Diabetes Symptome Anzeichen

Diabetes – Symptome, Anzeichen, Ursachen

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, gehört zu den Stoffwechselerkrankungen. Es gibt zwei Haupttypen: Bei Diabetes mellitus Typ 1 liegt ein Insulinmangel vor, bei Typ-2-Diabetes ist die Insulinwirkung vermindert. Insulin ist ein Hormon, das Glukose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Zellen des Körpers weiter schleust. Dort wird der Zucker zur Energiegewinnung verwendet.

Typ-1- und Typ-2-Diabetes gehen auf unterschiedliche Ursachen zurück, beide führen allerdings zu erhöhten Blutzuckerwerten. Typische Diabetes Symptome umfassen unter anderem starken Harndrang und ständigen Durst. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Inhalt

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist ein Oberbegriff für verschiedene Stoffwechselstörungen des Insulinhaushaltes. Ihnen gemeinsam ist, dass ein Insulinmangel oder eine verminderte Insulinwirkung dazu führt, dass Glukose im Blut nicht mehr in die Zellen des Körpers aufgenommen werden kann. Dadurch kommt es zum erhöhten Blutzuckerspiegel. Umgangssprachlich wird Diabetes auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Diese Bezeichnung geht auf die Tatsache zurück, dass Diabetiker mit dem Urin Zucker ausscheiden, der Harn schmeckt dadurch süßlich. Früher nutzten Ärzte das, um einen Diabetes zu diagnostizieren.

In Deutschland sind etwa 7,2 Prozent der Erwachsenen an Diabetes mellitus erkrankt. Diabetes mellitus Typ 2 ist die bei weitem häufigste Form, die bei 90 bis 95 Prozent aller Betroffenen vorliegt. Etwa fünf Prozent aller Erkrankungen entfallen auf Diabetes mellitus Typ 1.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Diabetes steht immer im Zusammenhang mit dem Insulinstoffwechsel des Körpers. Nach jeder Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Insulin hat die Aufgabe, Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Ist ein Patient an Typ-2-Diabetes erkrankt, reagieren die Körperzellen nicht mehr ausreichend oder gar nicht mehr auf den Botenstoff Insulin. Die Insulinwirkung ist also vermindert und man spricht auch von einer Insulinresistenz. Die Glukose kann nicht mehr in die Körperzellen aufgenommen werden und verbleibt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt.

Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend. Früher war auch die Bezeichnung „Altersdiabetes“ geläufig, da vor allem ältere Menschen an dieser Form des Diabetes erkrankten. Heute sind jedoch zunehmend auch junge Erwachsene und Jugendliche vom Typ-2-Diabetes betroffen. Es gibt verschiedene Therapieansätze, Grundlage sind zumeist eine Reduzierung des Körpergewichts und ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung.

Was ist Typ-1-Diabetes?

Bei Typ-1-Diabetes kann der Betroffene kaum oder gar kein eigenes Insulin produzieren – es liegt ein Insulinmangel vor. Grund ist das körpereigene Immunsystem des Betroffenen, welches die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, die für die Insulinproduktion verantwortlich sind. Dem Körper steht zu wenig Insulin zur Verfügung, um Glukose aus dem Blut zu transportieren. Häufig tritt er bereits im Jugendalter auf. Erkrankungen nach dem 25. Lebensjahr sind selten.

Bei Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die sich nur bedingt durch den Lebensstil beeinflussen lässt. Heilbar ist Typ-1-Diabetes nicht, Betroffene müssen ihr ganzes Leben Insulin zuführen.

Symptome: Anzeichen für einen Diabetes

Unabhängig vom Typus zeigen sich zu Beginn der Erkrankung meist keine Diabetes Symptome. Die ersten Anzeichen treten erst auf, wenn die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist.

Typische Diabetes Symptome bei beiden Typen:

  • starker Durst
  • häufiger Harndrang
  • Heißhunger
  • Juckreiz
  • Mattigkeit und Abgeschlagenheit
  • Sehstörungen
  • gesteigerte Anfälligkeit für Infekte, schlechtere Wundheilung

Bei Typ 1 treten Diabetes Symptome oft erst nach mehreren Monaten auf, wenn bereits etwa 80 Prozent der insulinproduzierenden Zellen zerstört sind. Das Organ kann den Insulinmangel nicht mehr ausgleichen, was zu mitunter extrem hohen Blutzuckerwerten führt. Diabetes Symptome treten daher in der Regel plötzlich auf und sind sehr viel ausgeprägter als beim Typ-2-Diabetes. Sehr hohe Blutzuckerwerte können bis hin zum diabetischen Koma führen. Die Betroffenen verlieren das Bewusstsein, ihr Atem riecht nach Aceton.

