Ergotherapeut Ausbildung Beruf Gehalt

Ergotherapeut – Alle Infos zu Ausbildung, Beruf und Gehalt

Wenn das Leben durch Alter, Krankheit oder Unfall aus den Fugen gerät und die Bewältigung von alltäglichen Aufgaben unmöglich erscheint, ist man als Ergotherapeut oder Ergotherapeutin gefragt. Dann werden die motorischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten von Patienten mit ergotherapeutischen Maßnahmen gezielt trainiert, bis die Betroffenen ihre Selbstständigkeit wiedererlangt haben.

Ausbildung Ergotherapeut – Dauer

Ähnlich wie für andere Medizinfachberufe gibt es auch für den Job als Ergotherapeut ein eigenes Gesetz (ErgThG). Dort werden die Inhalte und die Prüfungsordnung der Ausbildung bundesweit einheitlich geregelt. Um Ergotherapeut zu werden, muss man eine dreijährige schulische Ausbildung durchlaufen. Sie findet in 90 Prozent der Fälle an staatlich anerkannten Privatschulen statt.

Voraussetzung für die Ausbildung zum Ergotherapeut

Als Voraussetzung gilt ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder der Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer zweijährigen Berufsausbildung. Viele Schulen bewerten ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Praktikum im Gesundheitswesen als äußerst positiv oder verlangen es sogar.

Darüber hinaus haben die meisten Berufsfachschulen weitere individuelle Aufnahmekriterien, da die Plätze begrenzt sind. Dazu zählen persönliche Vorstellungsgespräche, Eignungstests oder Losverfahren. Im Auswahlprozess legen die Schulen viel Wert auf die persönlichen Eigenschaften der Bewerber und Bewerberinnen.

Weil die Therapien oft viele Wochen dauern und der Erfolg sich nicht immer wie erhofft einstellt, muss man als Ergotherapeut gerne mit Menschen arbeiten, eine physische und psychische Belastbarkeit sowie ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Geduld und Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Gerne gesehen werden auch kreativ-künstlerische, handwerkliche und musikalische Begabungen.

Ausbildung Ergotherapeut – Inhalt

Die Ergotherapieausbildung besteht aus Theorie- und Praxiseinheiten. Im theoretischen Unterricht erlernt man als angehender Ergotherapeut medizinisches Grundlangenwissen aus den Bereichen Anatomie, Biologie, Gerontologie, Krankheitslehre, Pädiatrie und Physiologie. Auch Berufs-, Gesetzes- und Sozialkunde, Mediensoziologie und Pädagogik stehen auf dem Stundenplan.

Darüber hinaus erlernt man unterschiedliche Therapiemethoden, etwa arbeitstherapeutische, motorisch-funktionelle, psychosoziale oder kreative Behandlungsverfahren. Ein Beispiel ist das therapeutische Plastizieren, bei dem mit Ton gearbeitet wird. Auch der kreativ-therapeutische Umgang mit anderen Materialien wie Holz oder Stoff steht auf dem Lehrplan. Ergänzt wird die theoretische Ausbildung durch mehrere Praxisphasen, beispielsweise in Rehabilitations- und Behindertenwerkstätten, Krankenhäusern oder Seniorenheimen. Während der Praxiseinsätze üben die Auszubildenden Krankheitsbilder zu erkennen und die richtige Therapie davon abzuleiten.

Am Ende der Ausbildungszeit findet eine dreiteilige staatliche Abschlussprüfung statt. Sie besteht aus einem mündlichen, einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Durch Bestehen der Abschlussprüfung erwirbt man das Recht, als staatlich anerkannte/r Ergotherapeut/in tätig zu werden. Im Anschluss an die Ausbildung spezialisieren sich die meisten Ergotherapeut auf bestimmte Fachgebiete.

Ausbildung zum Ergotherapeuten an der Hochschule

Neben der schulischen Ausbildung besteht auch die Möglichkeit Ergotherapie an einer Hochschule zu studieren. Der Trend zur Akademisierung nimmt aktuell in vielen medizinnahen Berufen Fahrt auf.

