Computertomographie

Computertomographie (CT) Untersuchung – Ablauf, Dauer, Kosten

Die Computertomographie, kurz CT, ist ein bildgebendes Verfahren, das Querschnittsbilder des menschlichen Körpers anfertigt und Körperstrukturen sehr präzise darstellen kann. Die Aufnahmen sind wesentlich detaillierter als herkömmliche Röntgenaufnahmen und erleichtern zum Beispiel die Tumorfindung. Die CT-Untersuchung ist allerdings auch vergleichsweise teuer und setzt den Körper einer höheren Strahlenbelastung aus als das klassische Röntgenverfahren.

Inhalt

Was ist eine CT Computertomographie?

Ebenso wie das herkömmliche Röntgen nutzt die Computertomographie Röntgenstrahlen, um das Innere des menschlichen Körpers sichtbar zu machen, im Gegensatz zu der MRT, wo Magnetfelder genutzt werden, um Schnittbilder des menschlichen Körpers zu erstellen. Das gelingt in einem Tunnel oder Gantry genannten Gerät – umgangssprachlich oft als „Röhre“ bezeichnet. Beim CT oder CT-Scan wird der Patient in eine rotierende Röntgenröhre gefahren. Diese dreht sich um den liegenden Patienten, sendet dabei Röntgenstrahlen aus und fertigt auf diese Weise pro Umdrehung mehrere Tausend Schnittbilder an. Das Körpergewebe schwächt die Strahlung ab und wird dadurch sichtbar. Gewebe mit hoher Dichte, wie etwa Knochen, erscheint auf den Aufnahmen hell, Gewebe mit niedriger Dichte erscheint dunkel.

Gegenüber der Röhre liegen Detektoren, welche die Röntgenstrahlen auffangen. Ein Computer setzt die einzelnen Aufnahmen anschließend zu einem Bild zusammen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Röntgenaufnahmen erlaubt die Computertomographie eine überlagerungsfreie Darstellung von Körperstrukturen in hoher Auflösung. Da das Körperinnere rundum aufgenommen wird, lassen sich auch dreidimensionale Aufnahmen darstellen, die eine Betrachtung aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln erlauben. Das erleichtert die Diagnose unterschiedlichster Erkrankungen und Verletzungen. Zum Einsatz kommt die Computertomographie unter anderem bei der Tumor-Erkennung, um Gefäßerkrankungen festzustellen oder um Brüche, Gelenkerkrankungen und Verletzungen zu identifizieren.

Entwickelt wurde das Verfahren vom britischen Elektrotechniker Godfrey Hounsfield und dem südafrikanischen Physiker Allan M. Cormack. Cormack lieferte Anfang der 1960er Jahre die theoretischen Grundlagen, Hounsfield entwickelte 1968 den Prototyp. Im Jahr 1971 wurde zum ersten Mal das Gehirn eines Menschen per Computertomographie untersucht. Hounsfield und Cormack erhielten den Nobelpreis für Medizin.

CT Untersuchung – Ablauf

Vor der Computertomographie erfolgt zunächst eine gründliche Anamnese und ein Beratungsgespräch mit dem Arzt. Ist ein CT mit Kontrastmittel geplant, müssen bestimmte Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden. Dazu gehören etwa eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Nierenfunktionsstörungen und Allergien gegen das Kontrastmittel. Im Beratungsgespräch erfahren Patienten auch, ob sie für die Untersuchung nüchtern sein müssen.

Wird ein CT mit Kontrastmittel durchgeführt, erhält der Patient dieses entweder als Getränk zu sich oder es wird über einen venösen Zugang zugeführt. Für die eigentliche Computertomographie legt sich der Patient zumeist in Rückenlage auf einen fahrbaren Untersuchungstisch und wird mitsamt Tisch in den Gantry gefahren. Während der Untersuchung muss der Patient möglichst still liegen und bei Untersuchungen der Lunge gegebenenfalls auch kurz die Luft anhalten. Steht ein Schädel-CT an, wird der Kopf für die Aufnahme fixiert. Kleinkinder bekommen vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel oder eine Narkose. Wer unter Klaustrophobie leidet, kann sich ebenfalls ein Beruhigungsmittel verabreichen lassen. Mediziner und Röntgenassistenten befinden sich während der Aufnahme meist in einem anderen Raum, über eine Wechselsprechanlage können Patienten aber jederzeit Kontakt mit ihnen aufnehmen. Die Untersuchung selbst ist vollkommen schmerzfrei.