Typ-2-Diabetes verläuft oft über lange Zeit hinweg völlig beschwerdefrei. Häufig wird die Erkrankung erst bei Routineuntersuchungen entdeckt.

Diabetes Ursachen

Typ-1-Diabetes Ursachen

Die Ursachen für Typ-1-Diabetes sind noch nicht vollständig bekannt. Mediziner gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der körpereigene Abwehrzellen die insulinproduzierenden Zellen zerstören. Die Folge ist ein absoluter Insulinmangel. Erbliche Faktoren haben vermutlich einen großen Einfluss auf das Entstehen der Krankheit. Dafür spricht, dass alle an Typ-1-Diabetes erkrankten Personen spezielle Merkmale auf ihren weißen Blutkörperchen aufweisen, die sogenannten HLA-Merkmale DR 3 und DR 4. Allerdings erkranken nicht alle Personen mit diesen Merkmalen auch an Diabetes. Mediziner gehen daher davon aus, dass auch bestimmte Virusinfektionen wie Mumps und Röteln zum Ausbruch der Krankheit beitragen.

Typ-2-Diabetes Ursachen

Typ-2-Diabetes steht meist mit Übergewicht und ungünstigen Ernährungsgewohnheiten in Verbindung. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind stark übergewichtig. Die Ursachen liegen meist in einer gesteigerten und zu zuckerreichen Nahrungszufuhr. Die häufige Glukosezufuhr führt zu einer vermehrten Insulinausschüttung. In Folge sinkt die Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen. Sie werden unempfindlicher für den Botenstoff, entwickeln eine Resistenz.

Bei Typ-2-Diabetes liegt damit ein relativer Insulinmangel vor: Es ist zwar ausreichend Insulin vorhanden, die Körperzellen können jedoch nicht mehr darauf reagieren. Als Risikofaktor für Typ-2-Diabetes gilt ein Body-Mass-Index von 30 oder höher. Aber auch erbliche Faktoren spielen für den Ausbruch des Typ-2-Diabetes eine Rolle.

Diabetes Diagnose

Eine schnelle Diagnose und Behandlung ist bei beiden Diabetes-Typen angesagt, um Folgeschäden zu vermeiden. Ein unbehandelter Diabetes schädigt die Nieren, das Nervensystem und die Netzhaut des Auges. Nervenschäden und Durchblutungsstörungen können den sogenannten diabetischen Fuß mit schlecht heilenden Wunden und Geschwüren zur Folge haben. Da sich typische Diabetes Symptome vor allem beim Typ-2-Diabetes erst spät zeigen, ist hier besonders schnelles Handeln gefragt.

Zur Diabetes Diagnose nutzen Ärzte den Glukosewert im Blut und die Zuckerkonzentration im Urin. Bei gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand unter 100 mg/dl. Nach dem Essen steigt er auf höchstens 140 mg/dl an. Für das Vorliegen eines Diabetes spricht ein Blutzuckerwert von über 126 mg/dl im nüchternen Zustand. Ein weiterer Hinweis sind klassische Diabetes Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl.

Auch ein zu hoher Glukosewert im Urin kann auf einen Diabetes hinweisen. Als kritisch gilt ein Glukosewert von über 180 mg/dl. Die Blutzuckermessung liefert jedoch genauere Ergebnisse als der Urintest und ist daher das Mittel der Wahl zur Diabetes Diagnose. Eine erhöhte Konzentration der Ketonkörper im Urin deutet allerdings darauf hin, dass der Diabetes entgleist. Ketonkörper werden freigesetzt, wenn die Körperzellen aufgrund des Insulinmangels die Energiereserven des Körpers angreifen und Fett abbauen.

Zeigt ein erster Bluttest Blutzuckerwerte im Grenzbereich, kann der Arzt zusätzlich einen Glukosetoleranztest (oGTT) durchführen. Dafür nimmt der Patient drei Tage lang Nahrung mit ausreichend Kohlehydraten zu sich. Mindestens zehn Stunden vor dem Test muss er dann nüchtern bleiben. Anschließend trinkt er 75 Gramm Glukose in 200 bis 300 ml Wasser. Zwei Stunden später führt der Arzt erneut einen Bluttest durch. Liegt der Blutzuckerwert über der Norm, deutet dies auf einen Diabetes hin.

Zur Diagnose kann es sinnvoll sein, den Zuckerstoffwechsel eines Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg zu beobachten. Bei erwachsenen Patienten kommt eine Messung des Langzeitblutzuckers in Frage. Dabei ermittelt der Arzt den sogenannten HbA1c-Wert, der die Menge des roten Blutfarbstoffs angibt, der mit dem Glukosegehalt im Blut in Verbindung steht. Als Anzeichen für Diabetes gilt ein HbA1c-Wert von über 6,5 % (bzw. 48 mmol/mol).

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Durch | 07.11.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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