärztliches Versorgungswerk – private Lebensversicherer):

Sowohl die ärztlichen Versorgungswerke als auch die privaten Lebensversicherer stehen zukünftig vor großen Herausforderungen. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen fällt es beiden immer schwerer, die hohen Renditenversprechen bzw. zugesagten Altersrenten für Ihre Mitglieder/Kunden am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. Noch zehren sie insbes. von Anleihen mit hohen Zinsen aus dem Bestand. Bei Neuanlagen von Anleihen sind allerdings kaum noch nennenswerte Zinserträge möglich. Durch die Geldschwemme der EZB sollen u.a. die Aktienmärkte beflügelt werden. Allerdings sind die Anlagemöglichkeiten für Versorgungswerk und Lebensversicherer in dieser risikoreichen Anlageklasse sehr eingeschränkt und nur begrenzt möglich.

Die Konsequenz:

Die Rente aus dem Versorgungswerk stellt lediglich eine Grundversorgung dar. Durch die o.g. Problematik sind weitere Beitragserhöhungen in naher Zukunft sicherlich unumgänglich (wie bereits schon 2014 durch das ärztliche Versorgungswerk Baden-Württemberg umgesetzt). Auch der Beginn der Regelaltersrente könnte noch weiter aufgeschoben werden (wie zuletzt vom 65. auf nun das 67.Lebensjahr). Rentenkürzungen könnten ebenfalls folgen. Da hier keine Garantierente ausgewiesen werden, erschwert dies die Planungssicherheit der Mitglieder erheblich.

Staatliche Anreize zur Altersversorgung gewinnen dadurch immer mehr an Bedeutung (Stichwort Rürup-Rente oder betriebliche Altersvorsorge). Viele private Lebensversicherer haben daraufhin bereits reagiert und innovative, neue Tarife zur Altersvorsorge etabliert, um entsprechend flexibel bei der Auswahl der Kapitalanlage für Ihre Kunden agieren zu können. Der Kunde kann hierbei Tarife mit Garantierenten wählen (diese sind durch die staatliche Auffanggesellschaft Protektor abgesichert).

Fazit: Die Unsicherheit steigt insbesondere auch durch Unwissenheit. Umso wichtiger ist es, einen kompetenten Ansprechpartner in Finanz- und Versicherungsfragen an seiner Seite zu haben. Gerne stehen wir Euch mit Rat und Tat zur Seite.

Wenn Ihr Fragen zu diesem Thema habt, könnt Ihr uns gerne unter der Rufnummer 06221-5397-0 oder info@mas-consult.de kontaktieren – wir helfen Euch gerne weiter.

 

Autor: PW

 

Bildnachweis: via photopin (license)

Durch | 16.02.2015 | Allgemein | 0 Kommentar

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