Computertomographie Dauer

Die Dauer einer Computertomographie hängt davon ab, welche Körperregion untersucht wird und welche Fragestellung geklärt werden soll. Ein Ganzkörper-CT, etwa zur Untersuchung der Lunge, lässt sich heute meist schon in unter einer Minute durchführen. Andere Untersuchungen nehmen zwischen fünf und zehn Minuten in Anspruch. Grundsätzlich handelt es sich bei der Computertomographie um ein sehr zügiges Verfahren. Muss der Patient vorher ein Kontrastmittel zu sich nehmen, können die Vorbereitungen allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Datennachbearbeitung zur Darstellung dreidimensionaler Bilder kann deutlich länger dauern als die eigentliche Untersuchung.

CT Kontrastmittel – Wirkung und Nebenwirkungen

Nicht immer reicht der natürliche Kontrast des Körpergewebes aus, um Verletzungen oder Erkrankungen deutlich werden zu lassen. In solchen Fällen bekommt der Patient vor der Untersuchung ein Kontrastmittel verabreicht, entweder als Lösung zum Trinken oder über eine Infusion. Das Kontrastmittel hebt bestimmte Organe und Strukturen hervor und macht sie besser sichtbar.

Das Kontrastmittel führt manchmal zu einem metallischen Geschmack auf der Zunge oder einem Wärmegefühl im Körper. Einige Patienten vertragen das Kontrastmittel weniger gut und klagen über Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen oder Schwindel. Allergien gegen das Kontrastmittel können bis hin zum Kreislaufschock führen. Derartige Unverträglichkeiten sind jedoch sehr selten.

Jodhaltiges Kontrastmittel kann bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen zu einer Überfunktion des Organs führen oder diese verstärken. Auch Nierenerkrankungen können durch die Gabe von Kontrastmitteln verstärkt werden. Einige Medikamente führen zudem zu Wechselwirkungen mit Kontrastmitteln. Daher ist es wichtig, den Arzt im Vorgespräch über Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen zu informieren.

CT Strahlenbelastung

Häufiger befürchten Patienten, dass die Computertomographie mit einer hohen Strahlenbelastung einhergeht. Tatsächlich ist der Körper während des CTts einer höheren Strahlung ausgesetzt als während einer herkömmlichen Röntgenaufnahme. Das führt zu einer geringen Erhöhung eines zukünftigen Krebsrisikos.

Die Höhe der Strahlendosis hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Dauer der Untersuchung, Anzahl und Dicke der Schichtaufnahmen und der Art des untersuchten Gewebes. Eine durchschnittliche Computertomographie des Bauchraums geht beispielsweise mit einer Strahlenbelastung von 8 bis 20 Milli-Sievert einher. Bei einer CT-Untersuchung des Schädels sind es 1 bis 3 Milli-Sievert, bei einer Untersuchung der Lendenwirbelsäule 4 bis 9 Milli-Sievert. Zum Vergleich: Laut Bundesamt für Strahlenschutz liegt die durchschnittliche, natürliche Strahlenbelastung in Deutschland bei 2,1 Milli-Sievert im Jahr.

Das Risiko durch die Röntgenstrahlung während einer Computertomographie ist zwar gering, die Untersuchung sollte dennoch nur bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt werden. Letztlich müssen Arzt und Patient entscheiden, ob Nutzen oder Risiken überwiegen.

Computertomographie Kosten

Die Computertomographie wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Jede Untersuchung erhält einen gewissen Punktwert, aus dem sich jeweils die Summe berechnet, die der Arzt in Rechnung stellen kann. Die Angaben für die Computertomographie gelten allein für die technische Untersuchung ohne Beratung.

Ein Kopf-CT kostet demnach 166,57 Euro, für ein CT des Bauchraums werden 151,55 Euro berechnet, ein Thorax-CT kostet 134,06 Euro, für eine Untersuchung des Skeletts führt die GOÄ 110,75 Euro an. Zusätzliche Kosten fallen beispielsweise für die Gabe von Kontrastmitteln und für die die nachträgliche 3D-Rekonstruktion an. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bei medizinischer Indikation für Kassenpatienten.

Durch | 01.08.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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