Für das Fach Ergotherapie stehen momentan rund 20 Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master zur Auswahl. Während der Zeit an der Universität erhalten Studierende den theoretischen Überbau zum Beruf, lernen unter anderem die wissenschaftlichen Grundlagen kennen, um selbstständig Studien herzustellen und können dank dem akademischen Abschluss später in Lehre und Forschung tätig werden. Auch als ausgelernter Ergotherapeut ist ein berufsbegleitendes Aufbaustudium an der Hochschule möglich.

Ergotherapeut Gehalt in der Ausbildung

Während der Ausbildung muss man als angehender Ergotherapeut leider auf ein Gehalt verzichten.

Weil es sich um eine schulische Ausbildung handelt, gibt es während der drei Ausbildungsjahre keinerlei Vergütung. In vielen Fällen wird sogar ein monatliches Schulgeld fällig, das von den Auszubildenden getragen werden muss. Es beläuft sich auf etwa 300 bis 500 Euro.

Der Beruf Ergotherapeut/in – Tätigkeiten und Alltag

Als Ergotherapeut erwartet einen ein abwechslungsreicher Alltag. Denn die Patienten, die man bei der Rehabilitation und Genesung Schritt für Schritt begleitet, können jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft, mit physischen oder psychischen Behinderungen oder Erkrankungen sein. Allgemein betrachtet, entfällt mehr als die Hälfte aller verordneten Ergotherapien auf Kinder und Jugendliche. Doch ausschlaggebend ist, in welchem medizinischen Fachgebiet man tätig ist. In der Pädiatrie hat man mit Kindern zu tun, die Entwicklungsdefizite im Bewegungsablauf oder neurobiologische Störungen (beispielsweise ADHS) aufweisen. In der Orthopädie und Rheumatologie sind es Patienten mit Lähmungserscheinungen oder nach dem Verlust von Extremitäten. In der Psychiatrie trainiert man mit psychisch erkrankten Menschen. In der Neurologie sind es Patienten nach einem Schlaganfall und in der Geriatrie Senioren, deren Gedächtnis und Feinmotorik nachlassen.

Zwar muss ein Arzt die Ergotherapie als Heilmittel verordnen, doch als Ergotherapeut erarbeitet man selbstständig für jeden Patienten einen individuellen Behandlungsplan und führt die gewählten Therapien durch. Dann leitet man Patienten beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten oder Rechenaufgaben an, die für Laien simpel erscheinen mögen. Doch den Patienten helfen die Therapiemaßnahmen dabei, ihre körperlichen oder geistigen Einschränkungen auszugleichen, mehr Selbstständigkeit zu erwerben beziehungsweise wieder in den Beruf oder das gesellschaftliche Leben zu finden. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit für Einzeltherapien und Gruppentherapien. Ergänzt wird der Berufsalltag durch Maßnahmen und Vorträge zur Prävention.

Als Ergotherapeut findet man Beschäftigung in:

  • Praxen für Ergotherapie und Physiotherapie
  • Krankenhäusern und Gesundheitszentren
  • Rehabilitationskliniken
  • Suchtkliniken
  • Seniorenheimen
  • Sozialstationen und Behinderteneinrichtungen
  • Sonder- und Förderschulen

Wichtig für jeden zukünftigen Ergotherapeut ist zu wissen, dass die Arbeit in gewissen Einrichtungen in Schichtdienst erbracht wird.

Ergotherapeut Gehalt im Beruf

Das Gehalt als staatlich anerkannter Ergotherapeut liegt bei rund 1.900 bis 2.750 Euro. Die Vergütung ist deutschlandweit nicht einheitlich und kann je nach Region um mehrere Hundert Euro variieren. Die untere Gehaltsangabe ist vor allem bei privaten Einrichtungen (Seniorenheimen etc.) in den „neuen“ Bundesländern zu finden. Die obere Gehaltsangabe stammt von einem kirchlichen Wohlfahrtsverband in Westdeutschland.

Hat sich ein Ergotherapeut mit eigener Praxis selbstständig gemacht, können die Honorare für eine Behandlung frei verhandelt werden, was das Verdienstpotenzial steigert. Auch durch Fort- und Weiterbildungen lässt sich der Verdienst als Ergotherapeut verbessern. Beliebt ist etwa die Weiterbildung als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen, durch die das Gehalt auf rund 3000 Euro pro Monat steigt.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 04.02.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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