MedAT Dr. Test

Die Geschichte des MedAT und was Medizin-Bewerber 2017 erwartet

Chancengleichheit ist nicht nur ein wichtiges Thema in der Politik und den Sozialwissenschaften, sondern auch im Zusammenhang mit dem Medizinertest in Österreich. Das Redaktionsteam des internationalen Medizin-Infoportal Dr. Test hat die wichtigsten Informationen über Entstehung und weitere Entwicklung des MedAT für dich zusammengefasst.

Seit 2006 gibt es aufgrund der stark gestiegenen Bewerberzahlen Aufnahmeverfahren an österreichischen Medizinunis. Sieben Jahre später wurden die Tests mit der Einführung des MedAT an den Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck angeglichen. 2014 wurde der MedAT auch an der Medizinfakultät in Linz eingeführt.

Einführung des MedAT in Österreich um Geschlechterdiskriminierung zu vermeiden

Einer der Hauptgründe für eine Überarbeitung des Testverfahrens bestand 2013 in der Tendenz, das Frauen bei dem bis dahin eingesetzten „Eignungstest für das Medizinstudium“ (EMS) bzw. „Basistest Medizinische Studien“ (BMS) überproportional schlecht abschnitten. Außerdem schnitten österreichische Bewerber im Verhältnis zu den Gesamtbewerberzahlen schlechter ab als Testteilnehmer aus Deutschland.

In Österreich wird unter dem Leitgedanken der Chancengleichheit seit jeher auf eine NC-Vorauswahl für das Studium verzichtet. Deshalb war es den Vertretern aus Politik und Wissenschaft besonders wichtig, das Testverfahren weiter zu verbessern, um es noch fairer zu gestalten. Darüber hinaus soll bei der Entwicklung des MedAT als eigenständige Testform jedoch auch die Höhe der Lizenzgebühren für den aus der Schweiz übernommenen EMS eine Rolle gespielt haben.

Der neue Testteil „Emotionen Erkennen“

Seit seiner Einführung wurden die Inhalte des MedAT weiter verändert: Neben der Abfrage von Wissen (Testteil „Naturwissenschaftlicher Wissenstest“) und Intelligenz (Testteil „Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten“) wird neben dem Textverständnis-Teil seit 2015 auch „Soziales Entscheiden“ überprüft. Hier musst du auf Basis ethischer Leitprinzipien jeweils fünf Überlegungen gewichten und entscheiden, wie du auf unterschiedliche Alltags- und Berufssituationen reagieren würdest.

2017 wird dieser Aspekt des Tests durch den neuen Teilbereich „Emotionen Erkennen“ erweitert werden: Anhand von Personen- und Situationsbeschreibungen musst du die wahrscheinlichsten Gefühlsregungen der jeweiligen Person per Multiple-Choice angeben. Ziel des neuen Testteils ist es, Bewerber mit stark ausgeprägten Emphatiestörungen herauszufiltern.

Diese Störungen treffen zwar nur auf sehr wenige Menschen zu, können im Bereich der Medizin aber umso größere negative Auswirkungen haben.

Positive Effekte

Erhebungen der letzten Jahre haben übrigens ergeben, dass die geschlechterorientierten Veränderungen des MedAT positive Auswirkungen haben: 2006 waren in Wien bei insgesamt etwa 60 Prozent weiblichen Bewerbern nur 41,5 Prozent Frauen zum Medizinstudium zugelassen worden. In diesem Jahr gab es es österreichweit bereits 56 Prozent erfolgreiche Bewerberinnen bei einem über die Jahre ungefähr gleich gebliebenen Anteil an weiblichen Bewerbern. Wenn du mehr über den MedAT und seine Testteile erfahren möchtest, findest du bei Dr. Test weitere ausführliche Informationen und Erfahrungsberichte.

Um einen noch besseren Eindruck vom MedAT zu erhalten, hat das Redaktionsteam von Dr. Test außerdem eine Foto-Galerie für dich zusammengestellt: Hier geht´s zur Fotogalarie.

Bildrechte: © Stefanie Pollmann

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