Diätassistent

Diätassistent/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Eine gesunde Ernährung ist die Voraussetzung für körperliches Wohlbefinden und innere Ausgeglichenheit. Schon die alten Römer kannten diesen Zusammenhang, wenn sie von „mens sana in corpore sano“ – „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ sprachen. Was ernährungstechnisch dem Körper gut tut, ist gar nicht so einfach zu bestimmen und erfordert jede Menge Know How. Das gilt gerade bei Menschen, deren körperliches Befinden zu wünschen übriglässt oder die bereits an Krankheiten leiden.

Ein/e Diätassistent/in hilft dabei, dass der Körper mit der richtigen Ernährung wieder ins Gleichgewicht kommt. Eine Diättherapie kann eine wichtige Unterstützung beim Gesundungsprozess sein und ist im besten Sinne des Wortes ein „Heilmittel“. Schon daraus wird deutlich, dass Diätassistenten einen verantwortungsvollen Beruf ausüben. Um die Ausbildung zu/r Diätassistent/in, den Beruf und seine Aussichten soll es im Folgenden gehen.

Ausbildung zur Diätassistent/in – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Die Ausbildung zum/r Diätassistent/in ist bundeseinheitlich geregelt und findet an Berufsfachschulen statt. Neben dem schulischen Unterricht gehören Praxisstationen zum Ausbildungsinhalt, die unter anderem in Krankenhäusern absolviert werden. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die Ausbildung wird mit der Berufs-Bezeichnung Diätassistent/in abgeschlossen.

Um Diätassistent/in werden zu können, wird allgemein ein mittlerer Bildungsabschluss (mittlere Reife, Realschulabschluss und ähnliches) verlangt. Neben guten Deutsch-Kenntnissen ist ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Verständnis Voraussetzung für den Beruf. Kenntnisse in Biologie und Chemie sind erforderlich, um Nahrungsaufnahme und Nahrungsverarbeitung im Körper zu verstehen. Mathematische Fähigkeiten werden benötigt, um Nährwerte und Zutatenmengen zu berechnen oder um Kostenkalkulationen durchführen zu können.

Neben diesen fachlichen Voraussetzungen sollten Diätassistenten organisatorisch gut aufgestellt sein und Eigenschaften wie Empathie, Kundenorientierung, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit mitbringen. Sorgfalt ist ein Muss, es ist aber auch eine Portion Kreativität gefragt, denn eine Diät soll Abwechslung bieten und nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch geschmacklich ansprechend sein.

Der Schulplan beim Unterricht an der Berufsfachschule ist sehr vielfältig. Er umfasst zum einen allgemeine Fächer wie Rechtskunde, Krankenhausbetriebslehre, Englisch oder EDV. Zum anderen werden berufsspezifische Kenntnisse vermittelt, zum Beispiel in den Fächern Ernährungslehre, Diätetik, Biochemie der Ernährung, Ernährungswirtschaft, Koch- und Küchentechnik. Medizinische Grundkenntnisse bieten die Fächer Anatomie, Physiologie oder Krankheitslehre. Diätassistenten verfügen nach der Ausbildung über ein breites Wissensspektrum.

Gut zwei Drittel der Ausbildung entfallen auf theoretischen Unterricht, ein knappes Drittel ist praktischen Übungen vorbehalten. Zu den Praxisstationen gehört unter anderem auch ein 230 Stunden umfassendes Krankenhaus-Praktikum.

Diätassistent/in-Ausbildung – Gehalt

Die Ausbildung zum/r Diätassistent/in ist eine schulische Ausbildung. Hier gehören Ausbildungsvergütungen – im Unterschied zu dualen Ausbildungsgängen – zur Ausnahme. Bei der Diätassistenten-Ausbildung ist keine Vergütung vorgesehen. Ausgaben für Wohnung, Lebenshaltung oder Mobilität müssen daher während der Ausbildungszeit selbst finanziert werden. Bei einigen Berufsfachschulen ist auch noch Schulgeld zu zahlen oder es fallen Gebühren für die Aufnahme an der Berufsfachschule und bei Prüfungen an.

Unter bestimmten Bedingungen ist eine Ausbildungsförderung über das BAföG möglich. Dies ermöglicht nämlich grundsätzlich auch eine Unterstützung beim Besuch von Berufsfachschulen. Ob BAföG-Berechtigung besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – u.a. vom Einkommen der Eltern sowie vom eigenen Einkommen und Vermögen.

Der Beruf Diätassistent/in – Tätigkeiten und Alltag

Diätassistenten sind auf eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten wie Assistenzarzt und Facharzt angewiesen. Das ergibt sich zwangsläufig aus der Funktion von Diäten bei der Förderung und Wiederherstellung der Gesundheit. Von einem/r Diätassistenten/in erstellte Therapiepläne basieren daher in der Regel auf entsprechenden ärztlichen Verordnungen. Nur im Rahmen der ernährungsabhängigen Gesundheitsprävention werden Diätassistenten auch eigenständig tätig.

Ein wichtiger Aufgabenbereich bei der Berufsausübung ist die Ernährungsberatung. Dabei geht es zum Beispiel um die Beurteilung von Ernährungsgewohnheiten, Ernährungsempfehlungen, aber auch konkret um Diätrezepte für Patienten und Ratsuchende. Darüber hinaus erarbeiten Diätassistenten Ernährungstherapiepläne. Dazu muss der Ernährungszustand erfasst werden, der Nahrungsbedarf ist zu ermitteln, darauf aufbauend wird der Plan erstellt.

Die Einsatzmöglichkeiten von Diätassistenten sind vielfältig. Naturgemäß finden sich Beschäftigungsmöglichkeiten überall dort, wo es um Ernährung und gesundheitsbewusste Verpflegung geht. Im Gesundheitsbereich arbeiten Diätassistenten sehr oft in Krankenhäusern oder in Reha-Kliniken. Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten ambulante Schwerpunktpraxen, Alten- und Pflegeheime, wo sie eng mit Altenpflegern zusammenarbeiten sowie sonstige Einrichtungen mit einer umfassenderen Gemeinschaftsverpflegung. Dazu können auch gastronomische Betriebe gehören. Darüber hinaus eröffnet die Ausbildung zum/r Diätassistent/in Perspektiven für die Selbständigkeit, zum Beispiel als selbständige/r Ernährungsberater/in.

Auch nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und beruflich aufzusteigen. Unter bestimmten Bedingungen ist sogar der Hochschulzugang möglich. Mit einem Studium und Bachelor-Abschluss in „Diätetik“, „Ernährungswissenschaft“ oder „Ökotrophologie“ erschließen sich weitere Berufsfelder. Grundsätzlich ist es denkbar, sich mit Fortbildungen

  • weiter zu spezialisieren (zum Beispiel als Diabetesberater/in oder als Diätküchenleiter/in),
  • mehr in den kaufmännischen Bereich zu gehen (zum Beispiel als Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen) oder
  • selbst zu unterrichten (zum Beispiel als Lehrkraft an Schulen im Gesundheitswesen).

Diätassistent/in Gehalt

Das Gehalt von Diätassistenten hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der beruflichen Qualifikation spielen die Berufserfahrung, das Einsatzfeld, die Branche, der Arbeitgeber und andere Größen eine Rolle. Bei Anstellung bei einem Arbeitgeber, der zum öffentlichen Dienst gehört, kommt der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD) zur Anwendung. Die Eingruppierung erfolgt hier beim Berufseinstieg üblicherweise in der untersten Stufe für Angestellte mit abgeschlossener Ausbildung. Bei Beschäftigung durch einen kirchlich-caritativen Träger werden die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) entsprechend zugrunde gelegt.

Bei anderen Arbeitgebern gelten die jeweils relevanten Tarifverträge, sofern überhaupt tarifvertragliche Vereinbarungen existieren. Das Anfangsgehalt eines/r Diätassistenten/in bewegt sich vor diesem vielschichtigen Hintergrund in einer Bandbreite von 1.500 Euro bis 2.500 Euro brutto im Monat. Das sind aber nur beispielhafte Größen. Mit der Dauer der Anstellung, zunehmender Berufserfahrung und Zusatz-Qualifikation steigt das Gehalt in der Regel. Bei Selbständigkeit hängt die Einkommenssituation naturgemäß von der Marktlage ab.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 18.08.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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